Emmering Nein zur Ampel

Gemeinderäte lehnen Forderung von Kindergarten-Mutter ab

Von Manfred Amann, Emmering

Vorschläge von Bürgern zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sind oft hilfreich, manche aber sind aufgrund örtlicher Gegebenheiten, rechtlicher Vorgaben oder, weil andere Betrachter die jeweilige Situation weniger gefährlich einschätzen, nicht durchsetzbar. So zum Beispiel der Wunsch einer Mutter, in Emmering in der Amperstraße in Höhe des Kindergartens "Unterm Regenbogen" statt des Zebrastreifens eine Ampel aufzustellen. Der Verkehrsausschuss hat dies nach kontroverser Diskussion mit einer Zweidrittelmehrheit abgelehnt. Bürgermeister Michael Schanderl (Freie Wähler/FW) warnte sogar davor, eine Ampel aufzustellen, weil dies möglicherweise eine höhere Gefährdung nach sich ziehe. An einen Zebrastreifen werde meist vorsichtiger herangefahren als an eine Ampel, auch wenn die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzt sei. Außerdem brauche man an einer Ampel eine Aufstellfläche zum Warten, erklärte der Rathauschef. Eine solche Fläche aber könne an der diskutierten Stelle nicht geschaffen werden.

Wenn sich Kinder an der Ampel drängelten, könnte ein Kind auf die Straße geschoben werden, ergänzte FW-Sprecherin Beatrix Obst. Kindergartenkinder sollten ohnehin nicht ohne Eltern die Straße überqueren, sagte Schanderl. Karl Ring (SPD) regte an, dort öfter zu kontrollieren. Da laut Bürgermeister Schulweghelfer nur schwerlich zu finden seien, schlug Monika Suhrmann (FW) vor, die Kindergartenleitung und den Elternbeirat zu ermuntern, eine Kinderbegleitung zu organisieren. Trotz allem strebt die Gemeinde eine Verbesserung der Situation an. Auf Anregung von Christofer Stock (CSU) soll im Zuge der geplanten Ortsgestaltung eine bessere Lösung für die Straßenüberquerung gesucht werden.

Eine andere Mutter wollte, dass der Schulweg-Abschnitt zwischen dem Einmündungsbereich des "Gasserls" in die Brucker Straße bis zur Querung an der Fußgängerampel als Gefahrenbereich eingestuft wird, in dem nur Tempo 30 gefahren werden darf. Aus Sicht der Gemeindeverwaltung erscheint es aber "aussichtslos", in der Kreisstraße FFB 17, in der es im Ortsbereich ohnehin schon sieben Fußgängerampeln gibt, auch noch eine Reduzierung der Geschwindigkeit zu erreichen. Außerdem sei der Geh- und Radweg mit 1,80 bis zwei Meter relativ breit.

Langsamer fahren heißt es indes bald in der Amperstraße in Höhe der Grund- und Mittelschule. Auf Antrag der CSU-Fraktion werden dort Tempo-30-Schilder aufgestellt. Ein weiterer Antrag der CSU, auch in der Estinger Straße in Höhe des Seniorenheimes Sankt Hildegard die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer abzusenken, wurde vertagt. Dort gilt schon jetzt Tempo 40. Aufgrund einer neuen Verordnung sollen Geschwindigkeitsbegrenzungen in Durchgangsstraßen bald leichter zu beschließen sein.