SZ-Serie "Ortsgedächtnis":Aufmerksamkeit für alte Akten

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SZ-Serie "Ortsgedächtnis": Das Emmeringer Gemeindearchiv befindet sich derzeit im Umbruch, die Grünen wollen nun Experten ins Boot holen.

Das Emmeringer Gemeindearchiv befindet sich derzeit im Umbruch, die Grünen wollen nun Experten ins Boot holen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Nach einem SZ-Artikel wollen die Emmeringer Grünen das Gemeindearchiv richtig aufräumen.

Von Gerhard Eisenkolb

Der SZ-Beitrag über das Emmeringer Archiv hat den Anstoß dazu gegeben, dass sich in nächster Zeit der Gemeinderat mit dieser Einrichtung befasst. In einem Antrag greift die Fraktion der Grünen die in dem Bericht angesprochene Idee von Bürgermeister Stefan Floerecke (CSU) auf. Die Grünen spinnen die Ankündigung des Rathauschefs weiter, dass ein Konzept zur Strukturierung des Bestands, zur Digitalisierung und damit zu dessen besserer Nutzung für die Öffentlichkeit entwickelt werden soll. Da Floerecke offen ließ, wie das geschehen soll, fordern sie, eine qualifizierte Stelle mit der Erstellung eines fachkundigen Archivkonzepts zu beauftragen und dafür die entsprechenden Haushaltsmittel bereitzustellen. Genannt wird eine Summe von etwa 10 000 Euro.

Seit dem Tod des ehrenamtlichen Archivars Roland Bartmann vor etwa einem Jahr befindet sich die in drei Kellerräumen des Kindergartens Sausebraus untergebrachte Sammlung mit Dokumenten und Fotos zur Ortsgeschichte sowie Unterlagen der Verwaltung in einer Übergangsphase. Daher stellt sich für die Fraktion die grundsätzliche Frage, "was wir mit dem Archiv machen wollen". Mit Bartmanns Nachfolger, dem 21-jährigen, geringfügig beschäftigten Archäologiestudenten Lucas Schunn, verbindet der Bürgermeister eine Neuausrichtung und Öffnung der Einrichtung.

Die vier Emmeringer Gemeinderäte der Grünen, Herbert Groß, Kathrin Durach, Ulrike Saatze und Birgit Kretschmar, halten es jedoch für fraglich, ob ein geringfügig angestellter Student ausreiche, um im Archiv den Erhalt des Bestands und dessen Weiterentwicklung zu gewährleisten. Für sie beinhaltet die anstehende Neuausrichtung eben auch Überlegungen zur Umsetzung des Konzepts in einzelnen Etappen sowie einen entsprechenden Finanzplan. Dann könne der Gemeinderat schließlich darüber entscheiden, was in welchem Zeitraum zu welchen Kosten realisiert werden solle.

Wie Bürgermeister Floerecke auf SZ-Anfrage erklärte, sei er einerseits erfreut über das Interesse von Gemeinderäten an der Zukunft des gemeindlichen Archivs. Andererseits hält er den Antrag letztendlich für überflüssig. Zur Begründung führt er an, dass die Rathausverwaltung an dem, was die Grünen fordern, bereits dran sei. Lucas Schunn müsse sich zwar noch einarbeiten, aber er sei viel unterwegs und befasse sich zurzeit mit einer Ideensammlung. Die Beauftragung einer fachkundigen Stelle mit der Erstellung des Konzepts hält der Bürgermeister daher für nicht nötig.

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