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Elf Buben und Mädchen infiziert:Salmonellen im Kindergarten

In der Emmeringer Einrichtung Sausebraus haben sich vor Weihnachten mindestens elf Kinder infiziert. Die Ursache der Erkrankung lässt sich laut Gesundheitsamt nicht mehr ermitteln. Ob die Gruppe am Montag wieder starten kann, ist noch unklar.

Mindestens elf Emmeringer Kindergartenkinder haben sich einige Tage vor Weihnachten in ihrer Betreuungseinrichtung mit Salmonellen infiziert. Bereits am 20. Dezember musste deshalb eine Gruppe des Kinderhauses Sausebraus geschlossen werden. Kurze Zeit später wurden auch die verbliebenen beiden Gruppen geschlossen. Dies geschah der Gemeindeverwaltung zufolge aber vor allem wegen anderer grassierenden Krankheiten wie Streptokokken oder Lungenentzündung. Lediglich die Krippenkinder konnten weiter betreut werden. Noch ist unklar, wie viele der Kindergartenkinder nach der regulären Ferienschließung am Montag das Kinderhaus wieder besuchen können.

Klinikum Fulda - Salmonellen stammten aus Schonkost

Bei elf Kindern wurden im Labor Salmonellen nachgewiesen, ei einigen steht die Diagnose noch aus.

(Foto: dpa)

Alle betroffenen Kinder haben die Durchfallerkrankung offenbar gut überstanden - meistens konnte auf Medikamente verzichtet werden. Eine Mutter berichtet, ihr vier Jahre alter Sohn habe zwar zwei Wochen lang unter Durchfall gelitten, die Krankheit aber ansonsten ohne Probleme durchgestanden.

Weil aber auch genesene Patienten eine Salmonellose noch mehrere Wochen durch eine sogenannte Schmiereninfektion übertragen können, klärt das Gesundheitsamt zurzeit mit Vertretern der Einrichtung, ob beziehungsweise wie viele der 25 Kinder dieser Gruppe sofort wieder aufgenommen werden können. In elf Fällen hat sich der Anfangsverdacht Salmonellose bestätigt, Amtschef Rudolf Summer zufolge fehlen aber noch weitere Meldungen.

Wie es zu der Infektion mit den Erregern gekommen ist, wird sich wohl nicht mehr klären lassen. Salmonellen werden häufig durch Lebensmittel übertragen, beispielsweise durch rohe Eier oder Geflügel. Tierhalter beugen, unter anderem durch Impfungen, mittlerweile besser vor. Wohl auch deshalb stagniert die meldepflichtige Krankheit auf einem relativ niedrigen Niveau: Das Gesundheitsamt Fürstenfeldbruck registrierte im Jahr 2010 landkreisweit 45 Fälle, 2011 waren es 54 und 2012 - noch ohne Berücksichtigung der aktuellen Emmeringer Fälle - 39.

Weil lediglich eine Gruppe des Kinderhauses Sausebraus betroffen ist, gilt es als unwahrscheinlich, dass die Salmonelleninfektion durch das angebotene Mittagessen ausgelöst worden ist, auch wenn die Lebensmittelaufsicht die Untersuchung noch nicht abgeschlossen hat. Dass die Infektion von einem Kind in die Gruppe eingeschleppt wurde, ist nach Einschätzung des Gesundheitsamts ebenfalls sehr unwahrscheinlich - dagegen spricht, dass die Krankheit nicht zeitverzögert auftrat, sondern bei vielen Kindern fast gleichzeitig. Ob ein Kuchen, der offenbar von einer der Mütter in der Vorweihnachtszeit mitgebracht worden war, als Auslöser in Frage kommt, lässt sich Gesundheitsamtschef Summer zufolge nicht mehr klären.

Weil die von Durchfällen gekennzeichnete akute Phase der Salmonelleninfektion mittlerweile offenbar abgeschlossen ist, hat das Gesundheitsamt keine grundsätzlichen Einwände gegen die Wiederaufnahme der betroffenen Kinder. Es müssten freilich für einige Wochen besondere Hygienevorgaben befolgt werden - wie gründliches Händewaschen und Desinfizieren nach dem Besuch der Toilette. Ob dies, beispielsweise durch die Erzieher, sichergestellt werden kann, soll nun ebenso geprüft werden wie die alternative vorübergehende Aufteilung der Gruppe.

Mit solchen Maßnahmen soll vermieden werden, dass Kinder länger zu Hause betreut werden müssen als unbedingt notwendig. Dies sei in Zeiten, in denen häufig beide Elternteile arbeiten, kaum noch zumutbar, so Summer. Damit trat er auch dem Vorwurf einer Angehörigen entgegen, die Meldebehörde lasse es bei ihren Maßnahmen an Konsequenz fehlen und verzichte beispielsweise auf eine zweite Stuhlprobe. Diese früher als obligatorisch angesehene zweite Probe wäre aber laut Summer frühestens drei Wochen nach der ersten Untersuchung sinnvoll. Unter strengen Hygiene-Auflagen könne aber bereits vorher auf eine Isolation der Patienten verzichtet werden.

Letztmals hatten sich im Landkreis Fürstenfeldbruck im Mai 2010 Fälle von Brechdurchfällen gehäuft: Damals grassierte der hoch ansteckende Norovirus. Leidtragende waren 65 Besucher des Ökumenischen Kirchentags, die im Brucker Graf-Rasso-Gymnasium ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten. 22 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt, die Schulräume sodann desinfiziert werden.