Ein Kompromis Durchgängiger Radweg

Stückwerk: Der Radweg entlang der Augsburger Straße besteht bislang bloß aus Abschnitten. Das will die Stadt ändern, sie hat deshalb Pläne für einen Ausbau vorgelegt.

(Foto: Günther Reger)

Fürstenfeldbruck will die Situation für Radler in der Augsburger Straße verbessern. Anwohner zeigen sich mit den Plänen zufrieden, hoffen aber auf weitergehende Lösungen, wenn die B 2 in ein paar Jahren saniert wird

Von Peter Bierl, Fürstenfeldbruck

Die Augsburger Straße in Fürstenfeldbruck soll im Herbst auf beiden Seiten einen durchgehenden Fahrradweg bekommen. Die Sicherheit auf der wichtigsten Ausfallroute der Kreisstadt in Richtung Norden wird sich damit verbessern, obwohl die Planer Kompromisse eingehen mussten, weil es sich um eine Bundesstraße handelt, für die das Straßenbauamt zuständig ist. Die Stadt setzt ebenso wie Fahrradclub und Verkehrsforum darauf, dass in einigen Jahren noch mehr drin ist, wenn die Behörde die Trasse neu bauen muss. Insgesamt zeigten sich die Anwohner von der Präsentation des Planers Benjamin Schneider vom Büro VAP in Darmstadt am Mittwoch im Rathaus zufrieden.

Einbezogen ist der gesamte Abschnitt von der Philipp-Weiß-Straße bis zum Ährenfeld. Auf der Westseite wird durchgängig ein sogenannter Schutzstreifen angelegt, den Autos aber im Bedarfsfall befahren dürfen. Auf der Ostseite gibt es im nördlichen Teil einen Radstreifen, der nur zum Einparken überfahren wird. Der bestehende Radweg ab der Marthabräustraße muss nicht mehr in beiden Richtungen befahren werden, sondern ist künftig den Radlern auf dem Weg nach Norden vorbehalten. An der Kreuzung mit der Marthabräustraße wird eine Rampe angelegt, um von der Fahrbahn auf diesen Radweg zu gelangen. An Kreuzungen und Einmündungen werden die Radwege rot markiert.

Die Fahrbahn für Autos wird dadurch schmäler. Spuren für Linksabbieger in die Kapellen- und in die Maisacher Straße fallen weg. Auf Höhe der Hausnummern 43 und 45 in der Augsburger Straße entfallen auf der Westseite sieben Parkplätze, dafür werden drei Parkbuchten gebaut. Zwischen Gerblpark und Marthabräu bei den Hausnummern 18 bis 20 verschwindet das eingeschränkte Parken. An der Kreuzung Kronprinz-Rupprecht- und Nordendstraße werden nördlich und südlich zwei Verkehrsinseln für Fußgänger eingebaut.

Einige Bürger kritisierten, dass abmarkierte Radstreifen von Autos regelmäßig missachtet werden. "Wenn ein Laster rüber zieht, nutzt das nichts", rügte eine Frau. Ein Teilnehmer monierte, dass bei der Brauerei regelmäßig am Morgen die Wege von Lastwagen zugestellt sind. Mehrere Bürger verlangten, den Radweg auf der Westseite in der Innenstadt so weiterzuführen, dass Radler aus dem Norden in die Philipp-Weiß-Straße abbiegen und damit die Kurven am Rathaus umfahren können. Morgens sei dort allerdings ziemlich viel Autoverkehr, gab Zweiter Bürgermeister Erich Raff (CSU) zu bedenken. "Wir haben dazu einige Pläne in der Schublade liegen", sagte der städtische Verkehrsplaner Matthias Fiedler. Aufgrund der fünf Straßen, die auf diese Kreuzung führen, sei es eine komplizierte Stelle und ein kompletter Umbau notwendig.

Thomas Brückner vom Verkehrsforum kritisierte, dass an der Kreuzung Ganghofer- und Fichtenstraße der Schutzstreifen auf etwa 25 Meter ausgesetzt wird, wegen eines Zebrastreifens. "Wir sind darüber auch nicht glücklich, aber das ist eine Vorschrift", erklärte Fiedler. Brückner verwies darauf, dass die Stadt sich das Geld für einen Umbau sparen will. So ist es in der Tat. Denn eigentlich muss das Straßenbauamt für die Augsburger Straße zahlen. Verkehrsplaner Fiedler geht davon aus, dass die Fahrbahn in fünf bis sieben Jahren so marode ist, dass die Behörde die Augsburger Straße komplett sanieren muss und dann bessere Lösungen für die Radler möglich sind. Bis dahin will die Stadt auf eigene Rechnung ein Provisorium schaffen, dessen Kosten auf maximal 160 000 Euro brutto geschätzt werden.