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Eichenau:Überraschendes Angebot

Platz für Gewerbe: Auf die freie Fläche in der Nähe des Bahnhofs sollen Firmen ziehen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Der Freistaat erlaubt Eichenau eine Altlastenuntersuchung im Norden

Von Erich C. Setzwein, Eichenau

Am 18. Mai sollen die Eichenauer erfahren, wie das neue Gewerbegebiet im Norden der Gemeinde aussehen könnte. An diesem Tag nämlich sollen zwei Firmen, die sich auf die Entwicklung von Gewerbeflächen verlegt haben, ihre Ideen in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vortragen. Ob danach dann aber eine von der Gemeinderatsmehrheit gewünschte Planung aufgenommen wird, ist noch nicht geklärt. Denn immer noch befindet sich das Gelände nördlich der Bahnlinie in Staatsbesitz und ist vermutlich nicht frei von Altlasten. Das zu klären, war über all die Jahre nicht möglich, aber jetzt tut sich offenbar eine Möglichkeit auf, an das Grundstück zu kommen und es auf Müllablagerungen untersuchen zu können.

Bereits im Haushalt für 2019 hatten die Gemeinderäte dreieinhalb Millionen Euro für den Ankauf des Grundstücks reserviert. Doch ob diese Summe reicht oder ob die Fläche des landwirtschaftlichen Versuchsguts Roggenstein nicht auch etwas günstiger zu bekommen wäre, das muss erst noch geklärt werden. Bürgermeister Peter Münster (FDP), ein entschiedener Befürworter des Gewerbesteuer bringenden Projekts, hat positive Nachrichten von der Immobiliengesellschaft des Freistaates bekommen. Demnach kann die Gemeinde nun ein Gutachten erstellen lassen, die Kosten würde der Staat ersetzen, sagte Münster im Gemeinderat. Man weiß bereits, dass Ablagerungen aus einer ehemaligen Hausmülldeponie im Süden der Gemeinde in eine Grube im Norden verfüllt wurden. Dadurch konnte an der südlichen Ortsgrenze das bislang einzige Gewerbegebiet von Eichenau entstehen. Allerdings weiß niemand mehr, was da alles verfrachtet worden ist. Der Freistaat hatte es immer abgelehnt, eine Altlastenuntersuchung machen zu lassen. Für alle völlig überraschend ist nun die Immobilien Freistaat Bayern (Imby) an die Gemeinde herangetreten und hat Mitte März angeboten, dass die Gemeinde die Untersuchung in Auftrag geben könne. Das wäre die Grundlage, um den Kaufpreis zu ermitteln.

Nach den Vorstellungen der Gemeinde sollen auf dem Areal bis zu acht sogenannte Baufelder mit jeweils einer Größe zwischen 3000 und 5000 Quadratmeter ausgewiesen werden. Wie groß das Interesse Eichenauer Firmen derzeit ist, wurde noch nicht abgefragt. Eine Umfrage im Jahr 2017 ergab, dass nur wenige Unternehmen ein Interesse hatten, in den Norden zu ziehen. Deshalb wird damit gerechnet, dass sich neue Firmen im Gemeindegrenzgebiet zu Puchheim und Olching ansiedeln.

"Hochwertiges" Gewerbe, so lautet der Wunsch des Gemeinderates, der dort die Ansiedlung sowohl eines Discounters als auch einer Tankstelle bislang abgelehnt hat. Dass die Gemeinde das Grundstück kaufen und entwickeln lassen soll, dafür gab es stets Mehrheiten. Die Grünen kündigten durch Markus Hausberger in der jüngsten Sitzung an, weiter gegen die Ausweisung eines zweiten Gewerbegebiets zu sein.

© SZ vom 28.04.2021
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