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Eichenau:Idee in der Warteschleife

Eichenau sucht tragfähiges Konzept für sein "Open House"

Von Karl-Wilhelm Götte, Eichenau

Die Eichenauer Rathausverwaltung gefällt sich darin, Vorreiter im Landkreis Fürstenfeldbruck zu werden. "Coworking-Meeting Space" ist die neueste Idee, die aus dem Bürgermeisteramt von Peter Münster (FDP) kommt. Auch die Ergänzung "Open House Eichenau" erklärt noch nicht, was mit dieser Idee gemeint ist.

Alexandra Gorski, seit November 2019 unteren anderen für die Wirtschaftsförderung zuständig, erläuterte es in ihrer Vorlage für die jüngste Gemeinderatssitzung: "Die Nutzung gemeinschaftlicher Räume, die Bündelung von Erfahrung und Kreativität, aber auch der Verringerung der Kosten angesichts steigender Büromieten sind Coworking Spaces eine beliebte Alternative zum klassischen Büro." 500 solcher Räume gebe es bereits in Deutschland. Gorski sprach von einem "Leuchtturmprojekt" für den Brucker Landkreis. Doch dem Gemeinderat war dieses Leuchtturmprojekt zu diffus. Das Gremium hat die von Münster in Aussicht gestellte Anschubfinanzierung von 18 000 Euro erst einmal zurückgewiesen. "Eine staatliche Förderung gibt es nicht", hatte Gorski eruiert. Umgesetzt werden sollte das Projekt in den ehemaligen Räumen des Kaufhauses Schmotz in der Eichenauer Hauptstraße. Start-Up-Unternehmen würden sich für die Einmietung interessieren, so die Hoffnung der Gemeinde. Dort stehen freie Ladenflächen mit einer Gesamtfläche von 261 Quadratmetern zur Verfügung. Hauptmieterin der Räume wäre die Gemeinde. Zwei potenzielle Untermieter hätten sich bereits gefunden, berichtete Münster. "Die wollen jedoch nicht, wie erhofft, als Manager zur weiteren Vermarktung der Räume auftreten", bedauerte er den Rückzieher der beiden Initiatoren, die eine Vermarktung der Räume zeitlich nicht in ihrem Arbeitsbudget unterbringen konnten.

80 Prozent der Vermarktungserlöse sollen an die Manager gehen, 20 Prozent an die Gemeinde. "Einen Gemeindemanager können wir nicht finanzieren", beschrieb Münster das Dilemma. Das sah auch die Mehrheit des Gemeinderates so und forderte ein neues, tragfähiges Konzept von der Verwaltung. Bis dahin wird das Open House Eichenau, für das sich Bürgermeister Münster seit Jahren stark macht, nicht weiter verfolgt.

© SZ vom 08.07.2020

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