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Eichenau:Historisches Arbeiterhaus

Arbeiterhaus

Das Gebäude gehört zur Versuchsstation Roggenstein der Technischen Universität München.

(Foto: Gerhard Meininghaus/oh)

Denkmalgeschütztes Gebäude in Roggenstein ist restauriert

Bei der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden geht es immer darum, die Anforderungen der Denkmalpflege mit den Wünschen des Bauherrn oder Nutzers in Einklang zu bringen. Das gilt besonders bei Gebäuden, in denen nach der Sanierung Menschen wohnen und die auf einen bestimmten Mindestkomfort nicht verzichten wollen und sollen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Sanierung eines ehemaligen Arbeiterhauses, das zur Versuchsstation Roggenstein der Technischen Universität München gehört.

Dort untersuchen Wissenschaftler aus Weihenstephan auf rund 300 Hektar neue Pflanzenzüchtungen, Dünge- und Bodenbearbeitungsmethoden. In den Jahren 1919 und 1920 wurden ein paar hundert Meter von der Versuchsstation entfernt mehrere Arbeiterwohnhäuser gebaut. Im Laufe der Zeit wurden sie teilweise modernisiert, die Eingriffe waren aber nie so stark, als dass sich der ursprüngliche Charakter grundlegend verändert hätte.

Genau diesen Charakter wieder herauszuarbeiten, innen wie außen, war das Ziel der Sanierung eines der Arbeiterhäuser. "Wir wollten behutsam mit dem Bestand umgehen", sagt Architekt Markus Meßenzehl. Viele originale Bauteile wie die Kastenfenster, die Klinkerfassade, Fensterläden, einzelne Türen und auch der Holzfußboden wurden so aufbereitet, dass sie dem Originalzustand entsprechen. Wo die Originalbauteile nicht mehr vorhanden waren, wurde entsprechender Ersatz angefertigt und eingebaut.

Handwerkliches Können war vor allem bei der Sanierung der Fassadenklinker und beim Sockel gefragt: Ausbrüche an den Klinkern wurden mit Putz und Lasur kaschiert, um ein einheitliches Fassadenbild herzustellen. Aus zwei kleinen Wohneinheiten in dem Gebäude wurde eine größere. Die kompletten Elektroleitungen wurden ausgetauscht und eine neue Gasheizung mit Heizkörpern eingebaut. Aus Denkmalschutzgründen wurden die neuen Leitungen aber "auf Putz" verlegt. Die Holzböden wurden geschliffen und geölt, die Treppe gereinigt und ein neues Bad eingebaut. Das Dach erhielt eine Wärmedämmung, anschließend kamen die alten Ziegel wieder aufs Dach. Und zu guter Letzt ersetzt ein Holzzaun den alten Maschendrahtzaun um das Gebäude.

© SZ vom 19.03.2021 / SZ
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