Eichenau Gemeinde will die Wirtschaft fördern

Im Rathaus wird dafür eine neue Stelle geschaffen

Von Erich C. Setzwein, Eichenau

Mit seiner eigenen Stimme hat Eichenaus Bürgermeister Peter Münster (FDP) seinem Antrag auf die Stelle eines Wirtschaftsförderers im Gemeinderat am Dienstagabend eine Mehrheit verschafft. Kurios dabei: Erst beim dritten Durchzählen fiel Münster auf, sich selbst nicht bei den Ja-Stimmen berücksichtigt zu haben. Die eine Stimme aber machte es aus, dass Münster eines seiner wichtigsten Ziele aus dem Bürgermeisterwahlkampf schon innerhalb den ersten drei Monate seiner Amtszeit erreicht hat.

Wie nötig ein Ansprechpartner für Handel und Gewerbe im Rathaus wäre, unterstrich der Eichenauer Gewerbeverband, dessen Mitglieder zahlreich zur Gemeinderatssitzung gekommen waren. Sie erlebten eine lange Diskussion mit vielen nachvollziehbaren Meinungen. So wie jene Einlassung von Andreas Zerbes (SPD), der zugab, nach anfänglicher Zustimmung immer skeptischer geworden zu sein. Und auch Claus Guttenthaler, der für die Freien Wähler als Bürgermeisterkandidat gegen Münster angetreten war, äußerte seine wachsenden Zweifel gegenüber dem neuen Posten, der sich aus zwei halben Stellen zusammensetzen soll.

Münster hatte in einer umfangreichen Verwaltungsvorlage dargelegt, dass der Wirtschaftsförderer durchaus vielfältige Aufgaben haben werde, dafür aber eine halbe Stelle reichen werde. Die andere Hälfte der Zeit solle sich der neue Angestellte darum kümmern, unter den vielen und unterschiedlichen Fördertöpfen auf Landes-, Bundes- und Europaebene die jeweils passende Förderung für Projekte der Gemeinde zu finden und zu beantragen. Diese "Spreizung", wie CSU-Fraktionsvorsitzender Dirk Flechsig es nannte, kam Flechsig wie auch anderen Gemeinderäten recht weit vor. Zudem soll die Stelle zunächst für zwei Jahre befristet ausgeschrieben werden, und sie wird nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt. Mehr als 40 000 Euro netto pro Jahr zu bekommen, darf der Bewerber nicht erwarten.

Beschreibung und Bezahlung der Stelle waren in der Diskussion für den Gewerbereferenten Peter Zeiler (CSU) und seinen Fraktionskollegen Michael Wölfl zwar nicht zweitrangig. Aber wirklich wichtig war ihnen, wie auch Bernd Heilmeier (FWE), dass diese Stelle endlich geschaffen werde. Wölfl betonte, wie notwendig es sei, mit dem Gewerbeverband zu kooperieren und "den Bestand zu pflegen". Heilmeier erkannte "starken Optimierungsbedarf" bei der Wirtschaftsförderung, und FDP-Gemeinderat Ulrich Bode wies auf eine der wichtigsten Aufgaben hin, die ein Fachmann auf dieser Stelle zu leisten habe: "die Königsdisziplin Akquisition".

Während innerhalb der anderen Fraktionen die Meinungen auseinandergingen, reagierten die Grünen einmütig und geschlossen positiv. Thomas Barenthin ging sogar so weit, die Befristung auf drei Jahre auszudehnen zu wollen, doch Peter Münster sagte, dass nur zwei Jahre zulässig seien. Die Entscheidung für die neue Stelle für Wirtschaftsförderung quittierten die Gewerbeverbandsmitglieder mit spontanem Applaus.