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Eichenau:Für alle Sinne

Die Umwelt buchstäblich begreifen: Betreuerin Annemarie Daffner (links) mit einem Patienten bei der Eröffnung des Sinnes-Aktiv-Parks.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Pflegezentrum eröffnet Park für Demenzpatienten

Verschiedene Reize setzen und die Sinne demenzkranker Menschen anregen - das ist das Ziel des neuen Sinnes-Aktiv-Parks im Evangelischen Pflegezentrum in Eichenau, der am Montag offiziell eingeweiht worden ist.

Karin Härtling, Leiterin der Beschäftigungstherapie im Pflegezentrum, hat gemeinsam mit ihrem Team drei Stationen entwickelt, die den Sehsinn und den Gehörsinn anregen sollen: Hier können die Bewohner mit einem Schlägel auf einen Gong sowie auf Glocken schlagen und damit verschiedene Töne erzeugen, eine Spiralscheibe drehen und sich optisch täuschen lassen, oder sich selbst im Spiegel betrachten - aus verschiedenen Winkeln. "Wir versuchen, viele verschiedene Reize zu setzen, damit die Sinne beansprucht werden", sagt Härtling. Um diese Reize zu ermöglichen, spendete die Manfred-Funke-Hopfner-Stiftung 3500 Euro für den Aktivpark im Innenhof des Pflegezentrums, dem sogenannten Lichthof. Anton Sedlmayr, zweiter Vorstand, und Sonja Thiele, Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, machten sich bei der Einweihung ein Bild von der Umsetzung und zeigten sich sehr zufrieden. Dass gerade für dieses Pflegeheim gespendet wurde, hat für Sonja Thiele einen speziellen Grund: "Diese Einrichtung liegt mir besonders am Herzen. Hier wird so viel für Menschen mit kognitiven Einschränkungen gemacht." Es sei die einzige Einrichtung im Landkreis, die 16 Kurzzeitpflegeplätze bereithält, erklärt Thiele. Dadurch werde zum Beispiel die Zeit nach einem Klinikaufenthalt für Demenzkranke angenehm gestaltet, während Angehörige entlastet werden.

Einrichtungsleiter Dirk Spohd sind die Bereiche Hören und Sehen besonders wichtig. Denn zum Riechen und Fühlen gibt es bereits Kräuter- und Blumenbeete im Innenhof des Pflegezentrums. Die Stimulatoren sollen auch als Ersatz für Medikamente dienen: "Wenn die Bewohner aufgebracht oder aufgeregt sind, können sie sich durch die neuen Stationen ablenken. Es kann keine Lösung sein, wenn jemand aufgebracht ist, einfach die Medikamentendosis zu erhöhen", so Spohd. Das Sehen und Hören zu erleben beruhigt den Bewohner, sagt Härtling. "Und der Bewohner freut sich", bestätigt einer der Nutzer breit grinsend.