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Eichenau:Förderunterricht in den Ferien stößt auf Skepsis

Von Erich C. Setzwein, Eichenau

Der Titel sieht aus, als hätte ihn eine Werbeagentur erfunden, doch das vom bayerischen Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) erdachte Programm "gemeinsam.Brücken.bauen" stößt bei Lehrkräften auf größte Skepsis. Insbesondere die sogenannte Sommerschule 2021 jeweils eine Woche zu Beginn und am Ende der Sommerferien könnte von jetzt bis Ende des Schuljahres Kräfte binden, die ohnehin schon die Lerndefizite ihrer Schülerinnen und Schüler auszugleichen versuchen. Im Gemeinderat Eichenau hat Gertrud Merkert (SPD) am Dienstagabend die Sorgen und Bedenken der Leiterin der Starzelbachschule, Gudrun Simon, vorgetragen. Simon solle sich um das Personal kümmern, das in der Sommerschule unterrichte soll, berichtete Merkert aus dem Gespräch mit der Schulleiterin. Das findet Merkert nicht in Ordnung: "Alles wird auf die Lehrer abgewälzt."

"Das Förderprogramm für Schülerinnen und Schüler zum Ausgleich pandemiebedingter Nachteile", wie es das Kultusministerium bezeichnet, könne, so Merkert, unter Umständen von Lehramtsstudenten oder pensionierten Lehrern übernommen werden. Die Frage sei nur, wie diese Aushilfskräfte zu finden seien. Merkert äußerte ihre Besorgnis über die Qualifikation und den Leumund der Hilfslehrer. Nicht jeder könne und dürfe sich bewerben. Für Bürgermeister Peter Münster ist klar, dass "strenge Kriterien, wer unterrichten darf, aufgestellt werden" sollten. Merkert führte weiter aus, dass die Schülerinnen und Schüler, die Förderung benötigten, durch Tests ermittelt werden sollen. Derweil wirbt das Kultusministerium um "Unterstützungskräfte". Die sollen einen befristeten Arbeitsvertrag bis zum 12. September bekommen, um bereits im Regelunterrichten Förderstunden geben zu können und an der Sommerschule zu unterrichten. Bewerber benötigen Erfahrungen im Lehramt oder alternativ in der Kinder- und Jugendarbeit.

© SZ vom 10.06.2021
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