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Eichenau:Flexible Lösungen für die Betreuung

Eine Kommission soll in Eichenau Ideen für ein Kinderhaus erarbeiten

Von Erich C. Setzwein, Eichenau

Es ist ein kleines Drama, das sich Jahr für Jahr in Eichenau wiederholt. Eltern bangen, ob sie für ihr Kind einen Krippenplatz bekommen oder einen Platz im Kindergarten. Gleichzeitig versucht die Gemeindeverwaltung, allen Eltern gerecht zu werden, zu koordinieren und auch zu finanzieren, um neue Plätze zu schaffen. Dass in den kommenden Jahren zu solchen Situationen nicht mehr kommt, dass die Gemeinde noch flexibler reagieren kann auf den jeweiligen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen, dafür soll nun eine eigene Kommission Vorschläge und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Eichenau hat bislang gute Erfahrungen mit solchen Arbeitsgruppen, die aus Gemeinderatsmitgliedern, Vertretern der Verwaltung und externen Fachleuten bestehen. Zuletzt war die Ortsentwicklungskommission gegründet worden, die für die kommenden Jahrzehnte planen soll.

Schon seit einigen Jahren geistert durch Eichenau die Idee eines Kinderhauses. Bislang gibt es aber weder eine konkrete Planung noch einen Bauplatz. Angela Heilmeier, die Referentin für Familie und Kinderbetreuung des Gemeinderates, hat nun einen Vorstoß gewagt und als erstes eine Arbeitsgruppe gefordert. Die soll die mittel- und langfristigen Möglichkeiten zur Einrichtung eines Kinderhauses besprechen. Ein Kinderhaus, das sich flexibel an die jeweils sich ändernden Bedingungen anpassen lässt, spart laut Heilmeier Geld und verbessert die Planungssicherheit der Eltern.

Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung der Gründung einer solchen Kommission zugestimmt, nicht aber einem Budget, mit dem eine Sozialstudie in Auftrag gegeben werden sollte. Die hätte Erkenntnisse über die Entwicklung der Kinderbetreuung bringen können. "Es gibt eine Veränderung des Bedarfs in Eichenau", begründete Heilmeier ihren Antrag.

Für ein Gutachten aber 15 000 Euro auszugeben, wie beantragt, war der Mehrheit im Gemeinderat zu viel. Widerspruch kam etwa von Martin Eberl, dem Fraktionsvorsitzenden der SPD. Er wandte ein, dass es immer wieder Zahlen gegeben habe, die letztlich nicht gestimmt hätten. "Wir hätten keinen großen Erkenntnisgewinn", lautete seine Kritik. Auch Eberls Fraktionskollegin Gertraud Merkert machte sich Gedanken über die Sinnhaftigkeit einer Studie, befürwortete aber die Einrichtung einer Kommission und hielt das ein Kinderhaus für ein "weiterführendes Projekt".

Während also in absehbarer Zeit die Arbeitsgruppe starten soll, bereitet die Verwaltung im Hintergrund mehr Möglichkeiten in der Kinderbetreuung den Boden. Bürgermeister Peter Münster kündigte an, dass die Einrichtung einer Großtagespflege in Vorbereitung sei und Gespräche mit einem möglichen Betreiber stattgefunden hätten. Die Räume für die bis zu zehn Kinder in einer solche Krippengruppe könnten angemietet werden.

Neu geschaffen werden soll auch eine Waldkindergruppe als eine Art Filiale des Sterntaler-Kindergartens auf einem baumbestandenen Grundstück in Eichenau. Der Gemeinderat machte dafür den Weg frei. Die Gruppe soll eine Art Bauwagen bekommen, der nach derzeitigen Schätzungen allerdings um die 70 000 Euro kosten dürfte. Dafür aber wäre er sehr gut ausgestattet, wie Zweiter Bürgermeister Josef Spiess (CSU) fand. Die Idee der CSU-Fraktionsvorsitzenden Celine Lauer, gleich zwei Waldkindergruppen mit je zwölf Kindern einzurichten, wurde vorerst nicht weiterverfolgt. Zunächst sollen eine Gruppe Erfahrungen machen.

© SZ vom 21.09.2020

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