EnergiewendeEnergiemesse stößt auf viel Interesse

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Besucher informieren am Stand der Firma Eneryion auf der Eichenauer Energiemesse in der Friesenhalle.
Besucher informieren am Stand der Firma Eneryion auf der Eichenauer Energiemesse in der Friesenhalle. (Foto: Jana Islinger)

In der Friesenhalle in Eichenau zeigen acht Aussteller ihr Angebot. Bürgermeister Peter Münster ist mit der Besucherzahl zufrieden.

Von Karl-Wilhelm Götte, Eichenau

Bürgermeister Peter Münster ist mit der Besucherzahl zufrieden.Peter Münster kommt am Samstagmorgen in den Vortragsraum der Energiemesse in Eichenau und strahlt. Bereits morgens um zehn Uhr haben sich etwa 40 Interessentinnen und Interessenten zum Vortrag „Synergie von Wärmepumpe und Photovoltaik“ versammelt. „Wir sind mit der Resonanz bei unserer ersten Energiemesse sehr zufrieden“, bilanziert der Eichenauer Bürgermeister (parteilos) und bekräftigt: „Es war die richtige Idee, dass wir das machen.“ Eichenauer Ideenträger sind neben dem Bürgermeister auch Stefan Perras, der CSU-Gemeinderatsreferent für Energie, und Ellen Teßmann, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus.

Im großen Saal der Friesenhalle zeigen acht Aussteller ihr Angebot. Auch hier ist am späten Samstagvormittag viel Betrieb an nahezu allen Ständen. Draußen vor der Halle konnten Kunden Elektroautos der Firma Moser besichtigen und sich beraten lassen. „Wir haben bewusst Unternehmen vor Ort und aus der Umgebung oder Firmeninhaber, die in Eichenau wohnen, eingeladen“, erzählt Münster, dass es ihm auf einen örtlichen Bezug ankam. Etwas erstaunt ist er gewesen, dass zwölf weitere Firmen, das Ausstellungsangebot nicht angenommen haben. „Die wollten nicht“, bedauert der Bürgermeister. Ist jedoch nicht weiter schlimm, weil jeder freie Platz im Rund der Friesenhalle von Ausstellern besetzt ist.

Zentrales Messethema: Stand mit Wärmepumpe auf der Energiemesse.
Zentrales Messethema: Stand mit Wärmepumpe auf der Energiemesse. (Foto: Jana Islinger)

Natürlich ist die Wärmepumpe ein zentrales Thema auf der Messe. Dabei legt Florian Lehmann großen Wert darauf, nicht alles über einen Kamm zu scheren. „Jedes Haus ist anders, individuell wie der Mensch“, sagt er und deshalb bietet die Firma aus Emmering erst einmal eine Beratung vor Ort an. Das gilt auch für eine Photovoltaikanlage (PV), wie Julien Kendi erläutert. Photovoltaik erlebt offenbar gerade einen Boom, obwohl sich das Einspeisen ins Netz des Stromanbieters nicht mehr lohnt. Dafür lohnt sich der Eigenverbrauch des mit einer PV-Anlage erzeugten Stroms. Der kann eine Wärmepumpe betreiben und auch ein Elektroauto aufladen. Doch das klappt nur, wenn die Sonne scheint. Jetzt in den Herbst- und Wintermonaten herrscht schon mal tagelanger Hochnebel und demnächst liegt Schnee auf der PV-Anlage und der Ertrag geht gegen null.

KI soll günstigen Strom finden

Fällt der Strom vom Dach aus, muss die Wärmepumpe mit Netzstrom betrieben werden. Das kann teuer werden, doch hier hilft das Laden des hauseigenen Stromspeichers in Zeiten, in denen der Strompreis günstig ist. „Dynamische Stromtarife“ heißt die Zauberformel. Steuerungsgeräte, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, werden gerade entwickelt oder sind schon auf dem Markt. Die werden dann die passende Viertelstunde hoffentlich erwischen, wenn der Strompreis an der Strombörse am günstigsten ist, so die Referenten der Vortragsfirma in Eichenau. Ab kommenden Jahr besteht eine Verpflichtung des Stromanbieters den dynamischen Strompreis zusätzlich zum normalen Strompreis anzubieten. „Der dynamische Strompreis wird dann einen Tag vorher für jede Stunde bekannt sein“, kündigt die Vertreterin des örtlichen Stromlieferanten während des Vortrags an und durchkreuzt damit offenbar die Notwendigkeit einer KI-Steuerung – jedenfalls etwas.

Am Stand der Firma Solarwerke Deutschland steht ein Wechselrichter, eine Notumschaltbox und ein Energiespeicher.
Am Stand der Firma Solarwerke Deutschland steht ein Wechselrichter, eine Notumschaltbox und ein Energiespeicher. (Foto: Jana Islinger)

Klima, Heizung, Wärme, Photovoltaik, Stromspeicher oder die Wallbox zu Hause für das Elektroauto sind auch die Themen in der Ausstellungshalle. Ein EKG für die Heizung bietet eine Firma für 199,99 Euro zur Installation in der Heizperiode an. Danach wird das Gerät wieder abgeholt und die erfassten Daten werden ausgewertet, um das Heizen zu optimieren. Auch Raumausstattung Gerbl aus Eichenau ist vertreten und verfolgt einen speziellen Ansatz, Energie einzusparen. So bieten ihre Plissee-Rollos und die Jalousie mit Smart-Home-Steuerung den „perfekten Sonnen, Wärme- aber auch Kälteschutz“, so das Versprechen in der Info-Broschüre. Alles deutet daraufhin, die Energiemesse nach dieser Resonanz bei der Premiere zu wiederholen. Auch Bürgermeister Münster würde das gerne sehen, gibt sich aber noch vorsichtig: „Das wollen wir mit den Ausstellern noch besprechen.“

 

 

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