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Eichenau:Ein Instrument kann jeder lernen

Ela Marion

Das One-Woman-Orchestra: Die Olchingerin Ela Marion kann 13 Instrumente spielen.

(Foto: Robert Niedring/oh)

Ela Marion führt Teilnehmer von Online-Events an die Musik heran

Von Sonja Pawlowa, Eichenau

Musik ist ein Lebenselexier. Singalong-Treffen, Tanz-Workouts und Konzertveranstaltungen liefern in der Regel Glücksgefühle. Vor der Corona-Pandemie waren sie Magneten für ein Massenpublikum. Doch im Vergleich zur gigantischen Menge an Konsumenten spielen wenige Menschen selbst aktiv ein Instrument. Das mag viele Gründe haben. Den Mut, im Erwachsenenalter mit dem Erlernen eines Musikinstruments zu beginnen, findet kaum einer.

Das ändert sich gerade. Ela Marion ändert das. Die Olchingerin leitet ihr eigenes Orchester, das One-Woman-Orchestra, in dem sie nicht weniger als 13 Instrumente selbst spielt. Die hat sie nicht alle am Konservatorium gelernt, sondern nur manche, wie etwa das Jazz-Klavier.

Musik machen könne jeder, findet Marion bei einem Online-Event des Eichenauer Unternehmernetzwerks BmeetsB. Ihr Credo lautet: Musik macht gesund, hat meditativen Charakter und stärkt unsere Atemwege. Muskeln werden gestärkt und neue Synapsen im Gehirn gebildet. Alles zusammen Bestandteile vieler Therapien. Jeder kann beim Erlernen eines Instruments nur profitieren, er muss es nur tun. Wer ein Instrument spielen will, sollte überlegen, welches für die individuelle Alltagssituation taugt. Aspekte wie Lautstärke, Größe und Gewicht des Instruments sind ebenso wichtig wie die monatliche Leihgebühr. Eine Harfe ist deutlich teurer als eine Geige. Aber die recht überschaubaren Kosten dürften wohl kaum der Grund dafür sein, warum sich Erwachsene noch zu selten dazu durchringen, Musikunterricht zu buchen.

Eigentlich geht es um Leistungsdruck. Im Hinterkopf schwirren da hehre Ziele umher, etwa ein Auftritt beim Firmenjubiläum. Das erzeugt Angst. Marion betont, dass es nicht darum gehe, sich selbst etwas zu beweisen. Druck müsse nicht sein. Ganz im Gegenteil, die Musik solle Druck nehmen. Statt zu joggen lieber aufs Schlagzeug hauen, um Anspannung loszuwerden. Selbst zwei Gitarrenakkorde, im Wechsel gespielt, können Gefühle und Seele zum Klingen bringen. Mit nur wenig Aufwand kann die Kraft der Musik ungeahnte Mengen an Energie spenden. Entscheidend ist, dass kein Leistungsdruck zugrunde liege.

Marions Tipps und Tricks helfen zusätzlich, den dauerhaften Umgang mit einem Instrument zu gewährleisten und den Neuling vor Enttäuschungen zu bewahren. Es ist wie eine Kette, die ineinander greift. Wenn es nicht darum geht, Rekorde aufzustellen, dann werden Fortschritte egal. Es reicht völlig aus, das Instrument etwa zehn Minuten täglich in die Hand zu nehmen. Die Muskeln sollen trainiert werden. Beim Gitarrenspiel bildet sich allmählich eine Hornhaut auf den Fingerkuppen. Übertrieben langes Üben führt andersherum zu Krämpfen. Darüber hinaus empfiehlt Marion, monatlich eine Unterrichtsstunde zu nehmen. Neue Schritte könnten erarbeitet werden, Fehlhaltung beim Spiel korrigiert. Mit der Auswahl des Instruments stehe und falle der Lernerfolg. In einer Mietwohnung ist ein Blasinstrument ungünstig. Wer dabei belauscht wird, wie er Fehler macht, und sich für grausame Mißtöne schämt, wird sich sehr bald wieder von seinen Übungssessions verabschieden. Noch schlimmer wird es, wenn Kommentare von Mitbewohnern oder Nachbarn die kindliche Spielfreude und das Herumexperimentieren verderben.

Auch der Zeitpunkt, an dem geübt wird, kann das Ergebnis beeinflussen. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist selten noch Konzentration vorhanden. In den Morgenstunden ist die Aufnahmefähigkeit besser. Nach zehn meditativen Musik-Minuten kann das Glücksgefühl den ganzen Tag anhalten. Das kommt nicht nur der seelischen Gesundheit zupass. Ein inneres Lachen kann Türen öffnen, auch im Geschäftsleben.

Hier trifft sich das Interesse des Veranstalters, das BmeetsB-Netzwerks, mit den Interessen der zukünftigen Musikschüler. Eine unverkrampfte Atmosphäre soll hier wie da die Basis einer vorwärtsgewandten Gemeinschaft sein. Vor einem Jahr hat Marion ihr Konzept für erwachsene Musikfreunde live bei einem BmeetsB-Netzwerktreffen vorgestellt. Das Publikum war begeistert und probierte ihre mitgebrachten Instrumente vor Ort gleich aus. Online geht das nicht, aber wer gleich durchstarten möchte, braucht eigentlich nur sofort an Ela Marion schreiben: office@ela-marion.com.

© SZ vom 24.02.2021
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