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Eichenau:Ein Hauch von Stadt

Gemeinderat will das neue "Haus 37" sechsstöckig errichten

Noch steht Haus 37 an der Hauptstraße in Eichenau, noch hat die Volkshochschule ihre Räume dort. Doch das in die Jahre gekommene gemeindliche Gebäude soll einem urbaneren Neubau weichen. Einem größeren, repräsentativeren und von vielen genutzten Haus, in das die Gemeindebücherei einziehen könnte, die VHS neue Räume bezöge und die Musikvereine Probenräume bekämen und dann angeblich niemanden mehr stören würden beim Üben. Unlängst erst hat der Gemeinderat aus fünf Entwürfen einen ausgewählt und überarbeiten lassen. Die neue Version eines Vorentwurfs erläuterte in der Sitzung die Architektin Alexandra Geßl vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München. Einigen aber ging ihr Vorschlag nicht weit genug, so dass sie ihn nun konkretisieren und auf die Wünsche abstimmen soll. Denn fünf Stockwerke reichen, zum Beispiel der CSU, nicht.

Die Planung an der Hauptstraße 37 wird vom Gemeinderat forciert, weil dieses Projekt in einer Strategiesitzung als vordringlich eingestuft worden war. Vor dem Hintergrund, dass die Proben von Musikschule, Musikverein und Akkordeonclub immer häufiger für die Nachbarn der Übungsräume zum Ärgernis werden und sie sich regelmäßig beschweren, sollen geeignete Räume geschaffen werden. Auch die Volkshochschule möchte mehr Platz, und in diese Überlegungen spielt hinein, dass durch den Umzug der Bücherei die Räume am Johanna-Oppenheimer-Platz frei würden für einen Teil der Gemeindeverwaltung, die ebenfalls unter Platzmangel leidet.

Nach dem von Architektin Geßl vorgestellten Entwurf hätte ein Neubau an der Ecke der Haupt- mit der Kirchenstraße fünf Stockwerke und ein nutzbares Flachdach. Der Anbau würde vier Stockwerke hoch werden. Ohne schon Festlegungen zu treffen, könnten dadurch der Bücherei im Erdgeschoss 280 Quadratmeter gegeben werden, ein Lesecafe auf derselben Ebene hätte Platz auf 185 Quadratmetern. In den vier Stockwerken darüber würden die Räume für die Vhs (fast 400 Quadratmeter) und die Musiker (fast 600) entstehen. Wohnungen hatte Geßl nicht vorgesehen.

Die aber sind einer Mehrheit im Gemeinderat wichtig. Gewerbereferent Peter Zeiler (CSU) verlangte einen neuen Entwurf mit einem sechsgeschossigen Kopfgebäude und einem fünfstöckigen Anbau, in dem Sozialwohnungen unterzubringen seien. Dritter Bürgermeister Sepp Spiess (CSU) schlug vor, nur drei Geschosse für die öffentliche Nutzung vorzusehen und zwei für die Wohnungen. Das oberste Geschoss soll als Penthouse geplant werden.

Bürgermeister Peter Münster (FDP) lehnte eine Wohnnutzung ab. Seiner Meinung nach seien die Konflikte der Musiker mit den Bewohnern programmiert. Den Einwurf, die Mieter müssten die Musikübungen dulden, wenn es im Mietvertrag stehe, hielt er für schwierig. Und für die Musiker einfach ein zweites Untergeschoss zu bauen, wie FDP-Gemeinderat Ulrich Bode vorschlug, hielt der Bürgermeister schon allein wegen des fehlenden Tageslichts in solchen Räumen für undenkbar. Dass in dem Entwurf die Räume schon für die künftigen Nutzer aufgeteilt wurden, führte in der Debatte zu einer Kontroverse. Martin Eberl (SPD) warf Münster eine "massive Diskriminierung anderen Vereine" vor, und auch FW-Gemeinderat Claus Guttenthaler meinte, man solle die "Innenaufteilung noch einmal überdenken".

Die Architektin erhielt den Auftrag, die Gebäude um jeweils ein Stockwerk höher zu planen. Die Hauptstraße könne das vertragen, war Peter Zeiler der Ansicht, die Umgebung werde sich in Zukunft entsprechend verändern und anpassen. Das sei so gewollt.