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Eichenau:Ein bisschen Verkehrswende

Eichenau will zwei Lastenräder für die Bürger anschaffen

Von Karl-Wilhelm Götte, Eichenau

Lastenräder sind immer eine schöne Idee, um die Mobilitätswende zu unterstützen. Die Fraktion der Grünen im Eichenauer Gemeinderat greift in ihrem Antrag auf Anschaffung zweier Lastenräder diese Idee gerne auf. "Lastenräder stellen eine gute Alternative zu Autos dar", begründen die Grünen ihren Antrag, "insbesondere für den Einkauf von Lebensmitteln und andere tägliche Gebrauchsgüter, genauso wie auf dem Weg zum Wertstoffhof. Gerade für junge Leute und Familien wird ein Mietsystem für Lastenräder sehr attraktiv sein", wird von den Grünen behauptet. Mit dem Antrag, sich an einem Förderprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bauen und Verkehr mit ein bis zwei Lastenrädern zu beteiligen, konnte sich die große Mehrheit im Rat anfreunden, nur die CSU-Fraktion stimmte sechsmal dagegen.

"Lastenrad mieten, Kommunen entlasten - Aufbau eines Lastenrad-Mietsystems in Kommunen" heißt das Förderprojekt des Freistaates, das die Räder mit 80 Prozent der Kosten subventioniert. Gefördert werden die Anschaffung der Transporträder, die Errichtung von Stellplätzen und Ladestationen sowie die digitalen Komponenten des Verleihsystems. Doch die Chance, ans Fördergeld zu kommen, ist ziemlich gering, werden doch nur sieben Kommunen aus dem gesamten Bewerberpool in dessen Genuss kommen. Da Lastenräder zur leichteren Fortbewegung einen Elektroantrieb erfordern, ist mit geschätzten Kosten von etwa 5000 Euro pro Fahrrad zu rechnen, als blieben tausend Euro bei der Gemeinde hängen. Die Debatte im Gemeinderat drehte sich vor allem darum, wer den Betrieb und den Verleih der Fahrräder übernehmen kann.

Die beiden Fahrradhändler vor Ort drängen sich offenbar nicht danach, so scheint es jedenfalls. "Die sehen den Bedarf nicht und würden es nicht machen", hatte sich Stefan Perras (CSU) bei einem Eichenauer Händler vorab erkundigt. Markus Wendling (Freie Wähler) wollte nicht, dass es der Kommune auferlegt wird. "Die Grünen könnten das machen oder sie könnten jemanden finden, der es macht", meinte er zu Markus Brüstle, der für die Grünen den Antrag nochmals begründet hatte. Das wollte Brüstle nicht zusagen. "Wir sollten uns erst einmal bewerben", kürzte Andreas Zerbes (SPD) die Debatte ab, dann könnte man immer noch über Details diskutieren. So kam es dann auch.

© SZ vom 03.07.2020

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