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Eichenau:Der Maler der Architektur

EICHENAU: Sonderausstellung im Pfefferminzmuseum

Die Ausstellung präsentiert etwa 50 Arbeiten und einige Arbeitsutensilien des Künstlers.

(Foto: Leonhard Simon)

Pfefferminzmuseum widmet Peter Blab eine Ausstellung

Von Florian J. Haamann, Eichenau

Mit seinen Zeichnungen hat der Eichenauer Lehrer und Künstler Peter Blab die Entwicklung des Landkreises in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert. Es gibt wohl wenige bekannte Gebäude in der Region, die er nicht mindestens einmal mit seinem schnellen, aber präzisen Strich festgehalten hat. Das Pfefferminzmuseum Eichenau widmet dem 1977 verstorbenen Künstler, nach dem auch der Peter-Blab-Weg im Eichenauer Norden benannt ist, nun eine Sonderausstellung, mit dem es sich zugleich aus der Corona-Pause zurückmeldet. Auch die Dauerausstellung ist von nun an wieder zu sehen.

Die Sonderausstellung zeigt, wie vielfältig die Arbeit von Blab war und wo seine Zeichnungen überall zum Einsatz gekommen sind, von der Süddeutschen Zeitung über Publikationen der Kirche bis hin zur Eichenauer Ortschronik. Immer wenn eine Darstellung eines Gebäudes im Landkreis gebraucht wurde, war Blab da. Viele Arbeiten sind mit Kohle entstanden, andere, vor allem die, die er für Publikationen gefertigt hat, sind feinere Tuschezeichnungen.

Die Ausstellung zeigt chronologisch die Entwicklung des Künstlers. Los geht es mit einer Darstellung der Kirche Sankt Martin in Giesing, nur wenige Meter von Blabs Geburtshaus entfernt. Die Signatur datiert die Skizze auf das Jahr 1915, Blab war damals zehn Jahre alt. Laut Tochter Elisabeth Köbele, die die Ausstellung mitkuratiert hat, ist es eine der ersten Arbeiten ihres Vaters. Schon damals zeigen sich das große Talent, der Blick für Proportionen und Details, die auch später bei Blab zu finden sind. "Er hat die Gebäude meistens direkt vor Ort skizziert. Ich habe mich immer gewundert, wie schnell er das, was er sieht, umgesetzt hat. Manchmal hat er Häuser gemalt und wenn den Bewohnern das Bild gefallen hat, hat er es ihnen geschenkt", erzählt Köbele. Immer wieder hat er aber auch alte Stiche als Vorbild für seine Zeichnungen verwendet. Auch diese Arbeiten sind in der Ausstellung zu sehen. Genau wie eines der letzten von Blabs Werken: eine seiner seltenen Farbzeichnungen.

So sehr er die Architekturmalerei geliebt hat, so wenig habe er sich an Porträtarbeiten herangetraut. "Menschen zu malen, hat er gescheut. Dazu hat ihm die Ausbildung gefehlt", erinnert sich die Tochter. Denn Blab war künstlerischer Autodidakt, von Beruf war er Lehrer, von 1957 bis 1967 war er Rektor der Eichenauer Volksschule. Den Kontakt zur Kunst habe er über eine Tante bekommen, die als Haushälterin bei einem Apotheker gearbeitet hat. "Der war sehr kunstinteressiert. Die Tante hat meinem Vater immer wieder Werke gezeigt, die ihr gefallen haben. Das hat ihn sehr geprägt", sagt Köbele.

Insgesamt sind in der Ausstellung etwa 50 Arbeiten Blabs zu sehen. Für Kinder gibt es ein kleines Rätsel mit vier Gebäuden aus Eichenau, die sie erkennen müssen. Wer alles richtig zuordnen kann, den erwartet ein kleiner Preis. Wer sich für die Arbeiten Blabs interessiert, dem bietet Elisabeth Köbele an, sich einmal in ihrem Archiv umzuschauen. Gegen eine Spende können die Zeichnungen dann mitgenommen werden. Der Erlös soll dem Pfefferminzmuseum zugute kommen.

Die Sonderausstellung im Pfefferminzmuseum ist bis zum 26. Dezember zu sehen. Geöffnet ist das Museum sonntags von 14 bis 16 Uhr, der Eintritt ist frei

© SZ vom 07.06.2021
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