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Eichenau:Das Ende der weißen Flecken

Deutsche Glasfaser möchte in Eichenau schnelles Internet ermöglichen und wirbt um Kunden

Von Erich C. Setzwein, Eichenau

Es wird nicht mehr lange dauern, bis in den Briefkästen von Eichenauer Haushalten die ersten blauen Faltblätter und Postkarten der Deutschen Glasfaser auftauchen. Die Werbung für das schnelle Internet dürfte dann nicht mehr aufhören, bis nicht 40 Prozent der Haushalte sich für einen Glasfaseranschluss bis ins Haus angemeldet haben. Irgendwann stehen wie in vielen anderen Kommunen auch kleine blaue Werbefähnchen als Symbol des digitalen Fortschritts in den Vorgärten. Das Marketing der Deutschen Glasfaser ist, wie anderorts bekannt, rege, um es so auszudrücken. Der Gemeinderat bekam jetzt schon mal einen Vorgeschmack auf die Werbekampagne, die die Glasfaser-Experten starten werden.

Absichtserklärungen von Telekommunikationsunternehmen, staatliche Förderprogramme und Eigeninitiativen der Kommunen haben im Landkreis Fürstenfeldbruck nicht dazu geführt, dass flächendeckend und möglichst ohne weiße Flecken auf der Landkarte schnelles Internet verfügbar ist. Zwar wurden kilometerlange Glasfaserkabel verlegt, doch enden diese meist in riesigen, die Gehwege verengenden Verteilerkästen. Von dort wird der Datenfluss meist nur durch dünne Kupferkabel in die Telefonsteckdosen gepresst - und dabei erheblich verlangsamt. Kommt es dann zu eingefrorenen Gesichtern bei der Online-Konferenz oder Überlastungen, verdirbt das den Nutzern gehörig die Laune. Homeschooling und Home-Office gleichzeitig - das blieb im vergangenen Jahr oft ein Traum.

Solche Träume will die Deutsche Glasfaser (DG) nun Wirklichkeit werden lassen und verspricht Gigabit-Geschwindigkeit. In 1600 Gemeinden in Deutschland habe man schon Glasfaserkabel verlegt, erklärte Peter Reisinger von der DG im Gemeinderat. Eine Million Abschlüsse habe man geschaffen. Die DG baue "FttH" aus, also "Fiber to the Home". Heißt, dass die Glasfasern die Daten von einer Übergabestelle bis in den inneren Hausanschluss schicken. "Verlustfreie Übertragung" nennt das Experte Reisinger. In Eichenau kooperiert die Deutsche Glasfaser mit dem M-Net. Das Unternehme habe bereits 235000 Glasfaseranschlüsse installiert.

Mit Einstiegsangeboten von unter 25 Euro Kosten im ersten Jahr für Datengeschwindigkeiten von 300 bis 1000 MBit und einem kostenlosen Hausanschluss wird nun in einer Markterhebungsphase für Glasfaser und damit schnelleres Internet geworben. Entscheiden sich 40 Prozent der Haushalte sofort für einen Anschluss, könne das Bauen losgehen. Auch alle anderen, die keinen Glasfaseranschluss bestellten, könnten den später bekommen, versprach Reisinger. Es werde dann halt mehr kosten. Reisinger sprach auch direkt Bürgermeister Peter Münster und die Gemeinderäte an und erklärte einen Vorteil, wenn auch die Gemeinde Kunde werden würde: Sie könne leistungsfähiges Wlan im öffentlichen Raum anbieten.

Weder der Gemeinde noch den Bürgern in Eichenau selbst sollen durch den Aufbau der Infrastruktur Kosten entstehen. "Das bauen wir eigenwirtschaftlich", sagte Reisinger. Kosten entstünden erst nach einem Anschluss. Komme die Deutsche Glasfaser zu dem Schluss, ein Glasfaserausbau wäre eigenwirtschaftlich nicht machbar, würden die vorab geschlossenen Verträge nichtig. Die DG habe die Absicht, so Reisinger, das Netz in Eichenau 30 Jahre zu betreiben. Der Beauftragte kündigte an, dass die DG für die Werbephase Geschäftsräume anmieten wolle und dort Informationsgespräche geführt werden könnten.

Auf Nachfrage aus dem Gremium, wann die Glasfaseranschlüsse gebaut würden, antwortete Reisinger, der Ausbau werde 2022, spätestens aber 2023 erfolgen. Bis dahin wird noch viel Werbepost in die Eichenauer Haushalte geschickt.

© SZ vom 22.03.2021
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