SZ-Serie: Cafés im Landkreis Fürstenfeldbruck:Ein Hofladen mit Gastgeberqualitäten

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Rustikal-modern, offen und heimelig ist die Atmosphäre im Café Eberlhof. (Foto: Johannes Simon)

Vom Ei über den Schinken bis zum Obstsalat und Kaffee – im Café Eberlhof in Emmering ist alles bio. In rustikal-modernem Ambiente sitzt man gemütlich beisammen.

Von Ingrid Hügenell, Emmering

Altes, aber helles Holz, antike Natursteinböden und -wände, Kissen aus Filz, dazu Naturmaterialien als Deko – so hat Sabine Eberl, 54, ihr Café in Emmering eingerichtet. „Wie ich selber gerne sitzen möchte“, sagt die Chefin und fügt hinzu: „Das ist mein Herzensprojekt. Ich wollte einen Ort schaffen, an dem die Menschen sich gerne treffen.“ Das ist ihr gelungen – in dem Café im alten Stadel des Hofs fühlt man sich sofort wohl, die Atmosphäre ist offen und gemütlich zugleich.

Die ausgebildete Metzgergesellin – die Eltern hatten in Augsburg eine Metzgerei – hat in den Eberlhof eingeheiratet und drei Söhne großgezogen. Als die erwachsen waren und sie mehr Zeit hatte, eröffnete sie das Café im bestehenden Hofladen. 2021 war das, in der Corona-Zeit. „Die Familie hat das unterstützt“, sagt Eberl. „Und es wurde relativ schnell gut angenommen.“

Sabine Eberl vor der Käsetheke, im Hintergrund der Hofladen. (Foto: Johannes Simon)

Die Gäste nehmen Platz an Tischen aus unbehandeltem Holz – 30 Sitzplätze an acht Tischen sind es innen, draußen zusätzlich 50. Serviert werden Frühstück, Kuchen und Torten sowie kleine Speisen in Bio-Qualität am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 8.30 bis 18 Uhr, am Samstag von 8.30 Uhr bis 13 Uhr. „Wenn wir mehr offen hätten, würde es anstrengend werden. Und wir bräuchten eine zweite Mannschaft“, sagt Eberl und lacht. Und das Café solle vor allem Spaß machen.

Gemütliche Kissen runden die Einrichtung ab. (Foto: Johannes Simon)

Es öffnet nur in Kombination mit dem Hofladen, denn beides ist räumlich nicht voneinander zu trennen. Den Laden gibt es schon seit 2001, im Jahr 2008 wurde er vergrößert, und dann kam eben das Café dazu. Hier wie dort werden nur Produkte in Bio-Qualität angeboten, vom eigenen, bio-zertifizierten Hof und, wo das möglich ist, aus der Umgebung. Viele Café-Gäste nutzen das, um gleich noch einzukaufen – oder umgekehrt.

Wer frühstücken will, muss reservieren – zumindest für Tage, an denen man nicht draußen sitzen kann. Was bestimmt nicht nur am Flair liegt, das trotz – oder wegen – der historischen Materialien ebenso modern wie heimelig wirkt. Sondern auch an der Qualität des Angebots, an der Größe der Portionen und an der Freundlichkeit des Personals.

Auf zweistöckigen Etageren wird das Frühstück gereicht. (Foto: Johannes Simon)

Sechs Frühstücks-Varianten finden sich auf der Karte – vom Mini-Frühstück mit Croissant, Aufstrichen und Butter (6,30) bis zu „Eberls Schmankerl“ mit Bauernschinken, Kräuterfrischkäse, Marmelade, Bauernbrot, Butter und einem ausgezeichneten Rührei (17,80). Italien-Gfui, Veggie-Liebe, Lachsplatterl und Vitaminbombe runden das Angebot ab und bewegen sich preislich dazwischen. All das wird auf zweistöckigen Etageren serviert, und es ist so reichlich, dass das Frühstück eher einem Brunch gleicht. Kleine, liebevolle Details wie die selbst gemachte Apfelmarmelade geben dem Angebot eine besondere Note.

"Eberls Schmankerl" - eine von sechs Variationen auf der Karte. Dazu gibt's einen Brotkorb. (Foto: Ingrid Hügenell)

Veganer müssen sich aus der Karte selbst etwas zusammenstellen, könnten dabei aber an Grenzen stoßen. Hafermilch oder laktosefreie Milch zum Kaffee sind dagegen selbstverständlich, und das ohne Aufpreis.

Es gibt jede Menge Extras und eine umfangreiche Getränkekarte, auch mit Wein, Bier und „Prickelndem“. Erfreulich groß ist sogar die Auswahl auf der Teekarte – sie umfasst Schwarz- und Grüntees ebenso wie Kräuter- und Früchtemischungen, die so schöne Namen tragen wie „Miade Moni“, „Spritziga Quirin“ und „Scheene Leni“. Alle Tees sind offen und hochwertig. Als Durstlöscher werden unter anderem hausgemachte Limonaden angeboten.

Da sieht man, was in die Tasse kommt: Die Tees werden offen angeboten. (Foto: Johannes Simon)

Suppe und Quiche, natürlich hausgemacht, bilden kleine Mittagssnacks. Nachmittags bekommt man Kuchen und Brotzeit. Was es alles gibt, kann man an der Theke begutachten.

Sabine Eberl sagt, sie habe eine „Supermannschaft“ an ihrer Seite. Vier bis sechs Frauen – „die machen es alle gern, dafür bin ich sehr dankbar.“ Niemand sei wirklich Profi, aber alle könnten alles, zum Beispiel Torten und Kuchen backen. „Die Rezepte, die wir zu Hause backen, die gibt es hier auch.“

Kuchen und Torten kann man im Café verzehren oder mitnehmen. (Foto: Johannes Simon)

Zu den Kunden zählen Menschen jeden Alters, aus Emmering selbst wie aus der näheren und weiteren Umgebung. Zu erreichen ist der Eberlhof von der S-Bahn-Station Eichenau per Bus – oder zu Fuß durchs Emmeringer Hölzl an der Amper entlang in etwa einer halben Stunde vom S-Bahnhof Fürstenfeldbruck aus.

Der Cappuccino kostet 3,80 Euro (klein) oder 4,60 Euro (groß), das Croissant 3,30, ein Stück Kuchen oder Torte 4,90, trockener Kuchen 3,80 Euro. Geöffnet ist Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 8.30 bis 18 Uhr (Frühstück bis zwölf Uhr), an Samstagen von 8.30 bis 13 Uhr. Fürs Frühstück im Eberlhof, Estinger Straße 9, Emmering, muss man reservieren, das geht unter Telefon 08141/8895222 oder per E-Mail an schreib@eberlhof-emmering.de. Auf der Homepage www.eberlhof-emmering.de findet sich auch die Speisekarte.

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