Digitalisierung:Booster für digitale Bildung

Lesezeit: 2 min

Christian Stangl

Schulreferent Christian Stangl.

(Foto: Günther Reger)

Kreis und Kommunen gründen Kompetenzzentrum für IT an Schulen

Von Heike A. Batzer, Fürstenfeldbruck

Die Digitalisierung der Schulen im Landkreis wollen Kreis und Kommunen mit Hilfe eines zu neu gründenden digitalen Kompetenzzentrums voranbringen. Dieses soll als Ansprechpartner für alle konkreten Fragen zur Digitalisierung dienen. Das entschied in seiner letzten Sitzung des Jahres der Kreistag mit großer Mehrheit bei sieben Gegenstimmen.

In den mehr als anderthalb Jahren der Corona-Pandemie sei deutlich geworden, wo die Defizite liegen, betonte Kreisschulreferent Christian Stangl (Grüne). Es sei eine "unerträgliche Situation, dass jede Schule ein eigenes Digitalisierungskonzept erfinden muss". Stattdessen sollten sich Lehrer und Schulleiter wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, das da laute, die Schüler zu unterrichten. Stangl muss es wissen, er war selbst als Gymnasiallehrer tätig. Man habe zu lange die Anstrengungen darauf verlegt, was alles nicht gehe, sagte er noch. Künftig gelte es, das Augenmerk darauf zu legen, "was geht und wie es schneller geht".

Der Landkreis, zuständig für die weiterführenden Schulen, und die einzelnen Städte und Gemeinden, zuständig für Grund- und Mittelschulen, wollen bei der Digitalisierung der Schulen künftig zusammenarbeiten, Erfahrungen und Ressourcen bündeln und Synergien nutzen, damit sich nicht jede Kommune eigens in sämtliche Details des Ausstattungsprozesses einarbeiten muss. Der Landkreis selbst habe für seine weiterführenden Schulen bereits vor zehn Jahren eine zentrale Struktur aufgebaut, lobte Ulrich Bode (FDP), IT-Referent des Kreistags. Deshalb habe die Kreisverwaltung auch die vor kurzem aufgetauchte Sicherheitslücke Log4Shell "für alle Schulen in zweieinhalb Stunden zentral regeln können". Diese Struktur, auf die der Landkreis zurückgreifen könne, ist laut Bode "ein Erfolgsmodell mit Synergieeffekten und Kostenreduktion".

Nun will man die Kommunen mit ins Boot holen. Der Anstoß kam von den beiden IT-Fachleuten Guido Grotz und Thomas Geiger, die in den vergangenen Jahren auch als Väter die Defizite in der Digitalisierung verfolgten und nun die Kommunen beraten, wie diese die digitale Bildung voranbringen können. Digitalisierung im Schulwesen bedeutet neben der Bereitstellung und Wartung der nötigen IT-Infrastruktur auch, gleichzeitig moderne Arbeitsweisen in Unterricht und Verwaltung zu implementieren, neue digitale Tools sinnvoll einzusetzen, Medienkompetenz zu vermitteln und die Lehrkräfte entsprechend dafür zu befähigen. Das neue Kompetenzzentrum als Ansprechpartner soll dabei Beratung und Unterstützung bieten. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, in die auch das Schulamt Fürstenfeldbruck eingebunden ist, ist bereits entstanden. Teile der Kreistagsfraktionen von Grünen und SPD blieben dennoch skeptisch. So verwahrte sich Norbert Seidl (SPD) gegen den Eindruck, die Schulen im Landkreis befänden sich noch in der Steinzeit.

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