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Deutsche Post:Unterstützung fürs Briefzentrum

Wirtschaftsverband reagiert auf Kritik von ÖDP-Stadträtin

Von Andreas Ostermeier, Germering

Der Wirtschaftsverband Germering diskutiert weiter öffentlich über das Für und Wider einer Ansiedelung eines Briefverteilzentrums. Buchhändlerin Katrin Schmidt und Jürgen Andre, Geschäftsführer einer Elektrotechnikfirma, die Vorsitzenden der Vereinigung, widersprechen in einer Mitteilung an die Presse der ÖDP-Stadträtin Tanja Pfisterer. Die Lokalpolitikerin ist als Inhaberin einer Praxis für Physiotherapie ebenfalls Mitglied des Verbandes der Geschäftsleute und Gegnerin der Pläne der Deutschen Post. Diese habe, so Pfisterer, sich in Alling erkundigt, ob dort ein Wohnheim für Arbeitskräfte aus Osteuropa gebaut werden könne. Ein solches Wohnheim, würde es denn gebaut, sei aber nicht für Mitarbeiter des Briefzentrums gedacht, betonen Andre und CSU-Stadträtin Schmidt und verweisen auf Informationen von der Post. Demnach sollen dort Arbeitskräfte für die Paketzustellung untergebracht werden. Im Briefzentrum jedoch wolle die Post ausschließlich lokale Arbeitskräfte beschäftigen. Viele dieser Arbeitskräfte könnten bald aus Germering und der Umgebung kommen, denn nicht alle Mitarbeiter des Briefzentrums München seien bereit, künftig nach Germering zu fahren. Zudem würden pro Jahr etwa 20 Prozent der Arbeitsplätze frei, heißt es in der Pressemitteilung. Auf dieses Angebot an Arbeitsplätzen soll Germering nach Aussage von Andre und Schmidt nicht verzichten, allein schon deshalb, weil die Zahl der Arbeitslosen in Germering bedingt durch die Folgen der Corona-Pandemie stark gestiegen sei.

Auch Pfisterers Argument, die von der Post zugesagte Errichtung einer Kindertagesstätte bringe nicht viel, weil es an Erzieherinnen und Erziehern fehle, lässt der Vorstand des Wirtschaftsverbands nicht gelten. Die Antwort auf den Mangel an Pädagogen könne nicht lauten, auf den Bau von Kindergärten und Krippen zu verzichten. Zudem werde bereits einiges versucht, den Beruf attraktiver zu machen, beispielsweise durch eine bessere Bezahlung. Auch Zweifel daran, dass künftig noch genug Briefe transportiert werden, begegnen Andre und Schmidt. Gerade durch die Beschränkungen in der Corona-Krise habe die Zustellung von kleinformatigen Sendungen stark zugenommen.

In der Planung des Post-Gebäudes sieht der Verband viele Anregungen umgesetzt, die die Auswirkung der Flächenversiegelung reduzieren. So gebe es eine intensive Begrünung von Dach und Fassaden, eine große Solaranlage und eine sehr effektive Gebäudetechnik, führen die beiden Vorsitzenden an.

© SZ vom 13.07.2020

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