KreisversammlungDie CSU möchte mehr Bürgermeister aus ihren Reihen

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Die Vorsitzende und ihre Getreuen: Katrin Staffler (am Rednerpult) in der voll besetzten Friesenhalle in Eichenau.
Die Vorsitzende und ihre Getreuen: Katrin Staffler (am Rednerpult) in der voll besetzten Friesenhalle in Eichenau. (Foto: Jana Islinger)

Katrin Staffler bleibt Kreisvorsitzende der CSU und bekommt ein Fünfer-Team an Stellvertretern. Für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr gibt sie erste Ziele vor.

Von Heike A. Batzer, Eichenau

Im Grunde ist es nur Formsache gewesen. Die Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler führt für weitere zwei Jahre die Kreis-CSU an. Seit sechs Jahren tut sie das schon. Sie war bei der Kreisvertreterversammlung in der Eichenauer Friesenhalle die einzige Kandidatin und wurde mit deutlicher Mehrheit von ihrer Partei wiedergewählt.

Den Kreisvorsitz übernehmen stets jene in der CSU, die auch auf anderen Positionen das Sagen haben. Zu Stafflers Vorgängerinnen und Vorgängern zählen die damalige Bundestagsabgeordnete und ehemalige Ministerin Gerda Hasselfeldt, der ehemalige Minister Reinhold Bocklet und der amtierende Landrat Thomas Karmasin. Bocklet, 82 Jahre alter Grandseigneur der Kreis-CSU, ist auch an diesem Abend in Eichenau anwesend - seine 45. Kreisversammlung dürfte das gewesen sein, so erzählt er - und bewirbt die Kandidatin. Der Kreisverband sei „in so guter Verfassung“, dass sich das bis zum Ministerpräsidenten herumgesprochen habe, betont Bocklet. Katrin Staffler gebe dem Kreisverband ein Klima des Zusammenhalts.  Die Mitglieder würden zusammen mit ihr „an einem Strang ziehen“, sagt Bocklet und erinnert daran, dass es im Fürstenfeldbrucker Kreisverband „auch andere Zeiten gab“. Noch nie habe er den Wahlausschuss für ein Mitglied der Bundesregierung angeführt, ergänzt Landrat Thomas Karmasin: Katrin Staffler ist die neue Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung.

Die wiedergewählte CSU-Kreisvorsitzende Katrin Staffler (von links) zusammen mit einem ihrer Stellvertreter, Benjamin Miskowitsch, Bezirksrätin Gabi Off-Nesselhauf, dem ehemaligen Minister Reinhold Bocklet und Landrat Thomas Karmasin.
Die wiedergewählte CSU-Kreisvorsitzende Katrin Staffler (von links) zusammen mit einem ihrer Stellvertreter, Benjamin Miskowitsch, Bezirksrätin Gabi Off-Nesselhauf, dem ehemaligen Minister Reinhold Bocklet und Landrat Thomas Karmasin. (Foto: Jana Islinger)

Vor wenigen Monaten gewann die 43-Jährige zum dritten Mal das Direktmandat als Bundestagsabgeordnete in ihren Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau. Seit 2017 sitzt die studierte Biochemikerin, die mit dem Türkenfelder Bürgermeister Emanuel Staffler verheiratet ist und einen dreijährigen Sohn hat, im Bundestag. An diesem Abend im vollen Saal in Eichenau blickt sie zurück auf die vergangenen beiden Jahre an der parteipolitischen Basis im Landkreis, in denen ständig Wahlkampf gewesen sei - für Landtags-, Europa- und Bundestagswahl -, mit „stetig besser gewordenen Ergebnissen“ für die CSU.

„In großer Ruhe und Besonnenheit“ habe man gute Wahlkämpfe gemacht, resümiert Staffler. Dies sei auch „ein Stück weit eine Mannschaftsleistung“ gewesen. Wahlkämpfe zu organisieren, nennt sie eine „durchaus arbeitsintensive Angelegenheit“. Staffler verweist auf gleich zwei Großveranstaltungen, die die CSU im Wahlkreis jüngst gestemmt habe: mit Ministerpräsident Markus Söder in Fürstenfeldbruck und mit dem damaligen Kandidaten und jetzigen Kanzler Friedrich Merz in Dachau. Sie sagt das mit ausreichend Stolz in der Stimme, aber nicht ohne Geschäftsführerin Petra Schumann zu danken, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Für Schumann gibt es dann kräftigen Beifall.

„So kann's weitergehen!“, sagt Katrin Staffler über den Start der neuen Bundesregierung

Dann kommt sie auf kurz auf die Bundespolitik zu sprechen. Der Politikwechsel, den die Union versprochen habe, wirke bereits. Sie nennt die Grenzkontrollen  (Applaus aus dem Auditorium), nun stünde der auszusetzende Familiennachzug auf der Agenda (erneut Applaus). All das würde „eng eingebettet in Abstimmung mit den europäischen Partnern“. „So kann's weitergehen!“, findet Staffler.

Die vorherige Regierung streift Staffler nur noch am Rande: Es sei alles nicht einfach gewesen, auch weil die Stimmung in der Politik schwierig gewesen sei wegen der Ampel, „die nicht geliefert hat“. Auch Bocklet hat noch einen Satz für die Ampel übrig: Sie sei „eine Prüfung gewesen für unser Land, die man sich nicht wünschen würde unter normalen Umständen“.

Bei den im kommenden Frühjahr anstehenden Kommunalwahlen will die CSU nach Worten ihrer Vorsitzenden die Ergebnisse weiter steigern und „mehr Bürgermeister stellen als aktuell“, als da sind: Hans Seidl aus Maisach, Stefan Joachimsthaler aus Alling, Stefan Floerecke aus Emmering, Erwin Fraunhofer aus Jesenwang, Emanuel Staffler aus Türkenfeld und Andreas Haas aus Germering. Hinzu gekommen ist zwischenzeitlich in Moorenweis Christoph Gasteiger, der in Joseph Schäffler allerdings ebenfalls einen CSU-Mann abgelöst hat. Auch Thomas Karmasin will nach dann 30-jährigem Wirken als Landrat noch einmal für sechs Jahre kandidieren, am 18. Juli soll er von der Partei nominiert werden.

Katrin Staffler wird später mit 139 von 144 gültigen Stimmen wiedergewählt, das sind „96,5 Prozent“, wie Wahlleiter Karmasin verkündet, als er der Vorsitzenden einen Blumenstrauß überreicht. Die Zahl der Stellvertreter wird von vier auf fünf erhöht: Weiter dazu gehören der Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch aus Mammendorf und die Eichenauer Gemeinderätin Celine Lauer, neu dabei sind der ehemalige Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer aus Fürstenfeldbruck, Stadträtin Eva Kuchler aus Germering und Simone Drexl aus Moorenweis. Wer genau aufgepasst hat wie etwa Landrat Karmasin, hat festgestellt, dass der Kreisvorstand mit Vorsitzender und Stellvertretern „zu zwei Dritteln weiblich ist“. Die besten Wahlergebnisse, nämlich hundertprozentige Zustimmung, gibt es für Schatzmeister Ralf Biniek und den Digitalbeauftragten Florian Dellinger. Schriftführerin bleibt Ulrike Breitkopf.

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