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Covid-19:Erster Corona-Todesfall im Landkreis

Vorbereitet und ausgerüstet für Covid-19-Patienten: das Klinikum Fürstenfeldbruck

(Foto: Carmen Voxbrunner)

90 Jahre alter Patient aus dem Landkreis Dachau erliegt im Klinikum Fürstenfeldbruck den Folgen der Viruserkrankung. Derweil steigt die Zahl der Infizierten auf mehr als 200 an

Im Klinikum Fürstenfeldbruck ist am Mittwoch ein Patient an den Folgen des Coronavirus gestorben. Laut Landratsamt handelt es sich dabei um einen 90 Jahre alten Mann, der eine schwere Vorerkrankung hatte. Der Mann hatte seinen Wohnsitz im Landkreis Dachau, wurde allerdings elf Tage lang im Klinikum Fürstenfeldbruck behandelt. Weitere Details zu dem verstorbenen Patienten und seiner Vorerkrankung können laut Sprecherin des Landratsamtes Ines Roellecke nicht bekannt gegeben werden.

Mittlerweile haben sich über 200 Personen aus dem Landkreis mit dem Coronavirus infiziert. Roellecke spricht in diesem Zusammenhang von einem "exponentiellen Wachstum", da die Zahl von Dienstag auf Mittwoch wieder stärker angestiegen sei, als in den Tagen zuvor. Zum Vergleich: Am Montag lag die Zahl der Corona-Infizierten noch bei 133, am Dienstag bei 153, am Mittwoch allerdings schon bei mehr als 200 Infizierten. "Wir erkennen an den Zahlen, dass es sich bisher um ein lineares Wachstum handelte, das jetzt aber wieder exponentiell ist", sagt Roellecke. Die Ursachen dafür seien nicht bekannt. Acht der Infizierten werden im Moment stationär in der Kreisklinik behandelt. Am Dienstag waren es noch sechs.

Aufgrund des ersten Corona-Todesfalles im Landkreis weist das Landratsamt daraufhin, dass Bestattungen ebenfalls unter die bundesweite Allgemeinverfügung fallen und demnach "grundsätzlich verboten" seien. Im Einzelfall können laut Roellecke aber Ausnahmegenehmigungen beim Landratsamt beantragt werden. Das sei dann der Fall, wenn eine Bestattung aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar sei. Dafür müssten konkrete Bedingungen eingehalten werden. So darf die Bestattung nur vom "engsten Kreis" des Verstorbenen besucht werden und die Zahl von 15 nicht überschreiten. Die Teilnahme von Personen, welche selbst Symptome aufweisen, ist nach den Richtlinien des Gesundheitsministeriums nicht gestattet. Um das Ansteckungsrisiko für die Trauernden, aber auch für die Mitarbeiter der Bestattungsinstitute möglichst gering zu halten, sollte zudem ein Abstand von mindestens 1,50 Meter zwischen den Gästen gewahrt werden. Bestattungstermine würden zudem nicht mehr öffentlich gemacht.

Seit acht Tagen gibt es eine neue Teststation im Landkreis, auch "Drive-Through-Stelle" genannt. An dieser wurden bisher ungefähr 400 Personen getestet. Die "Drive-Through-Stelle" wurde errichtet, "um Kapazitätsengpässe zu umgehen und ist somit eine Extra-Leistung des Landratsamtes", wie Roellecke betont. Für die Teststation sei ein externer Dienstleister und ein eigenes Ärzteteam beauftragt worden. Die Tests werden erst nach erteilter Erlaubnis durch das Landratsamt vorgenommen. Wer ein negatives Ergebnis habe, werde einfach angerufen, ist es positiv, setzt sich der jeweilige Arzt mit dem Betroffenen in Verbindung.

© SZ vom 26.03.2020
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