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Coronavirus:Bereits mehr als 600 Proben

Teststation kostet den Landkreis 100 000 Euro

Abstand Hinweis-Schild der Stadt Germering

Hinweisschilder überall: Auch in Germering bittet die Stadt Fußgänger um Abstand.

(Foto: matthiasdoering.com)

In dem vom Landratsamt eingerichteten "Drive through" sind bis Freitagnachmittag 631 Personen auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus getestet worden. 57 dieser Tests fielen laut Kreisbehörde positiv aus. Die Zahl könnte noch etwas höher liegen, denn noch seien nicht alle Tests ausgewertet worden, sagte Simon Bausewein vom Landratsamt am Freitag. Tags zuvor wurden die Mitglieder des Kreisausschusses von Landrat Thomas Karmasin (CSU) über die Einrichtung der Teststation informiert. Der Betrieb der Station wird voraussichtlich 100 000 Euro kosten. Diese Summe soll in den Etat für das laufende Jahr zusätzlich eingestellt werden. Mit dem Geld werden unter anderem Laborrechnungen, Hygienevorkehrungen und Schutzanzüge für Ärzte und Helfer bezahlt. Karmasin sagte, die Einrichtung einer Station zum Test auf Ansteckungen mit dem Coronavirus habe keinen Aufschub geduldet. Deshalb hat der Landrat sie angeordnet. Die Station ist bereits seit 17. März in Betrieb.

Pro Tag arbeiten in der Drive-through-Station ein Arzt und drei Helfer. Sie nehmen die Proben von den Personen, die mit dem Auto vorfahren. Die Proben bestehen aus Abstrichen der Rachen- und Nasenschleimhaut. Zu einem Test kann allerdings nur vorfahren, wer sich beim Gesundheitsamt angemeldet hat. Dafür hat die Kreisbehörde die Telefonnummer 08141/519-7007 eingerichtet. Das Amt entscheidet über eine Teilnahme. Abhängig ist diese von den Krankheitssymptomen, die ein Anrufer nennt. Eine Infektion mit dem Coronavirus zeigt sich häufig durch Fieber und trockenen Husten. Auch wird nachgefragt, ob in den vergangenen 14 Tagen ein Kontakt zu einer infizierten Person vorlag oder es einen Aufenthalt in einem Risikogebiet gegeben hat.

Wer zu einem Test zugelassen wird, erfährt auch den Ort, an dem die Proben genommen werden. Man wolle ansonsten nicht weiter publik machen, wo die Drive-through-Station zu finden ist, hieß es aus dem Landratsamt, denn dort sollten nur Besucher erscheinen, die auch einen Termin haben. Alles andere beeinträchtige die Arbeit. Bausewein begründet die Haltung des Landratsamts damit, dass Test-Stationen anderswo wieder geschlossen werden mussten, weil es Tumulte gegeben habe. Ein solches Szenario möchte die Kreisbehörde vermeiden.

© SZ vom 30.03.2020 / ano

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