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Corona im Landkreis:Lange Schlangen vor dem Testzentrum

Erst einmal anstehen: Weil viele einen Corona-Test machen möchten, müssen sich Probanden am Hardtanger in Geduld üben.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Angesichts der steigenden Infektionen im Landkreis suchen viele Menschen Klarheit über den eigenen Gesundheitszustand

Von Selina Deger, Fürstenfeldbruck

Eine lange Menschenschlange sammelt sich vor dem Corona-Testzentrum in der Hasenheide in Fürstenfeldbruck. Sie möchten sich alle auf das Corona-Virus testen lassen. Die Sieben-Tage-Inzidenzzahl pro 100 000 Einwohner lag im Landkreis am Dienstag bei 65,45. Eigentlich sollte sie den Wert 50 nicht übersteigen, da sonst weitere Einschränkungen getroffen werden müssen. Die steigenden Zahlen bekommt auch das Testzentrum zu spüren. "Seit Beginn der freiwilligen Testungen steigt die Zahl der Testungen kontinuierlich an", heißt es vom Landratsamt. Und auch angesichts der steigenden Corona-Fälle würden sich mehr Menschen testen lassen wollen.

Am Dienstag, 1. September, öffnete die Station. Seitdem ist sie gut besucht. Allein an diesem Montag kamen mehr als 1 200 Menschen ins Testzentrum. Dienstags und mittwochs seien die Besucherzahlen in der Regel etwas geringer, als an den anderen Wochentagen. In der Woche von Montag, 5., bis Samstag, 10. Oktober, kamen täglich im Durchschnitt 750 Probanden, um einen Rachenabstrich machen zu lassen. Dementsprechend muss auch das Personal vor Ort einiges leisten. Derzeit nehme ein Team von insgesamt sechs Mitarbeitern an zwei Erfassungsterminals und in zwei Abstrichräumen sowie ein Arzt die gesamte Probeentnahme vor. Drei Angestellte des Sicherheitsdienstes seien für die Koordination des Wartebereichs zuständig, heißt es vom Landratsamt.

Der 35-jährige Moritz Glaser ist einer der Probanden. Er möchte sich testen lassen. "Ich finde die steigende Inzidenzzahl beunruhigend", sagt er 35-Jährige. Einer der Gründe, warum die Zahlen steigen sei aber, dass sich immer mehr Menschen testen lassen, so Glaser.

Um einen Test machen zu können, müssen sich die Wartenden vorher registrieren. Auf einem Plakat am Eingang ist ein QR-Code gedruckt. Diesen sollen die Besucher mit ihrem Smartphone scannen. Anschließend können die Besucher Wohnort, Grund des Tests sowie die Kontaktdaten angeben und sich auf diese Weise für einen Test registrieren. Wer kein Smartphone besitzt, kann auch einen Papierbogen ausfüllen.

Elke Kennerknecht steht auch in der Schlange. Sie lässt sich heute testen, da ihr Mann mit jemandem Kontakt hatte, der positiv auf Corona getestet wurde. Da die 58-Jährige zur Arbeit muss, ist ein negatives Testergebnis wichtig für sie. Und auch der 51-jährige Volker Callenbach ist wegen seines Jobs hier. Er muss bald beruflich nach Ulm. Da dort das Beherbergungsverbot gilt, muss er in der Unterkunft einen negativen Corona-Test nachweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Wer sich einem Test unterziehen möchte hat die Möglichkeit das Testzentrum zu Fuß zu besuchen oder mit dem Auto aufs Gelände zu fahren. An einem kleinen weißen Häuschen erkundigt sich ein Mitarbeiter, ob Symptome vorliegen oder nicht. Wer keine der bekannten Krankheitserscheinungen aufweist, darf sich in die Schlange zu den Abstrichräumen einreihen. An der nächsten Station scannt einer der Mitarbeiter den Code auf dem Smartphone, den die Besucher des Testzentrums nach der Registrierung erhalten und überreicht den Probanden ein Stäbchen. Vor einem Baucontainer warten die Menschen, bis sie vom Fachpersonal aufgerufen werden. Der in Schutzanzug und -brille gekleidete Mann nimmt anschließend einen Abstrich aus dem Rachenraum, was nicht länger als eine halbe Minute dauert. Damit ist der Test beendet und die getesteten Probanden müssen auf das Ergebnis warten. Dieses wird ihnen laut Landratsamt innerhalb von 48 Stunden mitgeteilt.

Trotz des hohen Andrangs könne das Personal vor Ort aktuell noch für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Auf Dauer sei diese Belastung allerdings nicht zu stemmen, sagt das Landratsamt. Im Hinblick auf die kalte Jahreszeit gebe es auch schon einen Plan. Noch im Oktober soll das Testzentrum in ein geschlossenes Gebäude verlegt werden.

© SZ vom 14.10.2020

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