Gastronomie in FürstenfeldbruckSo schmeckt’s beim City-Döner

Lesezeit: 2 Min.

City-Döner an der Schöngeisinger Straße: Ein Kalbfleisch-Sandwich mit allem.
City-Döner an der Schöngeisinger Straße: Ein Kalbfleisch-Sandwich mit allem. Johannes Simon

Saftiges Fleisch, frischer Salat, selbst gemachte Soßen, geröstetes Fladenbrot – beim neuen City-Döner bekommen die Gäste gutes Fast Food.

Von Ingrid Hügenell, Fürstenfeldbruck

Zur Mittagszeit ist im City-Döner an der Schöngeisinger Straße in Fürstenfeldbruck immer viel los. Die Menschen stehen Schlange, und das nicht nur wegen der vergleichsweise günstigen Preise. Der Geflügel-Döner im Sandwich, einem Viertel Fladenbrot statt der üblichen Döner-Semmel, ist erstaunlich saftig – Hähnchen und Pute werden ja leicht trocken, wenn man sie länger brät. Die frische Gemüseauflage fällt reichlich aus und die gut abgeschmeckte Soße bindet alles zusammen. Das gilt ebenso für den Halloumi-Döner, den mit Falafel und den mit Kalbfleisch. Das Fladen-Viertel wird im Kontaktgrill schön knusprig angeröstet. Alles gibt es für einen Euro Aufpreis auch als Dürüm, also eingewickelt in einen dünnen Fladen.

Der Geflügel-Döner kostet fünf Euro, ebenso die vegetarischen Varianten mit Halloumi und Falafel. Kalbfleisch ist für sieben Euro zu haben. Was aber ist das Geheimnis hinter dem saftigen Fleisch? Den Kalbfleisch-Spieß steckt Siaband Salih Ali selbst zusammen, da gebe er etwas extra Fett dazu, erzählt er. Was genau? Da lächelt er nur. Und beim Spieß mit Hähnchen und Pute, den er aus Nürnberg bezieht, achte er auf Qualität und zahle lieber etwas mehr.

Die Variante mit Seitan, die City Döner anfangs angeboten hat, kann man leider nicht mehr probieren, obwohl sie noch auf der Karte steht. Seitan ist ein Fleischersatz aus Weizenprotein, der wegen seiner Konsistenz geschätzt wird und sich vorwiegend zum Schnetzeln eignet. Das vegane Lebensmittel stammt aus der japanischen Küche, wird inzwischen aber auch in Europa zunehmend genutzt. Seitan eignet sich ausgezeichnet zum Marinieren und für alle Gerichte mit Soße.

Salih Ali zuckt bedauernd die Schultern – für den Seitan-Döner habe die Nachfrage nicht gestimmt. Aber es gebe für Menschen, die kein Fleisch essen möchten, Falafel und Halloumi. Auch Lahmacun, die türkische Pizza-Variante, ist momentan nicht erhältlich. Insgesamt laufe es jedoch „nicht so schlecht“, sagt der 58-Jährige, der mit dem City-Döner erst in diesem Februar seinen ersten eigenen Laden eröffnet hat. Das erste Jahr sei immer schwierig. „Es ist ein Risiko, ja. Aber man muss eine gute Einrichtung haben und frische Sachen.“

Die Einrichtung ist imbisstypisch einfach, aber bequem, man sitzt auf gepolsterten Bänken und Stühlen. Vor dem Laden gibt es einige kleine Tische mit Sitzplätzen. Bunt gemischt ist die Kundschaft, ältere und jüngere, mit und ohne Migrationshintergrund. „Bei uns essen Leute aus aller Welt“, sagt Salih Ali.

Siaband Salih Ali (links), der Besitzer des City-Döner an der Schöngeisinger Straße, mit seinem Mitarbeiter Mohammed.
Siaband Salih Ali (links), der Besitzer des City-Döner an der Schöngeisinger Straße, mit seinem Mitarbeiter Mohammed. Johannes Simon

Als irakischer Kurde kam Salih Ali vor fast 31 Jahren nach Deutschland – am 16. August 1994, er nennt das genaue Datum. Inzwischen hat er die deutsche Staatsbürgerschaft erworben, zwei seiner sieben Kinder sind hier geboren. „Alle Kinder sind in Deutschland. Alle haben eine Ausbildung abgeschlossen und arbeiten“, sagt er stolz.

Im Irak war Salih Ali Taxifahrer. Vor allem aber war er Soldat im Krieg gegen Iran, später gegen Kuwait, geriet in US-Gefangenschaft. Als er dann zurück in seine Heimatstadt Dohuk in der autonomen Region Kurdistan im Norden Iraks kam, „hatte ich alles verloren“. Also kam er mit seiner Familie nach Deutschland und fand Arbeit in der Gastronomie – bei McDonalds, in einer Pizzeria, einer Bäckerei, auch in einem Hotel. Dort habe er gelernt, wie wichtig es ist, sauber zu arbeiten. Etwas, das er jetzt in seinem Imbiss mit seinen beiden Angestellten umsetzt.

Auf Frische legt der Inhaber großen Wert. Soßen und Salate mache er selbst, alle drei Tage werde das Öl für die Pommes frites gewechselt. Lieber werfe er etwas weg, als Angewelktes zu verkaufen. „Es muss immer alles frisch sein“, bekräftigt er. „Ich verkaufe nur, was ich auch selbst esse. Ich probiere alles.“

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