Der neue Bürgermeister der Gemeinde Moorenweis heißt Christoph Gasteiger. Bei den vorgezogenen Wahlen am Sonntag konnte sich der CSU-Kandidat mit deutlicher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gegen Monika Trauner vom Wählerverein Gemeinschaft durchsetzen. Für Gasteiger, der in allen Wahlbezirken gewann, stimmten von 2213 Urnengängern insgesamt 1560 (71,3 Prozent), für Trauner waren es 627 (28,7 Prozent), 26 Wahlzettel waren ungültig. „Mit einer so klaren Entscheidung habe ich nicht gerechnet, das Ergebnis übersteigt meine Erwartungen bei Weitem“ freute sich der Wahlsieger, ich habe wohl überzeugt“. Dankbar sei er dennoch für das „klare Ergebnis“, damit habe er einen großen Vertrauensvorschuss dafür bekommen, dass er die wichtigen Problemstellungen wie KiTa-Bau, Kläranlagenzusammenschluss oder Erschließung des Gewerbegebietes gut lösen zu können.

Als Gasteiger ins Rathaus kam, stand das Ergebnis schon fest und es öffnete sich ihm ein Glückwunschreigen. Zu den ersten Gratulanten gehörte Gegenkandidatin Trauner, die offen zugab, enttäuscht zu sein, auch vom hohen Abstand ihrer Stimmenzahl zum Sieger. „Ich hatte mir natürlich ein anderes Ergebnis gewünscht. Wenn ich und die Mitglieder der Gemeinschaft nicht die Hoffnung gehabt hätten, die Wahl gewinnen zu können, wäre ich gar nicht angetreten“ sagte die Lehrerin und bedankte sich bei ihrem Team für ihre aufopferungsvolle Unterstützung im Wahlkampf. Etwas Positives habe der Wahlkampf gebracht, sagte Trauner, in allen Ortsteilen habe sie viel Zuspruch bekommen und sie habe den von ihr geleiteten noch jungen Verein Gemeinschaft bekannt machen können, „bald stehen Kommunalwahlen an“.

Erfreut darüber, ihren Parteifreund Gasteiger erwartungsgemäß beglückwünschen zu können, hatten sich auch die Abgeordneten Katrin Staffler (Bund), Benjamin Miskowitsch (Land), Landrat Thomas Karmasin sowie Kreis- und Gemeinderäte eingefunden. Im Flur, in dem Wahlleiter Markus Dempf über einen Bildschirm die Auszählungsergebnisse anzeigen ließ, herrschte allgemein gute Stimmung unter den rund 30 Wartenden. Als das Ergebnis der Auszählung der ersten sechs Wahlbezirke bekannt gegeben und erkennbar wurde, dass Gasteiger siegen werde, wurde es in den Reihen der Gemeinschaft ruhiger.
Gasteiger hat eine um etwa ein Jahr längere Amtszeit als üblich vor sich, denn er wird in der restlichen Zeit der laufenden Legislaturperiode und auch in der darauffolgenden das höchste kommunale Amt der Gemeinde ausüben. Bei der Kommunalwahl im März 2026 wird in Moorenweis lediglich der Gemeinderat neu gewählt.

„Bevor ich hierhergefahren bin, habe ich meinen Arbeitgeber noch schnell darüber informiert, dass ich vereinbarungsgemäß meine Freistellung in Anspruch nehmen werde“, so der 47 Jahre alte Wahlgewinner. Sein Amt als Kreisbrandrat wird Gasteiger nicht aufgeben. Der neue Rathauschef wird umgehend mit der Arbeit beginnen, damit die etwa 13-monatige Vertretungszeit für Amtsvorgänger Joseph Schäffler zu Ende geht.
Schäffler (CSU) hatte seit Dezember 2023 aus gesundheitlichen Gründen das Amt nicht mehr ausüben können und war vom Zweiten Bürgermeister Rudi Keckeis (Bürgervereinigung) und Gasteiger als Drittem Bürgermeister vertreten worden. Ob der Gemeinderat nun als Ersatz für den Wahlgewinner einen neuen Dritten Bürgermeister wählen wird, sei offen. Auch Schäffler war zum Gratulieren ins Rathaus gekommen, erfreut darüber, dass sein Nachfolger aus der gemeinsamen Partei kommt.
Die Beteiligung an der Abstimmung lag mit 2213 von 3336 (66,3 Prozent) unter der von zurückliegenden Wahlen. „Grund dafür könnte sein, dass sich viele Bürger sicher waren, dass die Wahl ohnehin eine klare Sache für Gasteiger ist“, meinte dazu einer der 72 Wahlhelfer. 723 Bürger, etwa ein Drittel der Wähler, machten von der Briefwahl Gebrauch. Beide Kandidaten leben im Hauptort Moorenweis. Verhältnismäßig die meisten Stimmen bekam Gasteiger in den Wahlbezirken Grunertshofen, Purk, Dünzelbach und Steinbach. Dort stimmten zwischen zwei Drittel bis drei Viertel für ihn. Im Hauptort Moorenweis konnte er etwa doppelt so viele Stimmen auf sich vereinigen als Trauner. In Eismerszell lag das Verhältnis der Stimmen mit 43 für Gasteiger und 31 für Trauner am nächsten beieinander, in Steinbach war der Abstand mit 84 für den Sieger und 14 für Trauner am größten.

