Christkindlmärkte im Landkreis Fürstenfeldbruck:Frohe Botschaft für die Vorweihnachtszeit

Christkindlmarkt Fürstenfeld

Der Fürstenfelder Weihnachtsmarkt hat sich einen Namen gemacht für Handwerkskunst und stimmungsvolles Ambiente. Nun übernimmt das Veranstaltungsforum die Organisation - die Qualität soll aufrechterhalten bleiben.

(Foto: Günther Reger)

Da die Veranstaltungen in der Regel im Freien stattfinden, verzichtet die Staatsregierung weitgehend auf Auflagen. Im Landkreis wird das begrüßt. Am Kloster ist der Besuch in diesem Jahr sogar kostenlos

Von Ariane Lindenbach, Fürstenfeldbruck

Man mag es kaum glauben nach all den Einschränkungen und Verboten, doch so wie es aktuell aussieht, können die Weihnachts- und Christkindlmärkte in diesem Jahr fast so gefeiert werden wie vor der Pandemie. Weil die Veranstaltungen im Freien stattfinden - und viele Veranstalter auf die aktuelle Situation mit räumlicher Entzerrung reagieren - sind Maskenpflicht und Einlasskontrollen nicht notwendig, sofern Abstand gehalten wird. Auch das Ausschankverbot von Alkohol wurde aufgehoben. Und dann hat auch noch der Veranstalter auf dem Klosterareal gewechselt: Der Markt dort wird auf das gesamte Gelände ausgeweitet und kostet keinen Eintritt mehr.

"Wir machen ihn etwas größer als er bisher war und wir machen ihn selbst", erklärt der Geschäftsführer des Veranstaltungsforums Fürstenfeld, Norbert Leinweber. In den vergangenen Jahren wurde der "Fürstenfelder Advent" von der Betreiberin des Klosterladens, Birgitta Klemenz, organisiert. Der Markt war bislang auf die Tenne und den Stadtsaalhof beschränkt, es wurde Eintritt erhoben. Darauf könne das Veranstaltungsforum verzichten, da es finanziell ganz anders aufgestellt sei, erklärt Leinweber. Der "Advent in Fürstenfeld", wie er künftig heißt, wird auf dem gesamten Areal stattfinden, von der Tenne bis zur Schmiede, auch die Klosterkirche soll mit eingebunden werden. Etwa 60 Aussteller bieten an den ersten beiden Adventswochenenden Weihnachtliches an, dazu gibt es Buden mit Glühwein und Schmankerln, Kutschfahrten über das Areal sowie die Lichtinstallation "Licht-Stille". Angesichts des aktuellen Pandemiegeschehens sowie der offiziellen Bestimmungen plant Leinweber, Stand zweite Oktoberhälfte, ohne Einlasskontrollen oder eine G-Regel; in den Innenräumen gilt Maskenpflicht.

Vom Viehmarkt- auf den Volksfestplatz verlegt wird der Christkindlmarkt der Stadt Fürstenfeldbruck. Dort ist mehr Platz, die Besucher können eher Abstand halten. Auch ein Zaun um das Gelände wäre einfach zu realisieren, ist aber nach aktuellem Stand nicht geplant. "Derzeit sind wir sehr frei, ohne Maske, ohne Einlasskontrolle", erläutert Volksfestreferent Markus Droth. Aktuell soll der Markt ohne Zaun und ohne G-Regel auskommen. Aber das Pandemiegeschehen sei nun mal nicht vorhersehbar, "am Volksfestplatz ist größtmögliche Flexibilität". Um das Geschehen weiter zu entzerren, wird die Veranstaltung voraussichtlich von Freitag, 26. November, bis Donnerstag, 23. Dezember, dauern, abends jeweils bis 22 Uhr.

Mit 3G-plus-Regel plant die Gemeinde Emmering ihren Christkindlmarkt. "Das Konzept steht bereits. Wir lassen den Platz einzäunen", an den Eingängen werde kontrolliert, erklärte Bürgermeister Stefan Floerecke unlängst im Hauptausschuss. Der Aufwand für den Markt am dritten Adventswochenende auf dem sanierten Bürgerhausvorplatz sei zwar groß, doch dann könnten sich die Besucher dort frei und unbeschwert bewegen. Mit den Vereinen will die Gemeinde noch über deren Teilnahme sprechen.

Räumlich dehnt auch die Stadt Olching ihren Weihnachtsmarkt am Nöscherplatz aus. Während dort an allen vier Adventswochenenden an gewohnter Stelle das musikalische Rahmenprogramm in die kalte Luft geschmettert wird, flankiert von Glühwein- und anderen Buden, demonstrieren im Kaiserhof nahe des S-Bahnhofes ein Kunstschmied und ein Motorsägenkünstler ihr Können. "Büdchen an beiden Standorten", werden laut Sprecherin Martina Sohn den Besucherinnen und Besuchern kulinarische und kunsthandwerkliche Spezialitäten darbieten. Ein Zaun ist derzeit nicht geplant. "Stand jetzt ist, dass es ohne Masken und auch ohne Einlasskontrollen ist", sagt Sohn.

Auch in Maisach will man "entzerren", wie Aline Schaumann erklärt, die im Rathaus die Märkte verantwortet. Geplant ist, sechs Hütten am Rathausplatz und beim Rathausgarten aufzustellen, beim Maischer Advent sind es sonst 16. Alles werde im Freien stattfinden, deshalb seien aktuell keine Einlasskontrollen oder Zäune geplant. Aussteller und Waren-Verkauf sind nicht vorgesehen. Wie viele der rund 25 Vereine mitmachen wollen, die in normalen Jahren dabei sind, ist noch offen. Die Veranstaltung findet am dritten und vierten Adventswochenende statt.

Zu den Terminen wird es auch am Volksfestplatz in Maisach vorweihnachtlich. Helga Backus organisiert dort den Weihnachtszauber, mit Kunsthandwerk, umfangreichem Kultur- und Kinderprogramm. Auf ein Zirkuszelt wird heuer verzichtet, stattdessen bieten Pagodenzelte einen überdachten Schutz im Freien. "Und jetzt ist es eben das Doppelte, statt vier Tagen sind es acht", sagt Backus. Die Veranstaltung, die etwas vom Tollwood hat, kostet Eintritt - hinein darf aber jeder. Elf Bands hat sie bereits sicher. Die Freude sei groß - bei den Organisatoren wie bei den Künstlern.

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