SZ-Serie: Cafés im Landkreis Fürstenfeldbruck:Auf einen Espresso an die Bar

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Verbinden italienische und deutsche Lebensart: Francesca Licheri und Antonio di Gorga vom Caffè Roma. (Foto: Johannes Simon)

Das kleine Caffè Roma bringt italienische Lebensart nach Fürstenfeldbruck. Schnell sind die 18 Plätze drinnen voll. Im Sommer kann man auch draußen sitzen.

Von Heike A. Batzer, Fürstenfeldbruck

Die Deutschen lieben die italienische Lebensart. Doch eine Eigenart bleibt für sie gewöhnungsbedürftig: Gleich morgens an den Tresen einer Bar zu gehen, um dort als eine Art Frühstück einen Espresso im Stehen zu trinken. Die Deutschen gehen lieber später in ein Café, bleiben aber dafür länger. Francesca Licheri und Antonio di Gorga kennen beide Lebensarten. Vor vier Jahren hat das Ehepaar das Caffè Roma in Fürstenfeldbruck eröffnet, das beides zusammenführt.

Italienisches Gedeck: Cappuccino mit Croissant (Foto: Johannes Simon)

Das Caffè Roma ist so klein wie eine italienische Bar. Damit erfüllen sich di Gorga und Licheri einen Traum. „Wie in Italien an der Bar einen Espresso trinken und schnell ein Croissant essen“, sagt di Gorga. Im Stiglmaierhaus an der Ecke der Schöngeisinger- zur Ledererstraße ist das italienische Kaffeehaus untergekommen. Vormals war dort eine Galerie, zwischenzeitlich gab es Abbruchpläne für das Gebäude. Ein Blick von draußen zeigt: Es ist schon voll drinnen. Das geht schnell, maximal 18 Gäste finden Platz.

Es riecht nach Kaffee. Klar, darum geht es zuvorderst. Es gibt ihn als Espresso, der in Italien stets „caffè“ heißt und genauso geschrieben wird wie das Caffè Roma – mit Doppel-f und dem Akzent nach unten auf dem E. Es gibt den Kaffee auch als Cappuccino mit aufgeschäumter Milch, auch als To-go-Variante. Die di Gorgas beziehen die Kaffeebohnen – wie könnte es anders sein – aus Italien, vom Hersteller Kimbo. Ganz in der Nähe der Kimbo-Rösterei in Neapel sei er geboren, erzählt Antonio di Gorga. Es handle sich um eine „Spezialbohne, die nur in der Gastronomie verwendet wird“. Im Landkreis Fürstenfeldbruck sei er der Einzige, der Kimbo-Kaffee ausschenke.

Die Bruckerinnen und Brucker haben das Caffè Roma sofort angenommen. Eröffnet wurde Anfang 2020, kurz danach kamen Corona und die Einschränkungen, mittlerweile kann man wieder eng zusammensitzen. Zentral im Raum steht die Theke, deren Angebot täglich wechselt. Es gibt kleine süße und herzhafte Spezialitäten. Für ein klassisch-kleines italienisches Frühstück bieten sich ein Espresso und ein Croissant an, das in Italien auch Cornetto oder Brioche heißt und auch gefüllt mit Aprikosenkonfitüre oder Pudding angeboten wird.

Törtchen und Torten hält die Kuchentheke bereit. (Foto: Johannes Simon)

Die Kuchen und Torten macht Francesca Licheri selbst. Vorne sperrt sie am späten Nachmittag oder frühen Abend das Tageslokal zu, im hinteren Teil des Gebäudes beginnt dann Teil zwei des Arbeitstags: die Kuchen für den nächsten Tag zu backen. Erdbeer-Schmand-Kuchen zum Beispiel, Raffaelo-Kuchen, Schoko-Crunchy-Torte, Chiffon Cake mit Pistazien, Bananen-Nutella-Kuchen oder das leckere Pistazien-Tiramisu.

Auch Kleinigkeiten für die Mittagspause werden angeboten wie Focaccia – ein Fladenbrot aus Hefe mit Belag – oder Tramezzini: kleine, zumeist in Dreiecksform geschnittene belegte Toastbrotscheiben. Mancher kommt deshalb mehrmals am Tag ins Caffè Roma. Und immer ist auch ein kleiner Plausch mit Francesca und Antonio möglich. Die Gäste sollen sich wohlfühlen.

Vor mehr als 30 Jahren ist der heute 54-Jährige als gelernter Koch nach Deutschland gekommen. Seine Frau Francesca stammt von Sardinien. Im Caffè Roma assistiert er nur, oft führt ihn der Weg mehrmals am Tag hin und her zwischen dem Roma und seinem Restaurant Brunello, das er seit 2015 im Brunnenhof an der Dachauer Straße führt. Von 2007 bis 2018 hatte er mit dem Nabucco noch ein Lokal an der Hauptstraße.

Selbstgemacht ist das Eis, zum Beispiel aus Pistazien. (Foto: Johannes Simon)

Und dann natürlich das Eis. Das macht Antonio di Gorga in seinem eigenen Eislabor selbst. „Die Deutschen lieben Eis“, ist seine Erfahrung. Täglich wird frisch produziert.

„Ein Brucker mit italienischem Herzen“ sei er, sagt Antonio di Gorga über sich. Fürstenfeldbruck nennt er „eine ruhige und schöne Stadt“. Seit zehn Jahren ist er Beisitzer im CSU-Ortsverband und versucht, auch politisch etwas für die Geschäftswelt zu bewegen. Die Anhebung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie auf Vor-Corona-Niveau geißelt er heftig, ebenso ein Zuviel an Bürokratie. Auch da versucht er zu besseren Lösungen zu kommen. Zum Beispiel Stühle und Sonnenschirme auf der kleinen Piazza vor seinem Lokal aufstellen zu dürfen, sobald die Temperaturen fürs Draußensitzen geeignet sind, und nicht erst lange auf eine Genehmigung warten zu müssen. 30 Plätze gibt es dort, und so ist sein Café bei schönem Wetter deutlich größer als eine kleine italienische Bar.

Ein Cappuccino mit aufgeschäumter Milch kostet 3,40 Euro (normal) oder 3,90 Euro (groß), 70 Cent günstiger ist er in der To-go-Variante. Ein Croissant kostet 2,50 Euro, ein Stück Kuchen oder Torte zwischen 3,50 und 4,20 Euro, die Kugel Eis zwischen 1,70 und zwei Euro. Geöffnet ist das Caffè Roma, Schöngeisinger Straße 5, in Fürstenfeldbruck im Sommer von 10 bis 20 Uhr, mittwochs ist Ruhetag.

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