SZ-Serie: Cafés im Landkreis Fürstenfeldbruck:Wie bei Oma - und doch anders

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Bestseller: Lisa Roses beliebte Zimtschnecken und die von ihr kreierten Johannisbeertaler. (Foto: Jana Islinger)

Klassische Kuchen und Croissants oder doch lieber salzige Pfannkuchen und Zimtschnecken-Porridge? Gäste im Germeringer Café Kartengarten müssen sich zwischen Altbewährtem und aktuellen Trends entscheiden.

Von Elisabeth Grossmann, Germering

Sobald ein Gast das Café betritt, steht Lisa Rose bereit. Jeder Gast wird von der 28-jährigen Inhaberin und ihren drei Mitarbeiterinnen herzlich, fast schon familiär begrüßt. Sei es einer der zahlreichen Stammgäste oder auch ein Fremder. Das Café Kartengarten in der Germeringer Bahnhofsgegend lädt die unterschiedlichsten Menschen zum Verweilen ein. Die gemütliche Stimmung, die selbst gebackenen Kuchen und hausgemachten Snacks, aber auch die Büchertausch- und Leseecke bringen etwas Ruhe in den stressigen Alltag.

Kartengarten-Betreiberin Lisa Rose. (Foto: Jana Islinger)

Die urig-schnucklige Einrichtung des Cafés überrascht, sie lässt sich von außen nicht erahnen. Mosaiktische, bunte Kissen, gemusterte Tischdecken, verschiedene Arten von Stühlen, Sofaecken und bunte Teelichter verleihen dem Raum Gemütlichkeit. Inhaberin Lisa Rose behielt den Großteil der Einrichtung bei, als sie die Lokalität vor vier Monaten von den Vorbesitzern übernahm. Die gelernte Köchin ist seit Jahren in der Gastronomie tätig und erfüllt sich mit ihrem eigenen Laden einen Traum: "Ich glaube, die ehemaligen Besitzer haben sich gedacht, wir packen einfach alles hier rein, was wir schön finden", sagt die 28-Jährige. So sei der individuelle Look des Cafés entstanden.

Das Café kennt Rose schon mehrere Jahre. Als sie gefragt wurde, ob sie es übernehmen wolle, habe sie eine gute Gelegenheit gewittert: "Ich habe den Laden praktisch auf dem Silbertablett serviert bekommen." Sie habe lediglich etwas modernere Stimmung geschaffen. Die Mischung aus Alt und Neu macht sich im Café selbst und auf der Speisekarte bemerkbar.

Viele Gäste kommen täglich in den Kartengarten. (Foto: Jana Islinger)

Viele ihrer Gäste kämen täglich, sagt Rose, so auch die vier Stammgäste, die sich an diesem verregneten Vormittag an ihrem üblichen Platz unterhalten und ihre Butterbrezen essen. "Servus Pauli", ruft die Besitzerin, als ein weiterer Stammgast den Laden betritt. Fast jeden kennt die 28-Jährige beim Vornamen. Die Kundschaft wandle sich allerdings, auch durch ihre Präsenz in den sozialen Medien. Dass immer mehr junge Menschen kommen, freut Rose sehr.

Eine Änderung fand mit dem Besitzerwechsel dennoch statt: Der Name des Cafés lautet nicht mehr "SW Kartenservice und Kulturcafé". Rose taufte es um in Café Kartengarten. Eine der Haupteinnahmequellen war einst der Verkauf von Konzert- und Theatertickets. Aufgrund des Onlinegeschäfts ist der Verkauf heute allerdings nur noch ein kleiner Nebenverdienst, den Großteil des Umsatzes macht Rose mit dem Café.

In einem Bereich des Cafés können Bücher getauscht werden. (Foto: Jana Islinger)

Die Lese- und Bücherecke macht das Lokal in Roses Augen zu etwas Besonderem. Die Inhaberin liest für ihre Leben gerne und ist der Meinung, der Sinn eines Buches sei es, benutzt zu werden und nicht im Regal einzustauben. Deswegen wollte sie einen Büchertausch in ihr Café integrieren. Altem eine neue Chance geben und Neues für sich entdecken: Das sei der Sinn der Leseecke. Die Gäste des Cafés können Bücher mitnehmen, hinbringen oder vor Ort lesen und sich dabei mit Kaffee und Kuchen versorgen lassen.

Mitarbeiterinnen im Kartengarten bereiten Kaffee zu. (Foto: Jana Islinger)

"Meine Mitarbeiterin Marie und ich backen alles selbst", sagt Rose stolz. Kaffee und Kuchen seinen die Verkaufsschlager. Die Besitzerin setzt auf eine Kombination von "dem, was man von Oma kennt" und aktuellen Trends. Sie möge es gerne klassisch, lasse sich aber auch gerne von Neuheiten inspirieren. "Ich habe ein paar All-Time-Favoriten, die ich immer wieder backe, zum Beispiel die Zimtschnecke." Den Rest gestalte sie von Woche zu Woche nach Lust und Laune und vor allem nach Saison und Angebot. "Eine Mischung eben. Da ist normalerweise für jeden was dabei", sagt die Besitzerin.

Veganer Zimtschnecken-Porridge mit Beeren und Granola (Foto: Jana Islinger)
Grilled Vegetable Sandwich mit Pesto und Käse (Foto: Jana Islinger)

Eine typische Mittagskarte hat das Café nicht. Die 28-Jährige setzt auf Snacks wie Bagels, Sandwiches oder Brezen. Aus süßen Speisen zaubert sie salzige Kreationen: Pfannkuchen serviert sie mit Käse und Schinken, Croissants mit Spiegelei und Gemüse. Eine Wochenkarte zeigt, was es außerhalb der regulären Speisekarte im Angebot gibt, etwa Zimtschnecken-Porridge oder Strammen Max. Lisa Rose schafft es, etwas Gesundes wie einen Haferbrei schmecken zu lassen wie eine Süßspeise. Und das ganz einfach mit natürlichen Zutaten. Frühstücksgerichte gibt es den ganzen Tag. Auch mittags bestellen Rose zufolge noch einige Gäste Eierspeisen, Pfannkuchen, Müsli oder Frühstückskombinationen. Auf Vegetarier, Veganer oder glutenintolerante Gäste geht sie gesondert ein. Man muss lediglich nachfragen, was es gerade für Optionen gibt.

Eine Tasse Cappuccino gibt es für 3,50 Euro (klein) oder 3,90 Euro (groß). Für Milchalternativen wird kein Aufpreis berechnet. Das Croissant mit Butter und Marmelade kostet 4,10 Euro, ein Stück Kuchen 3,70 Euro und ein Stück Torte 3,90 Euro. Geöffnet ist von Montag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr, Sonntag ist Ruhetag. Reservierungen unter Telefon 089/894 90 15. Das Café befindet sich an der Landsberger Straße 43 in Germering.

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