SZ-Serie: Cafés im Landkreis Fürstenfeldbruck:Pesto, Pancakes, Parmaschinken

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Frühstücksvariationen auf mehreren Etagen gibt es im Café Flori. (Foto: Florian Haamann)

Im Flori in Eichenau gibt es alles, was das Frühstücksherz begehrt. Es etabliert sich gerade auch als Nachmittagscafé.

Von Elisabeth Grossmann, Eichenau

Pancakes mit Obstpüree und Müsli mit Kürbiskernen oder mit Lachs und Meerrettich? Bircher- oder Quinoamüsli? Weißwurst oder vegane Variation? Diese Entscheidungen müssen Gäste des Restaurants Flori treffen, wenn sie zum Brunchen in das Café am Eichenauer Marktplatz kommen. Sowohl Frühstück als auch Mittag- und Abendessen vereinen pflanzliche Trends für Veganer und Vegetarier mit Klassikern für Fleischliebhaber. „Wir wollen alle Leute zusammenbringen“, sagt Inhaber Thomas Ramsauer. In veganen Restaurants finde der Fleischliebhaber meistens nichts finden, das ihm schmecke. Umgekehrt seien die einzigen vegetarischen Varianten in fleischlastigen Restaurants Beilagensalat oder Käsespätzle. Der oft gehörte Satz „Hier findet jeder was“ trifft auf die wenigsten Restaurants zu. Das Café und Restaurant Flori in Eichenau hat diese Beschreibung allerdings tatsächlich verdient.

In diesem Gebäude im Eichenauer Zentrum befindet sich das Café Flori. (Foto: Florian Haamann)
Mitarbeiterin Madita Harde hinter der Bar. (Foto: Florian Haamann)

Seit 2016 gibt es das Restaurant. Thomas Breitenfellner schuf mit der Eröffnung eine Ausnahme unter den Eichenauer Gastronomiebetrieben, die sich sowohl optisch als auch kulinarisch von den umliegenden abhob. Schnell wurde das Flori zum Place-to-be der Eichenauer. Der nun ehemalige Inhaber Breitenfellner übergab das Restaurant im Mai vergangenen Jahres an einen Bekannten aus der Gastronomiebranche: Thomas Ramsauer. Er führt in Dachau auch die Gastro in der Kulturschranne.

„Die Konzepte meiner beiden Läden ähneln sich sehr“, sagt er. Nach der Übergabe führten die Geschäftsleute Breitenfellner und Ramsauer das Flori einige Monate gemeinsam. Der neue Inhaber behielt die Einrichtung bei, stellte jedoch die Speisekarte ein wenig um, nahm zum Beispiel mehr vegane Optionen und Bowls auf. Im November übernahm der 46-Jährige dann die alleinige Führung.

Im Café Flori lässt es sich gut aushalten. (Foto: Florian Haamann)

Einrichtung und Angebot beider Restaurants ähneln sich. „Dachau ist in Sachen vegan und vegetarisch noch einen Schritt weiter“, sagt Ramsauer. Das erkenne man an der Speisekarte, die deutlich mehr vegane Optionen enthalte. Die eingesessenen Eichenauer habe man anfangs „von uns überzeugen“ müssen, erinnert er sich.

Inhaber Thomas Ramsauer (links) und Serviceleiter Gabrijel Mijic (Foto: Florian Haamann)

Zum Beispiel gibt es veganes Rührei. Die Speise wird aus Hülsenfrüchten zubereitet und ist dem Hühner-Rührei in Optik, Konsistenz, Farbe und Geruch sehr ähnlich. Nur der Geschmack ist weniger intensiv. Die veganen und vegetarischen Frühstücksoptionen liefen inzwischen sogar besser, als der Inhaber es anfangs erwartete. Das vegane Rührei kann man einzeln oder in der Frühstückskombination „Theresa“ bestellen. Sechs Variationen bietet das Flori an, die Kombination „Luitpold“ läuft Ramsauer zufolge am besten. Auf einer dreistöckigen Etagere bekommen die Gäste Rührei mit Bacon, Pancakes mit Salzkaramellbutter und Obstsalat. Die vegetarische „Sophie“ und die vegane „Theresa“ sind indes ebenfalls sehr gefragt. Neu auf der Karte ist die Variation „Bella“ mit Mailänder Salami, Parmaschinken, frischem Brot mit Pesto und Burrata sowie Obstsalat.

Frisches Brot mit Pesto, Tomaten und Burrata aus dem Frühstück "Bella". (Foto: Florian Haamann)

Für alle, die es einfacher möchten, gibt es das klassische „Weißwurschtfrühstück“ mit Laugenstange und süßem Senf. Alle Wurst- und Fleischwaren bezieht Ramsauer von der Metzgerei Klobeck in Emmering. Nur die Bio-Angus-Burgerpatties kommen vom Ammersee. Die Quinoa, die Ramsauer für die Bowls und das Müsli verwendet, kommt aus Dachau. „Ich wusste nicht, dass man Quinoa hier aus Bayern kaufen kann“, sagt der 46-Jährige schmunzelnd. Er versuche auf Regionalität zu setzten, wo immer es möglich sei.

Pancake-Tower mit Heidelbeersauce, Müsli, Kürbiskernen und frischem Obst. (Foto: Florian Haamann)

So auch beim Kuchen. Der stammt von der Bäckerei Ratschiller aus Holzkirchen. Je nach Wochentag gibt es vier bis sechs zur Auswahl. „Noch wissen nicht viele, dass wir nachmittags Kaffee und Kuchen anbieten“, sagt der Inhaber. Die Eichenauer hätten das Café noch nicht als Nachmittagscafé „ auf dem Schirm“. Vor allem am Wochenende ist der Kuchen sehr gefragt. Und wer am Wochenende frühstücken möchte, sollte spätestens am Donnerstag reservieren. Für den Muttertag sei das Café bereits Wochen vorher ausgebucht gewesen. Von Montag bis Freitag sitzen die „Latte-macchiato-Mamis“, wie Ramsauer sie nennt, mit ihren Kinderwägen an den Hochtischen. Daneben ältere Ehepaare, die sich eine Frühstückskombination teilen. Auch Geschäftspartner, die schon beim Mittagessen angekommen sind, und frisch verliebte Paare, die gar keine Augen für das liebevoll angerichtete Frühstück haben, treffen sich vormittags im Flori. Ramsauers Wunsch, mit seinem Café die verschiedensten Menschen zu vereinen, scheint sich zu erfüllen.

Die Tasse Cappuccino gibt es für 3,90 (klein) oder 5,20 Euro (groß). Das Croissant mit Marmelade kostet 3,90 Euro, ein Stück Kuchen etwa fünf Euro. Speisekarte unter www.flori-eichenau.de. Geöffnet ist das Café in der Emmeringer Straße 2 in Eichenau jeden Tag von 9 bis 22 Uhr, Freitag und Samstag bis 23 Uhr. Frühzeitige Reservierung empfohlen – auf der Webseite oder unter Telefon 08141/404 12 44.

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