Bundestagswahl:Schwarze Absacker und fleißige Demokraten

Bundestagswahl: Katrin Staffler.

Katrin Staffler.

(Foto: Günther Reger)

Ein kurzer Rückblick auf die Wahlergebnisse von 2017

Von Heike A. Batzer, Fürstenfeldbruck

Vor vier Jahren schon wurde gejammert im schwarzen Land. Nur noch 38 Prozent der Zweitstimmen hatte die CSU bei der Bundestagswahl 2017 im Landkreis Fürstenfeldbruck geholt - abgerutscht um zehn Prozent. 48 Prozent waren es vier Jahre zuvor noch gewesen, aus heutiger Sicht ein Mega-Wert. Katrin Stafflers erster Einzug in den Bundestag mit Direktmandat war freilich nicht gefährdet, mit 42 Prozent der Erststimmen folgte sie auf Gerda Hasselfeldt. Hinter der CSU bewegten sich vier Verfolger auf nahezu gleichem Niveau: knapp angeführt von der SPD mit 14 Prozent, den fast gleichauf rangierenden Liberalen (12,37) und Grünen (12,13) und der AfD (knapp elf Prozent).

Absolute Mehrheiten, für die CSU lange so etwas lange wie ein Naturgesetz, waren vorbei, auch auf dem CSU-treuen Land. Es reichte zuletzt lediglich zu Spitzenwerten von gut 48 Prozent etwa in Mittelstetten und Hattenhofen. Bei den Wählern sei wohl der Eindruck entstanden, die CSU könne ihre Anliegen in Berlin nicht durchsetzen, analysierte damals Landrat Thomas Karmasin (CSU) und übte auch Kritik an Kanzlerin Angela Merkel. Sie habe die CDU "sozialdemokratisiert" und dadurch Wähler verscheucht und sei in der Flüchtlingsfrage für die Anliegen der Bevölkerung unerreichbar. Unzufriedenheit aber auch bei den Freien Wählern mit nur zweieinhalb Prozent. Dennoch werden sie in Bälde erneut bundesweit antreten, es ist der dritte Versuch.

Neben Staffler zogen 2013 auch Michael Schrodi (SPD) und erneut Beate Walter-Rosenheimer (Grüne) in den Bundestag ein. Und das, obwohl Schrodi sich am Wahlabend vor den ersten Hochrechnungen noch so geäußert hatte: "Ich mache mir keine Illusionen auf ein Mandat, schlimmstenfalls bin ich wieder erster Nachrücker". Die Linke konnte ihr Ergebnis 2017 auf etwas mehr als fünf Prozent der Zweitstimmen verbessern. Die AfD sammelte in mehreren Gemeinden im ländlichen Westen ein besseres Ergebnis als im Landkreisdurchschnitt, ihre Hochburg lag in Adelshofen mit mehr als 15 Prozent. Die fleißigsten Demokraten indes fanden sich in Alling - mit fast 90 Prozent Wahlbeteiligung.

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