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Bundestagswahl 2021:Kießling will in Berlin bleiben

Berlin, Plenarsitzung im Bundestag Deutschland, Berlin - 17.09.2020: Im Bild ist Michael Kießling (csu) während der Sit

"Nachhaltig leben und konsumieren" ist das Thema, zu dem Michael Kießling in der September-Plenarsitzung des Bundestags spricht.

(Foto: Christian Spicker/imago)

Der für Germering zuständige CSU-Bundestagsabgeordnete strebt eine zweite Wahlperiode an

Von Michael Berzl, Germering

"Wir werden in Berlin schon wahrgenommen. Schließlich ist das hier eine prosperierende Region." So schätzt der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling den Blick aus der Hauptstadt auf seinen Wahlkreis ein, zu dem die Landkreise Starnberg und Landsberg sowie die Stadt Germering gehören. Der Bundestag befinde sich bereits im "Wahlkampfmodus", sagte er, als er am Freitag in Starnberg über seine bisherige Arbeit berichtete. Das mache sich etwa in Verhandlungen mit dem Koalitionspartner SPD bemerkbar, die nun schwieriger würden.

Auch Kießling steht ein Wahlkampf bevor, denn für ihn steht fest, dass er bei der Wahl im nächsten Jahr wieder kandidieren will. "Mir macht die Arbeit Spaß", betonte er. Für die Bundestagswahl nominiert sind außerdem bei anderen Parteien die 30-jährige Juristin Carmen Wegge aus München, die für die SPD ins Rennen geht, sowie die 53-jährige Journalistin Britta Hundesrügge aus Gauting, die für die FDP kandidiert.

Der frühere Bürgermeister von Denklingen hat nun zweieinhalb Jahre als CSU-Abgeordneter in einer großen Koalition hinter sich. Im Bundestag war er anfangs im Familienausschuss und wechselte dann in den Umweltausschuss; er gehört außerdem dem Bauausschuss an. Nun stehen ihm eine Nominierungsprozedur und ein Wahlkampf unter erschwerten Bedingungen bevor. So werde zum Beispiel wegen der großen Zahl von Delegierten aus den Kreisverbänden Starnberg und Landsberg bei der Nominierungsversammlung im kommenden Frühjahr die nach den Corona-Regeln gültige Obergrenze von 100 Personen überschritten. Es würden wohl Ausnahmegenehmigungen nötig, glaubt der Politiker. Eigentlich hätte er gerne mit seinem roten Feuerwehrauto, das er sich im vergangenen Jahr angeschafft hat, eine Wahlkampftour durch den Wahlkreis gemacht, um in jede Gemeinde zu kommen, aber das werde wohl nicht möglich sein.

Darauf legt der Bundestagsabgeordnete Wert: vor Ort präsent zu sein. Er befasst sich mit Themen wie Pendlerpauschale, Lieferkettengesetz oder Baukindergeld, behält aber auch die Themen in der Region, die er in Berlin repräsentiert, im Fokus. Als Berichterstatter für Konversionsflächen der Bundeswehr beispielsweise - ein Thema, das in Feldafing gerade eine große Rolle spielt. Oder wenn es um Fördermittel geht, die an einem Forschungsstandort wie Oberpfaffenhofen benötigt werden könnten.

Auch den seit Jahren dachlosen Bahnsteig am Starnberger See hat er im Blick. "Ich bin im Gespräch, ob man da eine Übergangslösung schaffen kann", sagte er am Freitag, deswegen sei er bereits im Bundesverkehrsministerium gewesen. Wie genau so eine Lösung aussehen könnte, erläuterte er nicht, machte aber deutlich: "Wenn man Fahrgäste gewinnen und halten will, gehört doch auch eine Überdachung an einem Bahnsteig dazu." Kießling sieht seine Rolle dabei als Vermittler und Mediator, um Gesprächspartner zusammenzubringen. Die vom Starnberger Stefan W. Zeil gestartete Petition hält er jedoch für wenig erfolgversprechend.

© SZ vom 28.09.2020

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