Julia Worch möchte Nachfolgerin von Olchings Bürgermeister Andreas Magg werden. Die verheiratete Juristin ist 34 Jahre alt und politisch vor Ort noch weitgehend unbekannt. Sie trat vor elf Jahren in die SPD ein und war von 2014 bis 2019 stellvertretende SPD-Ortvorsitzende, ohne jedoch damals nachhaltig aufgefallen zu sein. „Julia Worch ist unsere Wunschkandidatin“, stellt der amtierende SPD-Bürgermeister Andreas Magg die gebürtige Olchingerin vor, um fortzufahren: „Sie ist Juristin, das ist für ein Bürgermeisteramt sehr hilfreich.“ Magg will im nächsten Jahr nach dann 18 Jahren als Olchinger Bürgermeister Thomas Karmasin (CSU) als Landrat ablösen.
Julia Worch ist in der dritten Generation in Olching verwurzelt. „Meine Großeltern hatten in den 1950er-Jahren ein Geschäft an der Hauptstraße“, erzählt sie und erinnert an „Elektro-Worch“. Die Großeltern waren als Geflüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem damaligen Böhmen und Ostpreußen nach Olching gekommen. Die SPD-Bürgermeisterkandidatin ging in Olching zur Schule und studierte dann in München Jura. „Ich will Frische und Jugend ins Rathaus hereintragen“, sagt sie selbstbewusst. Olching habe sich sehr gut entwickelt und sie möchte die „gute Arbeit von Andreas Magg“ fortsetzen. „Es wird keinen Bruch geben“, verspricht sie schon mal. Und das noch: „Ich will den Menschen die Sicherheit geben, dass es mit Olching nach oben geht.“

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Andreas Magg wird in zwei Jahren nicht mehr Bürgermeister von Olching sein. Er möchte stattdessen Landrat werden. Über eine besondere Konstellation, die er ungewöhnlich früh öffentlich gemacht hat.
Dazu gehöre auch die Ansiedlung des Vabali-SPA, die exklusive Wellnesstherme für Erwachsene. „Das finde ich super, dass das kommt“, so Worch. „Noch ein Grund mehr, nach Olching zu ziehen.“ Noch wohnt sie in München, wo sie als Juristin für eine städtische Wohnungsbaugesellschaft tätig ist. Doch der Umzug zurück nach Olching ist fest eingeplant. „Wir hatten verabredet, dass ich ihr alles nach München schicke, was in Olching passiert“, berichtet Fabian Greim, der SPD-Ortsvorsitzende, der Worch noch aus Juso-Zeiten kennt. Ihr Wissen im Wohnungsbau möchte sie als Pfund im Wahlkampf einbringen: „Ich möchte Fördermittel loseisen“, kündigt Worch an „und die Kooperation mit Genossenschaften ausbauen“. Ihr Augenmerk möchte sie bei der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum auch auf den Bestandsumbau und auf Einliegerwohnungen richten. Wie Magg ist sie nicht der Meinung, dass die städtischen Olchinger Wohnungen unbedingt Profite erwirtschaften müssten. Worch positioniert sich entschieden gegen eine Gentrifizierung von Wohngebieten, also gegen die Verdrängung einkommensschwacher Haushalte durch wohlhabende.
Julia Worch muss sich bekanntmachen, auch wenn sie schon auf den einschlägigen Social-Media-Plattformen aktiv ist. Entsprechend wird die SPD mit ihr die Wahlkampagne anlegen müssen. Da wird es auch nicht reichen, dass ihr Vorgänger von ihr schwärmt: „Eine bessere Kandidatin konnten wir nicht finden.“ Auch das Argument, dass in Olching endlich mal eine Frau Rathauschefin werden sollte, wird nicht wahlentscheidend sein, auch wenn Worch betont, dass sie „als Frau einen anderen Blick auf die Stadt hat“ und für „echte Gleichberechtigung“ eintritt. Mit anderem Blick meint sie unter anderen Familien mit Kindern und Pflege im Haushalt. Die Entlastung von Frauen und deren berufliche Entwicklung gehöre ebenfalls dazu. „Da will ich auch als Bürgermeisterin Vorbild sein“, so Julia Worch. „Mehr Kneipen für junge Menschen“ würde sie gerne fördern und auch mit Tempo 30 auf der Hauptstraße würde sie einen neuen Versuch starten. „Da würden mir vielleicht einige juristische Kniffe einfallen“, gibt sie sich zuversichtlich. „Auf jeden Fall hat sie eine ausgleichende Art, die braucht man hier“, lobt Magg die SPD-Kandidatin abschließend noch.

