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Brandschutz:Sankt Magdalena muss Pfarrsaal sperren

Wollenberg

Der Saal ist für Basare ebenso genutzt worden wie für Chorproben oder hier 2005 für einen Vortrag.

(Foto: Günther Reger)

Eine Prüfung ergibt gravierende Brandschutzmängel. Vor allem fehlt ein zweiter Fluchtweg

Der Pfarrsaal von Sankt Magdalena in Fürstenfeldbruck ist gesperrt worden. Eine amtliche Prüfung vor einigen Wochen hatte gravierende Brandschutzmängel ergeben. Bis die in etwa drei Jahren durch die ohnehin anstehenden Sanierungsarbeiten behoben worden sind, darf der Saal nur noch von Gruppen bis zu zehn Personen betreten werden. Nach Worten des Stadtpfarrers Otto Gäng ist es immerhin gelungen, die meisten der bisherigen Nutzer in anderen Räumlichkeiten unterzubringen.

Der Saal im ersten Stock gleich neben der Pfarrkirche mit seiner Holzlatten-Decke, dem dunkelbraunen Steinboden und den etwas antiquiert wirkenden Lüstern ist in etwa noch im Zustand von vor 30 Jahren. Wie im Dornröschenschlaf gingen neue Gesetze und Verordnungen an ihm vorbei. Und alle wähnten sich unter Berufung auf die feuerpolizeiliche Duldung auf der sicheren Seite, vermuteten eine Art Bestandsschutz. Mit Blick auf die anstehende Renovierung gab aber ausgerechnet das Erzbischöfliche Ordinariat dann den Anstoß für eine erneute Feuerbeschau durch das Brucker Ordnungsamt, um den Status Quo prüfen zu lassen. Und dabei wurde schnell klar, dass die eine Treppe und der kleine Aufzug im Brandfall zu unpassierbaren Nadelöhren werden könnten.

Die ganz große Katastrophe ist das alles freilich nicht. Noch in diesem Jahr sollte ohnehin mit den ersten Vorarbeiten begonnen werden. Spätestens dann hätten die Mitglieder der vielen Gruppen - vom Senioren- über den Bastelkreis bis zum Frauenbund - wohl bereits umziehen müssen. Tröstlich ist immerhin, dass wegen der als ordentlich geltenden Bausubstanz auf einen Abriss verzichtet werden kann und eine Grundsanierung auch von Küche und Sanitärräumen nebst Anbau die kostengünstigere Variante ist. Vorgesehen ist der Einbau eines größeren Aufzugs und einer zweiten Treppe. Pfarrer Otto Gäng hofft, dass das Drei-Millionen-Projekt beim Ordinariat nun Priorität genießt und schnell vorankommt. Es kostete viel Zeit, um die Ausweichquartiere zu organisieren. Die Senioren werden in Räumlichkeiten des benachbarten Pflegeheims umziehen, die Nachbarpfarrgemeinde Sankt Bernhard nimmt den Frauenbund auf. Und auch der Tagungsraum im Erdgeschoss wurde kurzerhand zum Gruppenraum umgewandelt.