Blühwiesen Naturschützer unterstützen Bauern-Aktion

Mammendorfer Landwirte haben schon mehr als 30 Paten für Flächen gefunden, die zu Blühwiesen werden sollen. Doch die Suche nach dem geeigneten Saatgut gestaltet sich schwierig

Von Ingrid Hügenell, Mammendorf

Der Bund Naturschutz unterstützt die Initiative der Mammendorfer Landwirte, Blühwiesen anzulegen, um damit Insekten und anderen Tieren einen Lebensraum zu geben. "Während die Politik erst mühsam in Gesprächsrunden eine Position zur Verbesserung des Artenschutzes in Bayern zu finden versucht, bieten in Mammendorf 15 Landwirte ganz konkret an, den Artenschutz gemeinsam mit den Mammendorfer Bürgern voran zu bringen", lobt die BN-Kreisvorsitzende Eugenie Scherb die Aktion.

Die Landwirte haben mindestens 14 Hektar Flächen ausgewählt, für die Mammendorfer Patenschaften übernehmen können. Pro 200 Quadratmeter kostet eine Patenschaft 50 Euro pro Jahr. Bisher haben sich mehr als 30 Paten gefunden. Auch die beteiligten Landwirte selbst wollen Paten werden.

Vertreter des BN haben sich vorige Woche mit den Landwirten getroffen, um einige Fragen zu klären. "Besonders wichtig für uns ist, dass zusammenhängende Flächen in Mammendorf neu und zusätzlich für den Artenschutz zur Verfügung gestellt werden", erklärt Scherb. Das ist offenbar der Fall. Die Flächen sollen während des Projekts weder gedüngt noch mit Pestiziden oder Herbiziden bearbeitet werden. "Wir vom Bund Naturschutz freuen uns über diese Initiative."

Unterdessen stellen die Landwirte fest, dass sich die Umsetzung ihrer Idee nicht ganz einfach gestaltet, wie Josef Robeller erklärt, einer der beteiligten Bauern. Eigentlich wolle man auf Ackerflächen Blumen säen, weil das am meisten bringe. Wenn man aber einen Acker länger als vier Jahre zu einer Wiese mache, dürfe man ihn aus rechtlichen Gründen nicht einfach wieder umbrechen und zurück in einen Acker verwandeln. Die Fläche gelte dann als Dauergrünland. Also überlege man nun, mit den Flächen zu rotieren und nach etwa drei Jahren zunächst eine benachbarte Fläche neu einzusäen, während die alte weiter besteht. Die Insekten hätten dann ein Jahr Zeit, sich an die neue Fläche zu gewöhnen, bevor die erste Fläche wieder beackert werden kann.

Sebastian Mayr, ein weiterer Initiator, sagt, man überlege momentan aber, eher Flächen in den Maisach-Auen in Blühflächen umzuwandeln. Für die moorigen, feuchten Standorte muss aber erst das passende Saatgut gefunden werden. Denn auf diesen Standorten wachsen keine Magerwiesen. Das passende Saatgut für den jeweiligen Standort zu finden ist nicht einfach, wie auch Privatleute wissen, die selber Blühflächen anlegen wollen. Die Initiative "Brucker Land blüht auf", an der sich neben zehn weiteren Gemeinden und dem Landkreis auch die Gemeinde Mammendorf beteiligt, hat deshalb den Naturgartenplaner Reinhard Witt ins Boot geholt, der entsprechende Mischungen bereit hält.

Bis Ende Februar wollen die Mammendorfer Bauern beschließen, was auf welchen Flächen gesät wird, denn noch in diesem Frühling soll die erste Aussaat erfolgen. Vorher wird es ein weiteres Gespräch mit dem Bund Naturschutz geben, der angeboten hat, beratend zur Verfügung zu stehen. Auch die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt soll einbezogen werden.

Je mehr Paten sich finden, umso mehr Flächen wollen die Bauern erblühen lassen. Der BN ruft daher dazu auf, das Projekt in Mammendorf zu unterstützen. Allerdings können nur Mammendorfer Paten werden. Landwirt Mayr erklärt, man wolle mögliche Initiativen von Bauern in anderen Gemeinden nicht blockieren. Er wisse von zwei Gemeinde, in denen es entsprechende Überlegungen gebe. Er berichtet auch von Anfragen von Germeringern, die eine Patenschaft hätten übernehmen wollen. Denen habe er gesagt, sie sollten sich an die Landwirte in Germering wenden. Mammendorfer, die eine Patenschaft übernehmen wollen, können sich bis 28. Februar im Hofladen der Familie Mayer, Bahnhofstraße, eintragen.