Süddeutsche Zeitung

Bayernpartei:Unabhängiges Bayern

Michael Hofmann hat eine grüne politische Vergangenheit

Er will den Nachkommen eine lebenswerte Welt hinterlassen, sagt Michael Hofmann. Klingt nach einer alten Wahlkampfparole der Grünen und tatsächlich war Hofmann Gründungsmitglied der damaligen Anti-Parteien-Partei. Vor 15 Jahren zog er für die Grünen in den Dießener Gemeinderat ein. 1984 bewarb er sich für die Ökopartei zum ersten Mal für den Landtag. Dieses Mal tritt der 65-Jährige als Direktkandidat für die Bayernpartei an.

Dem Wechsel im Vorfeld der Kommunalwahl 2014 war ein längerer Entfremdungsprozess vorangegangen. Das Tischtuch sei zerschnitten gewesen, als die Grünen Betriebsvermögen versteuern wollten, nach Ansicht Hofmanns "tödlich für kleine Selbständige". Er selber ist Kartograf und Buchbinder und führt seit über vier Jahrzehnten einen Familienbetrieb. Zehn Jahre lang war Hofmann Vorsitzender des örtlichen Gewerbeverbandes und Gewerbereferent des Gemeinderates.

Hofmann lobt die Bayernpartei als konservativ, liberal und sogar als pazifistisch, weil sie militärische Einsätze jenseits des Nato-Gebiets ablehne und die Bundeswehr abschaffen wolle. Hofmann fordert stattdessen eine bayerische Grenzpolizei und findet Kruzifixe in Behörden gut. "Bayern ist ein christlich geprägtes Land. Das kann und soll auch jeder gleich sehen." Asylbewerbern will er nur Sachleistungen gewähren, Geldleistungen seien der "Hauptfluchtgrund". Es gehe um Afrikaner, schränkt er auf Nachfrage ein. Das seien Wirtschaftsflüchtlinge, die sich in unsere Sozialsystem einschleichen und das Geld nach Hause schicken. Klingt nach AfD, von der sich Hofmann aber abgrenzt. Deutschnationale sind ein Hauptfeind, denn die Bayernpartei ist separatistisch, eine Art "Lega Süd". "Wir streiten für ein eigenständiges Bayern in der EU", betont Hofmann.

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SZ vom 02.10.2018 / bip
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