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Ausstellung:Naturnah

Baumbilder aus dem Schaufenster

Bäume sind das Leitmotiv der Bilder von Ursula Gebhard, zu sehen in der Stadtbibliothek Germering.

(Foto: Privat)

In Ursula Gebhards Bildern kommt ihre Faszination für Bäume zum Ausdruck

Von Elisabeth Deml, Germering

Die "Magische Buche im Hutewald Halloh" stellt eine uralte Buche inmitten eines Naturparks dar. Die Wurzeln des Baumes sind bemoost und schlängeln sich immer weiter über den laubbedeckten Boden des Waldes. "Sie wachsen in die Luft, um sich von dort mehr Nährstoffe und Wasser zu holen", erklärt die Künstlerin Ursula Gebhard. Ihre Bilder können bis zum 28. Februar in den Schaufenstern der Stadtbibliothek Germering sowie auf deren Homepage besichtigt werden. In ihren Werken zum Thema "Faszination Bäume" möchte Gebhard die vielfältige Stimmung der Bäume aufgreifen und zum Ausdruck bringen. Das Thema ihrer Kunstwerke setzt sich mit der Frage auseinander, welche Wirkung Bäume auf den Menschen ausüben?

Durch die vorhandene Variationsbreite in der Natur sei die Darstellung der Naturszenen nicht durch ein einzelnes Material zu bewältigen, erklärt Gebhard, eine ihrer Besonderheiten. Die 81-Jährige nutzt für die Anfertigung ganz unterschiedliche Materialien, Techniken und Farben wie Aquarell-, Öl- und Acrylfarben oder Pastellkreide. Ihre Bilder zeichnen sich durch Lebendigkeit aus, die durch das Spiel von Licht und Schatten erzielt wird. "Licht in der Landschaft ist ein großes Thema für mich", erläutert sie. Ihre Bilder vermitteln den Eindruck, der Betrachter stünde selbst in der Natur und höre die Zweige, die sich im Wind wiegen, oder das Rascheln von dürrem Herbstlaub. Inspiration findet Gebhard auf ihren Reisen, wovon Gemälde wie "Rote Erde Kroatiens" oder "Platanen auf dem Peloponnes" zeugen, sowie bei verschiedenen Kursen, die Gebhard bei bekannten Künstlern belegt hat.

All diese Lehrer dienen als Inspirationsquelle und schlagen sich in ihren Werken nieder. "Die Begeisterung für die Kunst kommt aus mir selbst. Als Kind, als Mädchen in der Schule habe ich mich damit immer gut gefühlt", erzählt die Künstlerin rückblickend. Im vergangenen Jahr hatte sie trotz Corona mit allen Vorsichtsmaßnahmen die Möglichkeit, zwei Malkurse zu besuchen. Heute freut sie sich, dass sie ihre Leidenschaft in einem eigenen Atelier ausüben kann. Normalerweise male sie gemeinsam in der Künstlergruppe "Mittwochsmaler", die sich seit fast einem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr treffen konnte. "Es ist ungeheuer wichtig, dass man in diesen Zeiten das machen kann, was man liebt."

Auffallend an ihren Bildern ist die Liebe zum Detail sowie die zielgerichtete Arbeit mit Kontrasten. "Winterbäume am Montmartre" beinhaltet dieses Spannungsgeflecht zwischen steifen Laternen und lebendigen Bäumen, die sich passend und spielerisch ergänzen. Jedes ihrer Werke zeichnet Raffinesse aus. Die vielfältigen Maltechniken, Farben und Formen führen zu den unterschiedlichsten Eindrücken. Ein bunt schillernder Herbstwald, eine geisterhafte Waldkulisse, die Blütenpracht der Robinie oder durch die Zerstörung des Waldbodens in Not geratene Bäume, das alles gehört zu Gebhards durchaus breit gefächertem Repertoire und offenbart dem Betrachter - die "Faszination Bäume".

© SZ vom 09.01.2021
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