Ausstellung in Germering:Viel Licht, mehr Farbe

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Ausstellung in Germering: Die ausgestellten Fotografien nähern sich dem Thema teilweise experimentell, oft aber auch mit ganz klassischen Motiven.

Die ausgestellten Fotografien nähern sich dem Thema teilweise experimentell, oft aber auch mit ganz klassischen Motiven.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Jahresausstellung des Germeringer Fotoclubs steht unter dem Motto "Lichtspiele"

Von Florian J. Haamann, Germering

Kunterbunt geht es zu auf den Stellwänden in der Germeringer Stadtbibliothek. Verlaufende Farben, explodierende Muster, ruhige Strukturen. Und das alles nicht etwa auf expressionistischen Gemälden. Vielmehr sind es Fotografien, die in der Ausstellung "Lichtspiele" zu sehen sind. 16 Mitglieder des Germeringer Fotoclubs zeigen in der Jahresausstellung des Vereins ihre Arbeiten, in einer Mischung aus klassischer Fotografie und eher experimentell-lichtmalerischen Ansätzen.

Mit der Schlierenfotografie etwa hat sich Günter Frank in zwei seiner Arbeiten auseinandergesetzt, einmalige, nicht reproduzierbare Situationen. Dazu werden verschiedene Laugen gemischt und unter diffusem Licht fotografiert. Eine aufwendige und interessante Technik, die an abstrakt verschwommene Aufnahmen von Wärmebildkameras erinnern. Im Kontrast dazu zeigt Frank als dritte Arbeit einen Tropfen, der auf die Wasseroberfläche prallt, festgehalten mit extrem kurzer Belichtungszeit, auch hier verstärkt er die Wirkung des Fotos durch den Einsatz von verschiedenen warmen Lichtern.

Mit verschiedenen Mitteln wagt sich auch Holger Hiller an experimentelle Lichtarbeiten. In zwei seiner Fotos stehen Glühbirnen im Zentrum, in eine schlagen von oben und beiden Seiten Lichtblitze in drei verschiedenen Farben - Rot, Gelb und Blau - ein. In der zweiten Arbeit sprüht Licht wie bei einer Wunderkerze aus der Birne. Mit bewegter Kamera und längerer Belichtungszeit hat Angelika Peters das Zusammentreffen von Morgensonne und Wasseroberfläche in drei verschiedenen Variationen festgehalten. Absolute Symmetrie herrscht in Karl Fißlthalers "Lichtspiele in der Spiegelröhre", auf denen er eine Figur aus sechs sternförmig angeordneten Leuchtstäben durch eine reflektierende Röhre fotografiert. Die Arbeit erinnert stark an den Blick durch ein Kaleidoskop.

Andere Teilnehmer arbeiten mit klassischeren Mitteln und Motiven. Berthold Mader fotografiert gerne an sogenannten Lost Places, also in alten verlassenen und verfallenden Gebäuden. In seinen Bildern kombiniert er die Morbidität dieser Orte mit stark einfallendem Licht, was noch einmal für eine verstärkte oder ganz neue Atmosphäre sorgt. Eine Installation aus beleuchteten schwarzen und weißen Kugeln hat Georg Müller im vergangenen Winter im Münchner Kunstareal festgehalten. Ihnen zur Seite stellt er eine Aufnahme der illuminierten historischen Kulisse von Kronach und dem Excalibur-Hotel in Las Vegas, das an ein Schloss aus einem Märchenfilm erinnert. Den Sonnenuntergang an drei verschiedenen Orten hat Steve Couch dokumentiert. Zweimal im Chiemgau, einmal mit tief stehender Sonne unter einem dichten Wolkenteppich und weitem Panoramablick, einmal unter einer Wolkenkette stehend über einer Baumgruppe. Auf dem dritten Bild ist nur noch die Kuppe der Sonne zu sehen, die gerade über welligem Meer in Kalifornien untergeht.

Wer die Ausstellung nicht vor Ort anschauen kann oder möchte, der hat die Möglichkeit, den Katalog mit allen Arbeiten online auf der Homepage des Germeringer Fotoclubs unter www.gfcev.de herunterzuladen. Dort sind auch einige Fotografien zu sehen, die aus Platzgründen in der Ausstellung keinen Platz gefunden haben.

Ausstellung "Lichtspiele", zu sehen bis zum 27. November in der Stadtbibliothek Germering, jeweils dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 19 Uhr, donnerstags von 15 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.

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