Auflösung abgewendet Blumenfreunde blühen auf

Möglicher Nachfolger: Albert Metz (links) im Gespräch mit Peter Schaumeier; im Hintergrund: Dominik Siewert.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Germerings Gartler können wohl doch weitermachen. Ein neues Mitglied ist zur Übernahme eines Vorstandsamtes bereit

Von Andreas Ostermeier, Germering

Der Verein der Blumen- und Gartenfreunde kann nach 105 Jahren Auferstehung feiern. Weil Vorsitzender Albert Metz keinen Nachfolger finden konnte und das Durchschnittsalter der Mitglieder bei 70 Jahren angekommen ist, wollten die Blumenfreunde zum Jahresende aufgeben. Der Beschluss wurde bereits gefasst. Doch Peter Schaumeier ist damit nicht einverstanden. Der Kraillinger, der in Germering gerade ein neues Zuhause bezieht, hat vom bevorstehenden Ende des Vereins in der Zeitung gelesen. Er will dieses Ende verhindern und ist bereit, Vorstandsarbeit zu übernehmen. Ein Engagement im Bereich Natur sei sein Ziel, sagte Schaumeier in einer Pressekonferenz am Montag. Auch in seiner Verwandtschaft gebe es mehrere Personen, die sich für die Belange der Natur einsetzten, erzählte der 40-Jährige.

Im eigenen Garten oder auf einem bepflanzten Balkon könne man sich "täglich seine Freude holen", ist Schaumeier überzeugt. Dass dies auch anderen Menschen gelingt, darum möchte er sich kümmern. Es müsse nicht der große Garten oder gar die Notwendigkeit einer Selbstversorgung sein, die einen mit Blumen, Kräutern oder Gemüse werkeln lasse. Statt dessen sei "Balkonien" eine Zielgruppe, hieß es bei dem Pressegespräch. Und: Einen Blumenkasten könne fast jeder aufhängen. Zu dem Gespräch hatte Metz auch Wolfram Vaitl eingeladen, den Präsidenten des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege. Auch Vaitl möchte verhindern, dass der Germeringer Gartenverein eingeht. Schaumeier und den anderen, die neues Leben in den Verein bringen möchten, versprach er Hilfe. Metz bekräftigte das. Niemand müsse vor der Vorstandsarbeit Angst haben, sagte der CSU-Stadtrat. Was man nicht wisse, könne man beispielsweise in Lehrgängen erfahren. Der Vorstand solle sich nicht in Formalien verstricken, sondern Ideengeber sein, waren sich Metz, Vaitl und Schaumeier einig.

Schaumeier, Vater von zwei Kindern, möchte auch den Nachwuchs an die Natur heranführen. Rund um Germering gebe es große Äcker und einen riesigen Forst, sagte er: "Wir haben alles direkt vor Augen." Auch ein Gegenprogramm zu Computer & Co. kann dies nach den Worten von Schaumeier sein: "Es digitalisiert sich alles. Aber Grün lässt sich nicht digitalisieren."

Schaumeier, Vaitl und Metz hoffen nun auf weitere neue Mitglieder für die Blumenfreunde. In dem Germeringer Dominik Siewert fand sich bereits bei der Pressekonferenz ein weiteres künftiges Mitglied. Werden es noch einige mehr, dann ändert sich der Charakter der Blumenfreunde-Veranstaltung am Freitag. Gemeinsam mit dem Unterhalter und Autor Thomas Janscheck wollten die Mitglieder nach 105 Jahren Vereinsbestehen ein letztes Mal feiern. Metz sprach von einer "lustigen Leich'".

Doch nun besteht die Hoffnung, dass das Fest, das am Freitag um 14.45 Uhr im Amadeussaal der Stadthalle beginnt, eine wirklich fröhliche Feier werden kann, weil es mit den Blumenfreunden weitergeht. Sollte es so kommen, dann wollen sich alte und junge Mitglieder im Dezember treffen, um den Auflösungsbeschluss vom Juli aufzuheben und einen neuen Vereinsvorstand zu wählen.