ArbeitsmarktIHK schlägt Alarm

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In der Pflege von Kranken und Alten und bei der Kinderbetreuung fehlen auch im Landkreis hunderte Arbeitskräfte.
In der Pflege von Kranken und Alten und bei der Kinderbetreuung fehlen auch im Landkreis hunderte Arbeitskräfte. (Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der Arbeitskräftemangel verursacht hohe Verluste. Oft gibt es keine passend qualifizierten Bewerber.  Frauen und Ältere sollen mehr arbeiten, Zuwanderung bleibt wichtig.

Den Unternehmen in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech, Fürstenfeldbruck und Starnberg fehlen tausende Arbeitskräfte. Bis 2028 dürfte die Zahl der unbesetzten Stellen im Arbeitsagenturbezirk Weilheim von derzeit 15 000 auf 18 000 steigen – ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent. Der durch Arbeitskräftemangel verursachte jährliche Wertschöpfungsverlust würde in der Region dann 1,2 Milliarden Euro erreichen. Dies geht aus dem neuen Arbeitsmarktradar der Industrie- und Handelskammer für Bayern hervor, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag der IHK für München und Oberbayern erstellt hat.

„Der Arbeitskräftemangel bleibt trotz Wirtschaftskrise ein Dauerbrenner“, sagt  Gößl. Für Betriebe in besonders betroffenen Branchen könne er zur Existenzfrage werden, zumindest aber zu teilweise gravierenden Problemen im Service führen. „Das heißt konkret etwa mehr Schließtage in der Gastronomie, ausgedünnte Fahrpläne bei Bussen und Bahnen, längere Wartezeiten bei qualifizierten Handwerkern und Werkstätten, beim Arzt und im Krankenhaus, wachsende Betreuungslücken für Kinder und Senioren“, warnt IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl.

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Besonders brisant ist der entsprechenden Pressemitteilung zufolge, „dass bei über der Hälfte aller offenen Stellen gar keine Aussicht auf eine Besetzung besteht, da es schlicht keine passend qualifizierten Bewerber für sie am Arbeitsmarkt gibt“. Diese Lücke werde bis 2028 ebenfalls zunehmen – sie beläuft sich dann auf rund 11 000 Arbeitskräfte. Der Personalmangel werde sich also verschärfen, obwohl die Studienautoren von einer fortlaufend hohen Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland sowie einer steigenden Erwerbsbeteiligung der heimischen Bevölkerung ausgehen.

Gößl weist mit Nachdruck darauf hin, dass die Zuwanderung eine immer größere Rolle für den Beschäftigungsaufbau spielt. Insgesamt bräuchten die Unternehmen dringend bessere Rahmenbedingungen zur Förderung von Beschäftigung. „Alle vorhandenen Potenziale müssen ausgeschöpft werden.“ Dazu gehören für ihn mehr Anreize zur Arbeitsaufnahme und Qualifizierungen für Erwerbslose. Außerdem sollen Ältere und Frauen vermehrt arbeiten. Das soll durch steuerliche Anreize erreicht werden sowie dadurch, dass Menschen später in Rente gehen.

Im Jahr 2028 wird es laut Studie im Arbeitsagenturbezirk Weilheim rund 9000 offene Stellen auf dem Qualifikationsniveau „Fachkraft“ geben, dabei handelt es sich beispielsweise um Absolventen einer beruflichen Ausbildung. Auf dem Qualifikationsniveau „Spezialist“, das sind Meister, Fachwirte und Bachelor-Absolventen, bleiben knapp 3000 Jobs unbesetzt. Auf dem Niveau „Experte“ (akademische Abschlüsse wie Master oder Staatsexamen) sind ebenfalls 2000 Stellen frei, und bei den Helfern 4 000 Stellen.

Laut der IW-Prognose wird es bis 2028 die größten Lücken bei den Fachkräften im Verkauf (900 offene Stellen) geben, gefolgt von den Helfern in der Gastronomie (550), den Helfern für Post und Zustelldienste (500), den Spezialisten in der Kinderbetreuung und -erziehung (500) und den Fachkräften im Büro (400).

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