Zeitzeugin:Als Kindermädchen auf dem Obersalzberg

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Antonie Ochmann, damals Miller, (in der linken Bildhälfte) mit der Kindergruppe, die sie und eine andere junge Frau auf dem Obersalzberg betreuten. Dies ist das einzige ihr bekannte Foto aus ihrer Zeit im Führersperrgebiet. (Foto: Repro: Johannes Simon)

Die 98-jährige Fürstenfeldbruckerin Antonie Ochmann lebte und arbeitete 1944 mit den Kindern bekannter Nazi-Größen im "Führersperrgebiet".

Von Elisabeth Grossmann, Fürstenfeldbruck

Für Adolf Hitler war der Obersalzberg sowohl privater Rückzugsort als auch Standort wichtiger politische Treffen. Für Antonie Ochmann aus Fürstenfeldbruck war der Obersalzberg ein besonderer Arbeitsplatz, an den sie sich noch 80 Jahre später erinnert. Auch wenn ihr Gedächtnis durch Verdrängung der Geschehnisse und die vielen Jahre getrübt ist, kann sie erzählen, wie ihr Leben im Führersperrgebiet ausgesehen hat. Vier Monate verbrachte Ochmann im streng bewachten Areal. Als Kindermädchen betreute sie, vermutlich im Jahr 1944, den Nachwuchs der NS-Prominenz. Sie lebte und arbeitete somit neben sämtlichen Nazi-Größen und Vertrauten Hitlers, beispielsweise Martin Bormann oder Hermann Göring, die zeitweise oder dauerhaft mit ihren Familien auf dem Obersalzberg wohnten.

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