"Es ist sehr schön zu sehen, was junge Leute alles auf die Beine kriegen", sagt eine Besucherin des Open-Air Amperium Festivals. Etwa 1000 Menschen sind am Freitagnachmittag zur Eröffnung des Amperiums gekommen - trotz der Hitze. Viele junge Menschen und Familien mit Kindern sind darunter. Das ehemalige Stockschützenheim ist kaum wiederzuerkennen.
Ein Beachvolleyballfeld, ein Fußballplatz und eine Fläche für Streetball wurden gebaut. Begeisterte Jugendliche spielen Volleyball und Fußball, Kinder rennen herum. Die Älteren entspannen sich am Getränkestand mit einem kühlen Bier oder einer Cola. Es wird viel gelacht. Die meisten kennen sich und sind gekommen, um ihre Unterstützung für den Umbau zu zeigen.


"Wir haben schon letztes Jahr im Oktober angefangen, die Eröffnung zu planen", sagt Benedikt Bucher, Vizevorsitzender des Brucker Stadtjugendrates. Das Fest sei am Anfang als reine Eröffnungsfeier für das Amperium geplant gewesen. Schließlich sei daraus etwas Größeres geworden, sagt der 21-jährige. "Wir mussten oft improvisieren und manchmal kamen manche Dinge nicht an." Am Ende haben mehr als 80 Leute am ganzen Projekt mitgewirkt. Fast alle - außer der Security - arbeiten ehrenamtlich und freiwillig und seien aus dem Landkreis. "Wir haben alle noch nie so etwas gemacht, also mal schauen, wie es wird", sagt er.
Währenddessen ist auf der Bühne schon einiges los. Das Brucker Musikstudio "EnterOurAge" präsentiert Künstlerinnen und Künstler, mit denen sie zusammenarbeiten. Die junge Künstlerin Hannah tritt, begleitet von zwei Tänzerinnen, als erste auf die Bühne. Sie singt ihren Song "Break Free" mit einer unglaublich starken Stimme. Neben der Bühne tummeln sich Freunde und Familie. "Wir sind gekommen, um all unsere Freunde zu unterstützen", sagt eine junge Besucherin. Weitere Brucker Newcomer wie Adin56, Lambo, Kaos und Kleo folgen. Aus der Masse stechen einige Fans mit selbstgemachten Kaos T-Shirts hervor.

Langsam füllt sich das Amperium. Auf dem Fußballplatz hat sich die Freiwillige Feuerwehr Fürstenfeldbruck mit ihrer Jugendgruppe aufgestellt. Sie sind mit einem Löschfahrzeug angerückt. "Wir sind heute hier, um unsere Arbeit und unsere Geräte allen Interessierten vorzustellen", sagt Nikolai Gruschke, Jugendwart in der Freiwilligen Feuerwehr. Einige Eltern kommen mit ihren Kindern, die unbedingt mal in ein Löschfahrzeug reinschnuppern wollen.

Die Stände, die um die Bühne herum aufgebaut wurden, sind gut besucht. "Wir haben alle Gruppen angefragt, die wir kennen oder unterstützen wollen", sagt Kleo Leike, Mitglied im Stadtjugendrat. Eine große Schlange steht vor dem Stand der Fursty Razorbacks, dem Brucker American-Football-Verein, an dem die legendären Burger und Pommes verkauft werden. Die Brucker Ortsgruppe von "Fridays For Future" hat auch einen Stand und verkauft Burritos. "Wir sind manchmal bei Events wie diesem dabei und steuern Sachen bei, die ökologisch sind oder Menschen etwas Gutes bringen", sagt die 16-jährige Ronja. Außerdem habe die Ortsgruppe bis jetzt vier Demos organisiert.

Der Kreisjugendring Fürstenfeldbruck und der Verein "Vote16" sind ebenfalls mit einem Stand vertreten. "Wahl ab 16" ist das Motto und die Forderung, für die Unterschriften gesammelt werden. Bayern sei eines von nur fünf Bundesländern, in dem Jugendliche unter 18 Jahren weder auf Landes-, noch auf kommunaler Ebene wählen dürfen, sagt ein Mitglied des Kreisjugendringes. "Uns liegt es daran, das endlich zu ändern."
Oberbürgermeister Christian Götz (BBV) ist bei der feierlichen Eröffnung auch anwesend. Er ist sichtlich erfreut über den Erfolg der Jugend. Er habe ein bisschen im Hintergrund mitbekommen, was sich hier tue. Das Resultat jetzt zu sehen sei fantastisch, sagt er. "Ich habe sogar mitbekommen, dass Leute in manchen benachbarten Gemeinden uns für das hier alles beneiden", sagt er. Für eine kleine Begrüßung tritt Götz später auch kurz auf die Bühne und bedankt sich beim Stadtjugendrat und der Stadtverwaltung für die "fantastische Arbeit".

Den Höhepunkt des Abends bilden schließlich die zwei Brucker Bands "Cheerio Joe" und die Wiesn-Stars "Sauwuid". Kleo Leike vom Stadtjugendrat und Sascha Pakai vom Musikstudio EnterOurAge spielen bei beiden. Cheerio Joe zeichnen sich durch einen country-artigen Rock und Folk aus: Akustische Gitarren mit Mundharmonika und fantastisch harmonisierende Gesangsstimmen.
Am besten reagiert das Publikum auf die Partymusik von Sauwuid. Die junge Brucker Band zeigt sich musikalisch breitgefächert. Von klassischen Wiesnsongs bis zu modernen Künstlern wie Annenmaykantereit oder Sportsfreunde Stiller reicht ihr Repertoire. Sie können fast alles spielen - und alle Altersgruppen lieben es.
In einer früheren Version dieses Textes hieß es, alle außer den Sanitätern und der Security arbeiteten ehrenamtlich. Die Sanitäter der Johanniter arbeiteten jedoch ebenfalls ehrenamtlich mit. Wir haben die Stelle korrigiert.

