Fürstenfeldbruck:Plädoyer für Neubau der Amperbrücke

Lesezeit: 2 min

Die 1909 errichtete Spannbetonbrücke über die Amper, die sich auch im Wappen der Stadt wiederfindet. (Foto: Carmen Voxbrunner)

CSU und Freie Wähler wollen marodes Bauwerk ersetzen und trotzdem den Schwerverkehr aus dem Zentrum heraushalten. Eine Entlastung soll dann eine dritte Flussquerung bringen.

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Die Brücke über die Amper soll abgerissen, durch einen Neubau ersetzt und der Schwerverkehr weiterhin aus dem Stadtzentrum herausgehalten werden. Zudem soll – vermutlich in Form eines Tunnels – eine dritte Flussquerung im Stadtgebiet geschaffen werden. In etwa so lässt sich das Konzept zusammenfassen, das Vertreter von CSU und Freien Wählern am Donnerstag vorgestellt haben. Andreas Lohde und Georg Jakobs (beide CSU) sowie Markus Droth und Georg Stockinger (beide Freie Wähler) kritisieren den aus ihrer Sicht herrschenden Stillstand im Rathaus rund um die Führung der Bundesstraße 2 und das Verkehrsnadelöhr der Amperbrücke und sprechen sich nachdrücklich für den Start des Planfeststellungsverfahrens für den Brückenneubau aus.

Droth und Lohde halten auch ein neuerliches Bürgerbegehren für denkbar

Zudem wollen sie die zusätzliche Amperquerung als Abschnitt der Bundesstraße 2 für den nächsten Bundesverkehrswegeplan anmelden, in dem der Bund die Infrastrukturprojekte und Kosten auflistet, die er in den kommenden zehn bis 15 Jahren umsetzen und finanzieren will. Bereits in den nächsten Jahren könne man die Bewerbung Fürstenfeldbrucks vorbereiten, so Lohde. Die nächste Auflage des Bundesverkehrswegeplans erwartet er für 2030. Würden ihre Forderungen abgeblockt, so lassen Droth und Lohde durchblicken, dann scheue man auch vor einem neuerlichen Bürgerbegehren rund um die innerörtliche Verkehrsführung nicht zurück.

Ob es ein Tunnel wird, wie von der CSU 2014 vorgeschlagen, sei noch zu prüfen

Ob die Amperquerung nun in Form eines Tunnels erfolgen könnte, wie ihn die CSU bereits 2014 vorgeschlagen hat, müsste in dem Verfahren noch geprüft werden. Auszuschließen ist nach Worten Droths die Renaissance der den Stadtpark querenden sogenannten Deichenstegtrasse, die 2009 nach langem Streit per Bürgerentscheid abgelehnt worden war.

Die vier Stadträte sind überzeugt, dass ihr Konzept geeignet ist, in einer wachsenden Stadt Dauerstau zu vermeiden. Auch die Belastung Emmerings durch die anstehende Entwicklung des Fliegerhorsts lasse sich nur so in zumutbaren Grenzen halten. Zudem könne es sich Bruck gar nicht leisten, die Baulast für eine herabgestufte Bundesstraße nebst Brücke zu übernehmen. Die vier Politiker kritisieren die Strategie von Oberbürgermeister Christian Götz (BBV) und dem städtischen Bauamt, die den Neubau der maroden Brücke vermeiden wollen. Begründet wird dies mit dem Denkmalschutz, vor allem aber mit der bis dato geltenden Beschränkung auf 16 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, auf die man nicht verzichten will. Das Straßenbauamt hatte wiederholt klargemacht, dass eine neue Brücke, deren Bau um die zwei Jahre in Anspruch nehmen würde, standardmäßig auf 40-Tonner auszulegen ist.

Nach Herabstufung von Münchner Straße, Hauptstraße und Augsburger Straße soll die Bundesstraße 2 künftig über die Oskar-von-Miller-, Fürstenfelder- und Äußere Schöngeisinger Straße zur Bundesstraße 471 geführt werden. Diese dem Straßenbauamt genannte neue B-2-Route „entspricht nicht der aktuellen Beschlusslage des Stadtrats“, betont Droth. Die Strecke müsste ausgebaut werden, würde vor allem den Brucker Westen mit Durchgangsverkehr belasten – und die Stadt mit einer Hauptverkehrsader vom historisch bedeutsamen Klosterareal trennen, so Jakobs.

Die Kurve am Rathaus ist für Sattelzüge zu eng, so die Hoffnung

Vor allem halten die Politiker von CSU und FW die Beibehaltung der aktuellen Tonnagebeschränkung auch im Falle eins Brückenneubaus für möglich, weil die 90-Grad-Kurve auf Höhe des Rathauses für Sattelschlepper und große Lastwagen mit Anhängern schlicht zu eng sei. Mitte Mai informierten sie sich im Straßenbauamt über den Stand des Verfahrens. Dabei sei ihnen klargemacht worden, so Stockinger, dass der Plan für eine dreibögige und somit ansprechend gestaltete Brücke bereits in der Schublade liegt. Dieser sieht auch mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger vor als das 1909 errichtete Stahlbetonbauwerk.

Für Georg Stockinger ist der Neubau der lange schon als marode bekannten Amperbrücke alternativlos. Geschehe weiterhin nichts, riskiere man, dass sie wegen Baufälligkeit irgendwann komplett gesperrt werden muss und man schlimmstenfalls unvorbereitet vor vollendete Tatsachen gestellt werde.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

SZ PlusSport
:Die Rückkehr des Männerfußballs in Fürstenfeldbruck

Nach Jahren des sportlichen Niedergangs und schließlich der Auflösung der Herrenmannschaft startet der SC Fürstenfeldbruck wieder mit einem Team. Das Projekt ist eine „Herzensangelegenheit“ zweier ehemaliger Jugendspieler.

Von Johannes Kiser

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: