Amperbrücke in Bruck Wahrzeichen in Gefahr

Straßenbauer wollen die in die Jahre gekommene Amperbrücke in der Kreisstadt durch einen Neubau ersetzen. Probebohrungen zur Untersuchung des Untergrunds aktivieren Gegner, die im Internet eine Online-Petition starten.

Von Gerhard Eisenkolb

Noch ist nicht entschieden, ob die 109 Jahre alte Amperbrücke in Fürstenfeldbruck wirklich abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. Seit jedoch im Auftrag des Staatlichen Bauamts Freising in der vergangenen Woche zur Vorbereitung der Planungsarbeiten für einen Neubau Probebohrungen zur Untersuchung des Untergrunds durchgeführt wurden, ist die Empörung in Fürstenfeldbruck groß.

Mit dem neuen Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) fürchten auch viele Bürger um den Verlust des das Stadtzentrum prägenden Bauwerks. Gegner starteten im Internet die Onlinepetition "Rettet die Amperbrücke in Fürstenfeldbruck", die bis Montagmittag etwa 130 Unterstützer unterzeichneten.

Unter Denkmalschutz steht das etwas mehr als hundert Jahre alte, nach Auskunft des Bauamts Freising sanierungsbedürftige Bauwerk im Gegensatz zur Brückenfigur des Heiligen Johann Nepomuk nicht. Allerdings gilt die gesamte Brückenanlage als wesentliches Element des "Ensembles Hauptstraße" mit einer ganzen Reihe denkmalgeschützter Häuser.

Zudem ist unstrittig, dass der enge Flussübergang mit den beiden rampenartigen Auffahrten als architektonisches Verbindungselement zwischen dem die Stadt dominierenden Marktplatz und dem intimeren Leonhardplatz ein zentrales Element der Stadtgestaltung ist. Eine gewisse künstlerische und architektonische Qualität kommt den jugendstilartig gestalteten Brückenbrüstungen mit Eisengittern zu.

Unterzeichner der Petition bezeichnen denn auch die Brücke als "Kulturgut" und "Wahrzeichen" der Stadt, das unbedingt erhalten werden müsse. Kreisbaudirektorin Reinhild Leitz verweist darauf, dass die Stadt beantragen müsste, den Flussübergang in die Denkmalliste aufzunehmen. Über einen solchen Antrag hätte dann das Landesamt für Denkmalpflege zu entscheiden.

Für die Amperbrücke gilt aus statischen Gründen eine Tonnagebeschränkung von 16 Tonnen. Mit der Folge, dass kein Schwerlastverkehr durch das Brucker Zentrum rollt. Bei einem Neubau würde diese Beschränkung nicht mehr gelten. Was aber laut dem zuständigen Bereichsleiter Straßenbau bei der Freisinger Behörde, Peter Weywadel, nicht zwingend dazu führen müsste, dass nach Fertigstellung eines neuen Übergangs auch Lastwagen mit 40 Tonnen Gesamtgewicht über den Marktplatz rollen. Bei solchen Festlegungen handle es sich um eine politische Entscheidung, für die nicht er, sondern die höhere Verkehrsbehörde bei der Regierung von Oberbayern zuständig sei.

Allerdings führt laut Weywadel an einem Neubau kein Weg vorbei. Das alte Bauwerk müsse abgerissen werden, weil es nicht mehr zu sanieren sei. "Diese Brücke ist weder bautechnisch, noch vom Erscheinungsbild etwas Besonderes", stellt der Bereichsleiter Straßenbau fest. Und er verweist, darauf, dass es durchaus möglich sei, auch einen Neubau harmonisch ins Stadtbild zu integrieren.

Die Probebohrungen dienten dem Zweck, festzustellen, bis in welche Tiefe die Pfähle reichen müssen, die die Fundamente der neue Brücke tragen sollen. Mit Ergebnissen wird im Juni oder Juli gerechnet. Auf dieser Grundlage soll mit den ersten konkreten Planungen begonnen werden. Die Planungsphase wird laut Weywadel vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. Sofern Mittel zur Verfügung stehen, könnte also frühestens im Jahr 2018 oder 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

An den Planungen, vor allem bei Gestaltungsfragen, will das Bauamt die Stadtverwaltung intensiv beteiligen. Allerdings, auch darauf weist Weywadel hin, müsste die Stadt für die zusätzlichen Kosten von Extrawünschen selbst aufkommen. Zu den möglichen Kosten eines Neubaus wollte sich der Bereichsleiter nicht äußern. Der Neubau soll auf jeden Fall breiter werden, da bisher ein Fahrradweg ganz fehlt und die Gehwege sehr schmal sind. Zu finden ist die Petition im Internet unter: www.openpetition/rettet-die-amperbruecke-fuerstenfeldbruck. Kommentar