Am Wegesrand Vergiftete Fleischbällchen

In Germering treibt wieder ein Hundehasser sein Unwesen

Von Christian Hufnagel, Germering

Seit Jahren versuchen in Germering bisher unbekannte Täter Hunde mit präparierten Ködern zu töten. Beim jüngsten Fall handelte es sich um Fleischbällchen, die mit einem weißen Pulver vergiftet waren. Der Hund einer Tierarzthelferin hatte am Mittwoch beim abendlichen Spaziergang in der Ulmenallee ein solches aufgestöbert und auch gefressen. Der aufgeschreckten Halterin kamen laut Germeringer Polizei ihre beruflichen Kenntnisse zu Gute. Die 21-Jährige brachte ihren Hund sofort zum Erbrechen, so dass dieser unverletzt blieb. Sie fand noch ein weiteres Fleischbällchen und brachte diesen Giftköder schließlich zur Polizei. Hundebesitzer sollten daher derzeit beim Gassigehen die Augen offenhalten, warnt der stellvertretende Inspektionsleiter, der nicht umhin kann festzustellen: "Es gibt in unserer Stadt nicht nur einen Menschen, der für Hunde nicht nur nichts übrig hat, sondern sie regelrecht hasst", sagt Andreas Ruch. Er muss auch konstatieren, dass derartige Giftanschläge auf Hunde in Germering häufiger vorkämen als anderswo.

Im Winter und Frühjahr 2013 wurden im Raum Germering, Gautig, Krailling insgesamt zwölf Hunde vergiftet, einer starb. Auch damals waren die Köder Fleischbällchen, durchsetzt mit Schneckenkorn. Es wurden Mahn- und Fahndungsplakate aufgehängt, ein Täter konnte aber nicht ermittelt werden. Trotzdem riss die Serie ab. Vielleicht deshalb, weil der Fahndungsdruck groß und die Hundehalter zugleich sehr sensibilisiert gewesen seien, so Ruch. Er erinnert sich noch an einen alten Mann, der angesprochen wurde, als er im Wald im Unterholz unterwegs war und dafür keine "schlüssige Begründung" parat hatte. Zweieinhalb Jahre später entdeckte ein Spaziergänger im Wald zwischen Freiham und Germering Würstchen gerade noch rechtzeitig, bevor sein Hund diese fressen konnte. Die Wiener waren mit Rattengift durchsetzt. Im vergangenen Dezember ist es dann ein Stück Schinken, in diesem Januar sind es wieder Fleischbällchen, beide "Leckerlis" todbringend präpariert - mit Rasierklingen. Im März diesen Jahres sind es Nägel, die sich im Inneren von wiederum Fleischbällchen verbergen - und als neueste Variante ist es nun ein weißes giftiges Pulver.