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Althegnenberg:Ringen um "die letzte grüne Fläche"

Sportliche Debatte unterm Basketballkorb: Bürgermeister Paul Dosch in der Turnhalle von Althegnenberg.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Gemeinderat entscheidet an diesem Donnerstag über den Standort fürs Hörbacher Feuerwehrhaus

Von Manfred Amann, Althegnenberg

Am heutigen Donnerstag soll der Gemeinderat von Althegnenberg in einer Sondersitzung entscheiden, wo in Hörbach das neue Feuerwehrhaus errichtet wird. Von den Freiwilligen im Ortsteil und offensichtlich auch von einer Mehrheit im Gemeinderat wird der Bereich des jetzigen Gerätehauses samt der grünen Wiese nebenan in der Ortsmitte favorisiert, auf der seit 25 Jahren eine Jugendhütte steht. Der Jugendtreff soll dann auf dem Grundstück einen anderen Platz bekommen. Etliche Hörbacher, aber auch Althegnenberger halten die Bebauung "der letzten grünen Fläche im Dorf" jedoch nicht für die beste Lösung und forderten auf der Sonderbürgerversammlung am Dienstag im Sportheim ein "neues Nachdenken". Einer der mehr als 200 Bürger kündigte sogar an, als Anlieger Klage zu erheben, sollte der Standort ausgewählt werden. Möglicherweise könne er den Bau nicht verhindern, aber "lange hinausschieben", was nicht im Interesse der Gemeinde sein könne.

Überdies wurde Kritik laut, dass die Gemeinde bislang nur bruchstückhaft über den Stand der Planungen informiert sowie den eigens gegründeten Arbeitskreis kaum eingebunden habe und die Bürgerversammlung auch nur aufgrund eines Antrags von Bürgern mit 280 Unterschriften angesetzt worden sei. Die Bevölkerung werde zwei Tage vor der Abstimmung quasi vor vollendete Tatsachen gestellt, klagte SPD-Gemeinderätin Marianne Dunkel (Hörbach). Für Bürgermeister Paul Dosch von der Wählergruppe Bürgerinitiative indes wurde "genügend diskutiert". Seit elf Jahren sei ein neues Feuerwehrhaus in Hörbach ein Thema, sagte der Gemeindechef.

Vizebürgermeister Rainer Spicker und Architekt Helmut Hilscher zufolge waren vier Standorte geprüft worden. Innerorts wäre noch der Umbau des alten Schulhauses und der Bau des Gerätehaus nebenan möglich. Allerdings würde die Zufahrt für das Löschfahrzeug sehr eng werden und es wäre schwierig, genügend Stellplätze auszuweisen. Das Grundstück sei zwar in Gemeindebesitz, man müsste aber dennoch etwa 1,1 Millionen aufwenden. Ferner sind zwei Standorte links der Straße nach Althegnenberg näher untersucht worden, einer noch im Bereich von Wohnbebauung, der andere unmittelbar am Ortsrand. Sollte sich der Gemeinderat für einen der beiden entscheiden, müsste der Grund erworben werden - schlimmstenfalls per Enteignung. Mit etwas mehr als 900 000 Euro wäre der favorisierte Standort auch noch der günstigste. In der Diskussion brachten einige Bürger ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass sich die Freiwilligen der beiden Ortsteile nicht auf ein gemeinsames Feuerwehrhaus einigen können, was anhaltenden Applaus auslöste. Dazu erklärte Dosch, dass sich bei einer Umfrage unter den Aktiven in Hörbach 29 Freiwillige für die Erhaltung der selbständigen Feuerwehr Hörbach mit eigenem Gerätehaus ausgesprochen und nur vier für einen Gemeinschaftsbau votiert hätten.

"Wir sollten uns über den Wunsch nicht hinwegsetzen", so der Gemeindechef, der daran erinnerte, dass die Wehr für das Dorfleben große Bedeutung habe. Wolfgang Friedl warnte davor, die Überschwemmungsgefahr zu unterschätzen, wenn nach starken Niederschlägen der Sandbrunnengraben über die Ufer tritt. Trotz des Hinweises des Bürgermeisters, das Wasserwirtschaftsamt habe keine Einwände vorgebracht, blieb Friedl dabei: Schutzvorkehrungen würden viel Geld kosten und es könne schwierig werden, einen Versicherer zu finden.

© SZ vom 17.05.2018
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