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Althegnenberg:Messerstecher weiter flüchtig

Mehr als zwei Stunden steht der ICE "Gelsenkirchen" zwischen Hattenhofen und Althegnenberg.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Polizei ermittelt nach Attacke in ICE wegen versuchter Tötung

Der Mann, der am Sonntag gegen 17.20 Uhr in einem ICE einen Schaffner mit einem Messer attackiert hat, ist weiterhin flüchtig. Die Fahndung blieb bislang ohne Erfolg. Möglicherweise ist der Täter im ländlichen Nordwesten des Landkreises Fürstenfeldbruck noch zu Fuß unterwegs. In dem Bereich gibt es ausgedehnte Wälder, Moore und hohe Maisfelder sowie zahlreiche Hütten und Jägerstände, die ihm Deckung und Unterschlupf bieten könnten.

Am Sonntag hatte der Mann, der kein gültiges Ticket vorweisen konnte, den Zugbegleiter angegriffen. Während der Kontrolle schlug er dem 60-jährigen Schaffner unvermittelt ins Gesicht und ging dann mit einem Cutter-Messer auf ihn los. Er stach mehrmals zu, während er sich zurückzog. Dem am Hals Verwundeten gelang es noch, die Notbremse zu ziehen. Als der ICE "Gelsenkirchen" auf dem Weg von München nach Berlin zwischen Althegnenberg und Hattenhofen zum Stehen gekommen war, schlug der Täter eine Fensterscheibe ein und flüchtete.

Das Opfer wurde in eine Klinik gebracht, Lebensgefahr besteht nicht. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein - mit Hilfe eines Diensthundeführers und eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera.

Die Täterbeschreibung: männlich, 20 bis 30 Jahre alt, 1,85 bis 1,90 Meter groß, schlank, ungepflegte Erscheinung, längere dunkelblonde Haare, kurzer Bart, bekleidet mit einem roten T-Shirt. Er spricht deutsch mit Berliner Dialekt, eventuell ist er barfuß unterwegs und führt einen Rucksack mit sich.

Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft München II die Ermittlungen zu einem versuchten Tötungsdelikt aufgenommen. Ausgewertet werden nun auch Videoaufnahmen, beispielsweise vom Münchner Hauptbahnhof. Zeugen werden gebeten, sich 08141/612-0 zu melden.

© SZ vom 18.08.2020 / slg
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