Süddeutsche Zeitung

Altenpflege:Stabwechsel im Seniorenheim

Susanne Brenner ist neue Heimleiterin und Nachfolgerin von Dirk Spohd im evangelischen Pflegezentrum Eichenau

Wenn Führungskräfte ein Unternehmen verlassen, kommen oft neue von außen nach. In Eichenau stand nun auch ein Führungskräftewechsel an, doch wenn der erste Leiter des evangelischen Pflegezentrums, Dirk Spohd, nach 14 Jahren seinen Posten räumt, dann muss niemand geholt werden, um seinen Job dort weiterzumachen. Susanne Brenner, die seit neun Jahren die Pflegedienstleitung innehatte, wurde Nachfolgerin des 49-jährigen Spohd. Und auf Brenner folgt als neue Pflegedienstleiterin Annemarie Daffner, die seit zwei Jahren ihre Assistentin war.

In Gang gesetzt hat dieses Personalkarussell Spohd selbst, weil er zum 1. Januar zum Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH "Hilfe im Alter" der Inneren Mission berufen worden ist. Spohd, gebürtiger Fürstenfeldbrucker, hatte nach seinem Diplomstudium der Sozialpädagogik noch Betriebswirtschaft studiert und seinen Schwerpunkt auf die Altenarbeit gelegt. Sein Weg führte ihn vom Bayerischen Roten Kreuz zur Inneren Mission und dort zur Trägerfirma der Alten- und Pflegeheime, "Hilfe im Alter". Die gemeinnützige GmbH war denn auch der Partner, mit dem es die Gemeinde Eichenau das Jahr 2000 zu tun hatte, als es erste Überlegungen zum Bau eines Alten- und Pflegeheims gab. Bis zum Spatenstich im Oktober 2004 verging dann zwar noch einige Zeit, doch Spohd war schon damals dabei und konnte sich noch vor Vollendung des neuen Pflegezentrums in einer provisorischen Unterkunft auf seinen Job als erster Leiter vorbereiten. Gemeinde, Landkreis und Regierung von Oberbayern gaben zehn Millionen Euro zu dem insgesamt 28 Millionen Euro teuren Bau, und alle waren froh, endlich weitere Pflegeplätze im Landkreis zu haben, als im Februar 2006 der Betrieb aufgenommen wurde. Zusammen mit der damaligen Pflegedienstleiterin Ruth Wagner baute Spohd Organisation und Personal auf, und bald schon unterzog sich das Pflegezentrum diversen Qualitätstest. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) und andere prüften streng und vergaben Bestnoten.

Doch Spohd war auch mit einem eklatanten Fachkräftemangel im Pflegebereich konfrontiert. Seine Versuche, aus dem Ausland Personal zu bekommen, waren schließlich erfolgreich. So pflegen heute Frauen und Männer aus den verschiedensten Ländern die derzeit186 Bewohner. Wie stark der Zusammenhalt innerhalb des Hauses am Eichenauer S-Bahnhof ist, das demonstrierten Belegschaft und Bewohner unter anderem bei der Zehnjahresfeier im Hitzesommer 2016 und auch beim Neujahrsempfang am vergangenen Freitag wurde harmonisch gefeiert. In Eichenau sind 150 Mitarbeiter beschäftigt.

Spohd, seit August 2016 Prokurist der Hilfe im Alter GmbH, wird noch etwa ein Jahr mit Geschäftsführer Gerhard Prölß, unter dessen Leitung das Eichenauer Pflegezentrum entstand, zusammenarbeiten, he Prölß in den Ruhestand geht. Die Hilfe im Alter gGmbH ist Betreiber von zehn stationären Pflegeeinrichtungen in München und Oberbayern und beschäftigt 1400 Mitarbeiter. Spohd wird ein Büro in Eichenau behalten, Susanne Brenner, 53, wiederum wird ins Chefzimmer des Pflegezentrums einziehen und ihren Platz für Annemarie Daffner freimachen. Daffner kennt Hilfe im Alter, seit sie dort einmal Praktikantin war.

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SZ vom 20.01.2020
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