Süddeutsche Zeitung

Als Zeichen für die lokalen Läden:Ringen um Marktsonntag

Germeringer Geschäftsleute möchten am 3. Mai öffnen

Während die Marktsonntage in anderen Kommunen bereits abgesagt worden sind, kämpfen die Germeringer Geschäftsleute noch darum, ihre Läden am 3. Mai öffnen zu dürfen. Für die Vorbereitung des Marktsonntags seien bereits Kosten entstanden, sagt Buchhändlerin Katrin Schmidt vom Wirtschaftsverband. Deshalb möchten die Geschäftsleute erreichen, dass es wenigstens einen Ausweichtermin gibt, sollte es nicht möglich sein, am ersten Mai-Wochenende die Geschäfte zu öffnen. Die Ladenbesitzer telefonierten täglich, um eine Lösung zu finden, und machten Pläne, sagt Schmidt.

Allerdings ahnt sie bereits, dass das erste Mai-Wochenende als Termin für einen Marktsonntag wohl nicht zu halten sein wird. Denn Sinn eines Sonntags mit geöffneten Geschäften ist ja, dass viele Leute zum Bummeln und Einkaufen in die Läden kommen und die in der Einkaufsmeile gebotenen Attraktionen besuchen. Ob dies in einigen Wochen möglich sein wird, ist angesichts der Diskussionen um Ausgangsbeschränkungen und das Abstandhalten wenig wahrscheinlich.

Der Marktsonntag könnte auch ein Präsenzzeichen der örtlichen Geschäfte sein, sagt Schmidt. "Wir sind da", ist ihren Worten nach momentan eine wichtige Aussage, denn die Corona-Krise bereitet den Geschäftsleuten starke Ausfälle bei den Einnahmen. Den halben Tag stehe sie im Laden, sagt die Buchhändlerin, um Bestellungen zu bearbeiten. Am Abend fährt sie diese auch noch aus, um die Kunden zu beliefern, die nicht in die Buchhandlung kommen können, weil diese geschlossen bleiben muss. So wie ihr geht es derzeit vielen Geschäftsleuten. Sie sind darauf angewiesen, dass die Kunden per Telefon oder E-Mail bei ihnen bestellen und nicht bei den Internethändlern.

Ein Marktsonntag Anfang Mai käme den Ladenbesitzern deshalb gelegen. Doch Schmidt weiß: Das hängt von Faktoren ab, die Stadt und Geschäftsleute nur wenig beeinflussen können. Mit einer Entscheidung kann sich der Wirtschaftsverband auch nicht mehr lange Zeit lassen, denn die Fieranten, die anderswoher kommen, und die Läden müssen planen können und Vorbereitungen treffen. Und auch der Stadtrat müsste sich mit dem Thema befassen, denn eine sonntägliche Ladenöffnung bedarf der Zustimmung der Kommune. Für den 3. Mai liegt eine solche Zustimmung vor, auch deshalb ist der Termin noch im Rennen.

In anderen Städten und Gemeinden sind die für April oder Mai vorgesehenen Marktsonntage bereits abgesagt worden. Gröbenzells Bürgermeister Martin Schäfer berichtet, dass der Bund der Selbständigen den verkaufsoffenen Sonntag für das letzte April-Wochenende abgesagt habe. Momentan stehe auch die Festwoche im Mai sowie die Konzertreihe im September auf der Kippe, sagt Schäfer. So müssen beispielsweise Künstler engagiert werden, was schon Monate im Voraus getan werden muss. Auch in Olching wird es am ersten Mai-Wochenende keinen Marktsonntag geben, wie das vorgesehen war. Der Termin sei abgesagt, teilt Rathaussprecherin Julia Henderichs mit.

Einen Marktsonntag gibt es demnach in Olching erst im Oktober. Auf diesen Termin schaut auch schon Andreas Habersetzer von der Stadt Fürstenfeldbruck. Dort sollten die Läden am 26. April öffnen dürfen. Der Termin ist abgesagt worden, auch eine Verschiebung innerhalb der ersten Jahreshälfte wird es nicht geben. Habersetzer, der sich um Feste und Märkte kümmert, sagt, es lasse sich zurzeit einfach keine begründbare Aussage dazu treffen, wann sich das öffentliche Leben wieder normalisiert.

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Quelle:
SZ vom 31.03.2020
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