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Alling:Wohnungen eingespart

Neue Kita entsteht aus Kostengründen ohne Unterkünfte für Personal

Die neue Kindertagesstätte in Alling wird zwischen der bestehenden Kita mit der "Eistüte" und der Maibauminsel errichtet. Zur Antoni- und zur Parsbergstraße hin verlaufen die Außenwände im rechten Winkel gradlinig, zur Grünfläche hin ist eine bogenförmige aufgelockerte Gestaltung vorgesehen. Diese Variante hat der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung nach langer Beratung mehrheitlich beschlossen. Weitere von Architekt Nicolas Neumann mit Planungsskizzen und Styropormodellen vorgestellte Ideen, ein rechtwinkliger Block, ein Gebäude in L-Form und als Dreieck, fanden nur wenig Zuspruch.

Sorgen bereitet den Ortspolitikern die Kostenschätzung. Das Planungsteam rechnet mit 7,65 Millionen Euro, allerdings ist darin ein "Finanzpuffer" von einer halben Million enthalten. Ursprünglich war von 6,4 Millionen ausgegangen worden. Belastend kommt hinzu, dass laut Bürgermeister Fredrik Röder (CSU) der staatliche Zuschuss deutlich geringer auffällt als erwartet, weil Alling eine "Kommune mit hoher Finanzkraft" ist. Statt mit rund 3, 5 Millionen wird die Kindertagesstätte nur mit 2,2 Millionen gefördert. "Angesichts der hohen Kosten, die wir selber tragen müssen, sollten alle noch einmal in sich gehen", schlug Vizebürgermeister Hans Schröder (parteifrei) vor: "Die notwendige Schuldenaufnahme in Millionenhöhe schränke für nachfolgende Gemeinderäte den Handlungsspielraum stark ein. Im Vergleich zu anderen Kindertagesstätten im Umland und in München seien die Kosten für einen Kita-Platz fast doppelt so hoch."

Die Kosten hingen wesentlich von der Bauweise ab, antworte Architekt Neumann und Finanzreferent Hermann Dejako (CSU) hielt dagegen, dass das Gebäude anders als ein Billigbau auch in 60, 70 Jahren noch nutzbar sein müsse. Sparen sollte man aber trotzdem, sagte Dejako. Daher wurde beschlossen, auf die beiden Wohnungen zu verzichten, die für die Unterbringung von Erziehungspersonal angedacht worden waren. Diese wären ohnehin nur am L-förmigen Gebäude als eine Art Anbau möglich gewesen. In der neuen Tagesstätte soll Platz für sechs Gruppen geschaffen werden. "Das Placet von der Regierung von Oberbayern für den Bau liegt schon vor", sagte Röder. Ein größerer Kostenfaktor ist mit rund einer Million die Unterkellerung. Laut Planer muss ein Teil des Gebäudes für die Haustechnik unterkellert werden. Auf der restlichen Baufläche müsse der Untergrund auf einer Tiefe von etwa 1,5 Metern zur Verbesserung der Standfestigkeit ausgetauscht werden. "Statt Fremdmaterial zu verbuddeln", sollte man besser einen Keller bauen, riet SPD-Gemeinderat Hubert Winkler. Wir groß der Kostenunterschied ist, soll der Planer nun berechnen, um eine endgültige Entscheidung treffen zu können.

Das neue Kinderhaus soll etwas von der Eistüten-Kita abgerückt werden, um einen Eingriff in die Dachkonstruktion zu vermeiden. Das Planungsbüro des Bestandsgebäudes hat eine Veränderung offensichtlich ablehnt. Von der katholischen Kirchenstiftung, die die Trägerschaft übernimmt, wurde angeregt, den markanten Eistüten-Bauteil für einen gemeinschaftlichen Eingang zu nutzen. In der Beratung zeichnete sich jedoch ab, den Zugang im Verbindungsteil zwischen den beiden Bauten vorzusehen.

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